Tempel-tanz

Natsu hat wegen Erschöpfung zwar die Butohstunden ausgesetzt – sie fliegt im März nach Vancouver – aber ihre „workshops for handicaped people“ finden weiterhin jeden Samstag statt. Einmal in Yatsuya und einmal in Koenji. Diesesmal ist es an einem völlig anderen Ort, zu einer anderen Tageszeit. Der Workshop findet in einem buddhistischen Tempel statt. Natsu malt mir den Weg auf ein Stück Papier auf und weil die Dimension des Weges über den Blattrand hinaus geht, verwendet sie zwei Blätter, die übereinander zu legen sind.

Nachdem ich am Vorabend dann doch herausgefunden habe, wie die Station wohl heißt – der Tempel ist leider so unbedeutend, dass er im www. nicht repräsentiert ist – mache ich mich Samstag früh auf den Weg. Der Workshop beginnt um 13Uhr und ich will bei Oji Station noch verstohlen Fotos von einer Brandruine machen. Die Sonne scheint und das macht alles gleich viel freundlicher. Im Park sitzt ein Obdachloser auf einer Bank in Mitten seiner Habseligkeiten und isst Tintenfischbällchen. Die sind schön weich. Dabei zittert er. Die Ruine dürfte zweimal (ab)gebrannt (worden sein) haben, denn heute steht noch weniger als unmittelbar nach dem Brand. Immer noch liegen angekohlte Möbel und geschmolzenes Plastik herum. Ein Papierfächer mit der Darstellung diverser sexueller Handlung steckt immer noch in einer herausgezogenen Schublade, so wie ich ihn hinterlassen habe in der ersten Nacht, in der ich mich hier umsah. Damals traute ich mich keine Fotos zu machen. Was ist, wenn hier jemand umgekommen ist? Aber mit den Rauch verfliegen auch die Skrupel. Nichtzuletzt deshalb, weil ich nicht die einzige Jägerin bin. Ein Frau fotografiert und ein Mann wühlt scheinbar so nebenbei in einem Haufen leerer Schmuckschatullen nachdem der vorbeifahrende Polizist außer Sicht ist. Ein Holzteil fällt mir auf den Kopf, aber der Schreck ist größer als der Teil. Ich versuche nebst ein paar „netten“ Aufnahmen irgendetwas über die Menschen, die hier vielleicht lebten zu erfahren. Wo sind sie jetzt hin ? Standen die Häuser leer ? Auf der Steinmauer gegenüber liegt ein offenes Fotoalbum. Schiferien in den 80er Jahren. Plastikspielzeug, schmuddelige Decken und verbrannte Barhocker. „Das war die Mafia!“, weiß unsere Vermieterin. Aber wenn´s nach ihr geht, sind Japaner_innen ja auch paranoid und vor Allem die Männer alle schrecklich. Ich mag solche Verallgemeinerung nicht. Ich habe meine eigenen…

Bis zur angegebenen Station schaffe ich es mühelos. Dann hinunter auf die Straße. Hier soll irgendwo eine Bank sein. Mikz-…,aja, das ist die Bank. Die Straße weiter, jetzt bis zum Fluss. Wieder eine andere Gegend. Nette kleine Geschäfte, kaum Menschen auf der Straße. Rechts plötzlich ein Tempel. Aber da war doch noch kein Fluss oder? Ich habe noch reichlich Zeit. Das ist gut. Nach einer Runde auf dem Tempelgelände beschließe ich den Fluss zu suchen. Tatsächlich: da ist er und gleich danach ein weiterer Tempel. Rasch noch die Zeichen am Tor mit der Einladung verglichen. Passt.

Ich bin da und sehe auch schon den schielenden Farbfabriksmitarbeiter an der Tür. Drinnen sind sie dann alle: Natsu und die anderen Assistentinnen, der Namen ich mir ausnahmsweise nicht gemerkt habe. „Ikura desu ka?“ „1000 Yen“ und hier ist ein Plastiksackerl für ´s Geld. ??? Während ich das Plastik entfalte, wird mir erklärt, dass ich doch bitte nur mein Geld in den Tempelraum mitnehmen soll. Der Sack ist riesig (70 lt.) „How much money do people have?“ ich werde upstairs in einen kahlen Tatamirraum geführt, wo ich mich umziehen kann. Zur Sicherheit nehme ich nicht nur das Geld, sondern auch das Handy mit. Sicher ist sicher – da sind alle Interviews, die ich gemacht habe drauf – und vielleicht kann ich ein Foto machen. Ich werde weiter in einen großen Tempelraum geführt und bin eine der ersten. Verbeugen, lächeln, sich setzen. An der Stirnseite thronen drei riesige Buddhas in hellem Holz und mit unterschiedlichen Mudras. Geschmückt ist der Altar mit goldenen Blumenketten, die von der Decke hängen. Hier kann ich wohl nicht fotografieren.

Nach und nach wird der Raum mit Menschen gefüllt. Ein junger Mann macht laut redend eine Aufnahme des Raumes. Also wenn der kann, kann ich auch. Erst später merke ich, dass er einer der „handicaped people“ ist und ich bin unsicher, ob für ihn andere Spielregeln gelten als für mich… Die Gruppe wird schließlich sehr groß und Natsu nutzt die Workshopzeit für eine Vorstellrunde.

Nach dem Workshop gibt es Tee, kinkans, Kekse und anderes. Im Bücherregal der Mönche steht eine CD von „en vogue“, einer Frauenpopgruppe mit viel Busen und noch andere Blockbuster. Mein Sitznachbar beachtet mich zuerst nicht und dann kommt er auch gleich zum Wesentlichen „How old are you?“ Nachdem wir gegenseitig Höflichkeiten über unser jugendliches Aussehen austauschen ist das Gespräch zu Ende und ich wechsle an den Tisch von Natsu. Heute wird hier am Abend gebetet, ob ich bleiben möchte. Gerne. Ich helfe den Raum aufzuräumen und die Schiebetüren wieder in ihre Schienen zu setzen, dann esse ich meine Karotte. Die Mönchen verkaufen Seife, Holzschuhe und Unterwäsche aus „natürlichen“ Materialien. Ein Mann setzt sich zu uns, während wir warten. Er ist Maler und war schon in Österreich. Er malt Landschaften und Portraits und kommt aus Nagano. Dort liegt gerade Schnee. Die Mönchen verteilen Sitzkissen vor dem Altar. Der Raum wird abgedunkelt und ein Mönch beginnt mit dem Gebet. Der Reihe nach stehen die Leute auf, verbeugen sich gehen nach vorne, verbeugen sich wieder, streuhen Räucherwerk, verbeugen sich und gehen zurück. Bald bin ich dran. Wie war das nun, aufstehen, verbeugen, nein zuerst gerade zum Mittelgang, dann verbeugen, dann nach vorne, dann wieder verbeugen, dann hinknieen, tief verbeugen, räuchern, verbeugen, aufstehen, verbeugen (?) zurück. Nach dem Hinknieen rutschte ich nach Vorne und stoße an den kleinen Altar. Hoffentlich war das nicht so sehr zu hören…. Nachdem alle vorne waren, wird es still. Alle meditieren (?) Die Mönchen kratzen sich oder reden miteinander. Dann wird ein kleiner Ofen aufgestellt. Nach einer Stunde ist alles vorbei. Sie gehen noch etwas trinken, ob ich mitkomme. Sicher.

Wir essen rohe Dorschleber, kleine Fischchen und mexikanischen Eintopf zum Bier. Dieses Mal komme ich günstiger davon. Auf dem Weg zur Station läd mich Natsu zur Probe am Sonntag in ihr Haus ein und nachher ins Onsen. Oyasuminasai.

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no ansa panier

Ich hatte den freundlichen Franzosen aus meinem Japanischkurs bemüht, mir Karten im Nohtheater meiner Wahl – yarai – zu reservieren. Das hat der junge Mann auch gerne erledigt und es lagen Karten um je 60€ für uns bereit. Ms. Yaroku recommend to see the show from front side is more wonderful than free seat area. Na, wenn´s the person in charge schon empfiehlt, dann wird´s schon stimmen.

Ich hätte ja fast zwei Wochen Zeit gehabt und hin und wieder streifte so etwas wie ein Gedanke diesbezüglich mein Bewusstsein, allein, erst am Samstag Nachmittag vor dem Aufführungssonntag kam mir in den Sinn, dass Jeans im Theater nicht angemessen sein könnten. Nun hatte ich erst einmal die Wahl zwischen Butohtraining und Shopping. Also blieb nur noch Sonntag früh. Vielleicht findet sich am hochgelobten Flohmarkt im Yojogipark etwas günstig Passendes.

Sonntag früh war dann zuerst einmal nicht so früh, wie ich geplant hatte und der Flohmarkt wenig ergiebig und in Harajuku die Verkäuferinnen ausnahmsweise nicht kund_innenorientiert gelangweilt.

Also zupfte ich hier und da ein wenig an mir rum und hoffte auf Nachsicht. Im Theater war schon jemand für uns abgestellt. Die nette Dame brachte uns zu unseren Polstern und ich entschuldigte mich für meine Kleidung. „Iie, iie“.

In diesem Theater gab es keine Garderobe und der Platz zum knien war auch etwas limitiert; von dauerhaft bequem war das demnach weit entfernt. Habe ich schon erwähnt, das während eines solchen Nachmittags drei Stücke mit einer Gesamtlänge von fast fünf Stunden auf dem Programm standen ?

P. setzte das Wetter, die Luft im Theater und das Knieen zu. So teilte ich meine Aufmerksamkeit zwischen der Bühne, den anderen Zuschauer_innen und der Überlegung, was ich tue, wenn sich P.s  Mageninhalt in den Kimonoausschnitte der Dame, die unter dem Balkon sitzt, ergießt, auf.

Das erste Stück hat den Titel „Raiden“. Einem Priester erscheint der Geist Michizane, der unbedankt im Exil gestorben ist. Der Geist will sich durch ein schweres Unwetter rächen und den Palast der Herrschers zerstören. Den Priester warnt er, nicht dorthin zu gehen. Der Priester löscht in weiterer Folge nicht nur die Flammen, die der Geist spuckt, sondern kann durch seine Glaubenskraft diesen Donnergott schlußendlich bezwingen. Das Publikum liest während der Aufführung mit. In den Textbüchern sind auch die Choreografien fest geschrieben.

Das zweite Stück ist ein lustiges. Das Publikum amüsiert sich sichtlich.In „Kurama mairi“, einem Kyogen, soll Taro Kaja seinen Herrn auf einer Pilgerreise begleiten und nach der Ankunft beim Schrein wach bleiben. Um zum Schlafen zu kommen, weckt Taro seinen Herrn immer wieder, bis der nachgiebt und alle beide schlafen.Taro träumt, dass er von einem alten Priester gesegnet wird. Um ebenfalls etwas von diesem Segen abzubekommen, erzählt Taro´s Herr, er hätte geträumt, an Taro´s Segen teilhaben zu können. Taro übermittelt den Segen durch einen Tanz und beide gehen singend und tanzend ab. Dann ist wieder Pause.

Zu Beginn des dritten Teils, treten unterschiedliche Schauspieler auf, die kurze Tänze darbieten. Dann tritt Kimmitsu auf, den die Geschichten von Ise über Vorfälle im Leben von Ariwara no Narihira schon sein ganzes Leben lang interessieren. Dann träumt er den Unrinin Tempel zu besuchen. Das tut er und trifft einen alten Mann mit dem er sich unterhält. Im zweiten Akt tritt Narihita, der japanischer Kavalier selbst auf und tanzt.

Im Foyer treffe ich V. Sie freute sich etwas zu heftig für meinen Geschmack, mich zu sehen. Beim Gehen schenkt sie mir ihre Eintrittskarte für ein Butohfestival und läuft davon. Naja, auch nicht schlecht. Nach fast fünf Stunden No, kommt es auf a bisserle Butoh auch nicht mehr an. Doch leider hatte sich die gute Frau in der Beginnzeit geirrt und nachdem ich unnütze Zeit gesucht hatte, war nur noch eine viertel Stunde Tanz übrig. Ein älterer Mann, der sich schon fast die ganze weiße Farbe herunter getanzt hatte, gab sein Letztes und dann wurde Reiswein serviert. Im Publikum wurden zusätzlich mitgebrachte Flaschen geöffnet und alles geteilt. Das ist eine Sitte hier, die mir gut gefällt: Das gerne geteilt wird.

Zurück sehe ich, dass ishii-san geantwortet hat. Er hätte zur gleichen Zeit einen workshop angeboten und mich dazu eingeladen…. dumm gelaufen.

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for your eyes only: my laundry

Jeder Ort hat „seine“ Zeit. So finde ich, dass 24h Münzwäschereien nur nachts zu frequentieren sind, wenn sie hell erleuchtet sind und davor Autos im Dunkeln vorbei rasen… Also „mache“ ich erst gegen 22.30 die Wäsche und werfe den Wäschesack über den Fahrradkorb. Etwa in der Hälfte meines Weges, knapp nach dem Fukushima-supermarkt, bietet sich die Möglichkeit bei Grün auf die „richtige“ Straßenseite zu wechseln. Und da, noch bevor ich die Straße quere, sehe ich den Herrn Inspektor auf seinem Dienstfahrrad. Ich mache eine gekonnte wie beiläufige Schleife und warte brav vor der nächsten roten Ampel. Das Alles unter dem wachsamen Auge des Gesetzes. Als routienierte Kontrollierte war mir klar, das wird eine Kontrolle. Überraschenderweise brauchte er fast bis zur nächsten Ampel. Hätte ich doch schneller fahren sollen ? Eine Verfolgungsjagd auf dem Fahrrad, das hätte schon etwas…

Dieser Beamte trug eine Maske, nicht dass ich ihn ohne besser verstanden hätte. Er sprach wie die meisten hier Japanisch, das ich trotz oder gerade wegen meinem Kurs nicht verstehe. Aber wenigstens wusste ich dieses Mal, was er wollte. „tomodachi“ Ich versuche ihm zu erklären, dass ich ihn leider nicht verstehe, dass das Fahrrad meiner Vermieterin gehört und überhaupt. Währenddessen fällt mir auf, dass er sehr hübsche Augen hat, die mandelförmig von einem schmalen schwarzen Kranz an Wimpern eingefasst sind. Absurd. Er überprüft meine Angaben – hoffentlich ist das Fahrrad jetzt nicht auf die Tochter angemeldet – überfliegt meinen Pass und wir verabschieden uns.

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Mizumoto Park in Shibamata

Vor Jahren zeigte mir einmal jemand ein Foto mit einem hölzernen Fenster in einer Mauer. Das Fenster zeichnete sich durch äußerste Schlichtheit aus; kein Glas, keine Vorhänge, keine Schnitzereien. Auch die Mauer war einfach weißer Kalk.

„Aber hinter der Mauer da war ein….“ und er schilderte einen farbenprächtigen Ort, der aber eben auf dem Foto ums Eck zu sehen gewesen wäre….

So ist es denn auch mit dem Mizumotopark Anfang Februar. Er wird in den diversen Beschreibungen als ein florales Erlebnis gelobt, das seines gleichen sucht. Ich ging also hin, um zu sehen….und werde wohl wieder kommen müssen/sollen/dürfen.

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Ginza – fette Fische, dicke Katzen

Der Plan war (wieder) das Fischmarktareal in Ginza aufzusuchen und auf dem Weg dorthin bei einem Theater vorbei zu schaun. Unsere Tour begann …. Die Stadt wird uns zwar kleiner, aber die Bahnhöfe scheinen sich a bisserle auszuwachsen und so stehen wir zur Orientierung vor den Mauern des Imperial Gardens.

Ich überlege kurz, ob ich am „shelter for people who cannot go home“ vorbei gehen soll. Dann wissen wir auch schon wieder wo‘ s lang geht. Am Weg liegt der Hybiapark.

Mir dämmert, auch hier war ich schon mal. Das ist doch der mit den Vögeln, die unter dem Schnabel einen Sack hängen haben. Richtig ….. Die Art und Weise wie die Bäume in diesem Land in Form gebracht werden, hat mich damals hier besonders fasziniert. Also schiebe ich eine kleine Fotorunde ein. Im seichten Wasser türmen sich fette Fische, die jedes Mal wenn man sich nähert die Mäuler aufreißen.

Den Park zieren eine wüste Mischung an Exponanten. Statuen von Politikern, Geld- und Fundstücke.

Ein anderer Fotograf, ein anderes Motiv. Zwei alte Frauen füttern eine Verwandtschaft an roten dicken Katzen (eher Gulaschfarbe) und zwei der Tiere posieren gelangweilt für den Künstler. Wir nähern uns langsam. Inzwischen ist der Fotograf abgezogen und die Katzen werfen sich für dermaßen routiniert in Pose, das es fast schon ordinär ist. DAS fotografiere ich bitte nicht. Allerdings hätte ich ihren verdutzten Blick festhalten sollen, als sie merkten sie werden NICHT fotografiert….

Ginza ist in der Nachkriegszeit zum Begriff für eine Einkaufsstraße schlechthin geworden. So gibt es nicht nur in Tokyo „Ginza“ als Bezeichnung dafür.

Auf dem Weg zum Fischmarkt ist das Sonygebäude als hotspot vermerkt und lockt mit einer Leibesvisitation und einer Verkaufsausstellung auf mehreren Etagen. Wenn die Verkaufsaustellung nicht wäre….

Im Viertel gibt es neben dem wegen Renovierung gerade geschlossenem Kabukitheater noch ein anderes. Aber der Plan verrät nicht, welches Genre. Also will ich hin. Das Theater finden wir fast gleich. Es dürfte gerade Einlass sein. Als wir uns nähern, stürtzt bereits ein engagierter Mitarbeiter auf uns zu. Ob wir Karten haben? Nein. Dann tut es ihm sehr leid, aber für heute ist alles ausverkauft. Gibt es einen Spielplan ? Nervös hastet er zu einem Ständer. Bitte sehr. Enjoy your stay. Auf dem weiteren Weg Richtung Fischmarkt gehen wir wieder einmal durch ein Wohnzimmer. Aber der Herr schläft tief in der Sonne.

Im Fischmarktviertel kaufe ich Fisch.

Der Markt selber ist fast menschenleer. Am Zaun hängt ein Schild mit Anweisungen, wie und wann man Zutritt zu den Auktionen hat. 5.00 a.m. Vielleicht ist um die Uhrzeit U-Bahnfahren spannend; so zwecks der Atmosphäre…

Dann geht‘ s weiter zum Hama-rikyu Garden. Wir haben uns in der Zeit geirrt. Die Kassiererin sagt noch, wir schließen um 17.00, aber selbst wenn ich nicht weiß, wovon ich rede, bin ich überzeugend und ich sage, ich weiß…. Also bleibt eine halbe Stunde. Aber die brauche ich eigentlich garnicht. Denn diesen Park werde ich wohl mein restliches Leben nicht vergessen, besonders einen der Kieswege, auf dem vor fünf Jahren plötzlich der verlorene L. dahertrollte und ich überrascht war, wie schnell man nach einem Herzstillstand reanimiert werden kann.

Der Garten ist berühmt für seine Spiel mit den Gezeiten, seinen Wasserreflexionen und seiner 300 Jahre alten Pinie. (Naja, eigentlich ist sie schon 306 Jahre alt.)

Im Wasser sehe ich keine Fische. Aber es ist ja auch schon 16.45. Die haben sicher schon Schluss gemacht und wollen Heim; den ganzen Tag im kalten Wasser. Auch so eine Fischblase ist nicht unendlich belastbar. Dafür habe ich Verständnis.

Die JR Stationen ist dann wieder ein futuristisches Labyrinth mit Einkaufsmöglichkeit.

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nihombashi

Nun haben wir es endlich auch zu Japans berühmtester Brücke, der Nihon/Nihombashi geschafft. Unter einen Highway gezwängt, lässt außer der Mär über diesen Punkt an dem die fünf wichtigsten Straßen Japans ihren Ursprung haben, nichts die geschichtliche Glorie der Edozeit erkennen.

Unlängst saßen wir in einer Suppenküche und aus dem Lautsprecher schnulzte „O yedo nihon-Bashi“. Eine Ode an die Brücke.

http://www.youtube.com/watch?v=nBILDwcPBxo&feature=related

Hier der Text zum Mitsingen.

O YEDO NIHON-BASHI

O Yedo Nihon-bashi
Nanatsu dachi
Hatsu no tabi
Giyouretsu soroete;-
*Arewai *sanose!
Kocha Takanawa
Yo akete,
Chochin kesu;-
*Kocha e, *kocha e!

*(Untranslatable exclamations)

DIE NIHON-BASHI* IN YEDO**

(Volkslied mit Shamisen-Begleitung)
Von der Nihon-bashi in Yedo
Sind wir um vier Uhr Morgens
Zu unserer ersten Reise
In geordnetem Zuge aufgebrochen;-
Arewai sanose!
Nun wir in Takanawa*** sind,
Bricht schon der Tag an,
Und wir können unsere Handlaternen auslöschen!
Kocha e, kocha e!

dddd

dddd

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Tram fahren

Eigentlich wollten wir heute nach Ota ans Meer, aber es regnet bereits in unserer Früh und so beschließen wir, Straßenbahn zu fahren und zwar mit jener Linie, deren Läuten unseren Schlaf ständig begleitet: Die Arakawa line.

Tram und Bus haben hier einen Einheitspreis zwischen 160 bis 210 Yen unabhängig davon wie weit man fährt. Wir zahlen 160 Yen und fahren zuerst zur einen Endstelle: Waseba. Auf der Universität ist gerade Prüfungszeit und wir dürfen nicht einmal auf den Campus. Im Universitätscafe ist dafür ein freier Platz und ein recht guter Cafe Latte zu haben. Nach Durchsicht der Goods, die im Universitätsshop angeboten werden, gehen wir wieder zur Tram und fahren dieses Mal nach Minowabashi. Dort gibt es nichts außer noch mehr Regen, einem Supermarkt und einem 100 Yen – Shop. Leider ist für uns die erkennbar günstigste Variante eine Einkehr bei McDonalds. Dort bestellen unsere Tischnachbar_innen „shaka shaka“. McDonalds hin oder her, das muss ich auch haben. In einem Papiersackel ruht ein paniertes Hühnerfilet. Dann wird aus einem kleinen Briefchen entweder Käse, Lemon oder Pfeffer dazu geleert und „shaka shaka“.

Nach eingehendem Studium des handlichen bilingualen Stadtplans wird mir klar, dass es von hier nach Ueno garnicht so weit sein kann. Der stärker gewordenen Regen lässt uns dann doch anders entscheiden.

Der lokale Supermarkt hat ein appetitliches Angebot an Convenienced Food. Wir entscheiden uns für zwei Mal Sushi. Ich kaufe noch im 100 Yen-Shop um 105 Yen einen Kleber für meine Schuhe und dann fahren wir zurück.

Nach einer kleinen Siesta, die nur durch irgendwelche Fragen der Vermieterin ganz in der Ferne unterbrochen wurde, bietet sich abends die Gelegenheit die Dame zu fragen, ob ich meine japanischen Bekannten zum österreichischen Dinner einladen darf. Sie hat zugestimmt und will sich auch garnicht beim Aufräumen des Raumes helfen lassen; hab ich a Glück.

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Odaiba

Odaiba ist eine künstliche Insel in der Bucht von Tokyo, die im 19. Jahrhundert als Wehranalge geplant wurde. Der Bau wurde allerdings nie vollendet. Seit Ende des 20. Jahrhunderts ist die Gegend ein beliebter Freizeitpark mit mehreren großen Einkaufszentren und heißen Quellen.

Zu erreichen ist Odaiba mit der Yurikamome line. Entweder von ihrer Endstelle in Shimbashi oder was viel besser ist, von der Endstelle in Tokyosu. Wichtig ist nur, einen Platz in der ersten Reihe des führungslosen Wagens zu bekommen. Die Yurikamome line ist bei Schönwetter wie Hochschaubahnfahren für Herzkranke und so empfiehlt es sich, einmal von Endstelle zu Endstelle zu fahren und dann erst die Station Aomi anzuvisieren.

Die Idee aus der Fahrt bereits eine Attraktion zu machen, ist nicht so originell…

Von der Aomi Station aus, geht´s dann zur Rainbow bridge.

Die Brücke zu Fuß zu überqueren ist vielleicht mit Oropax leichter. Denn neben dem Gehweg donnern die Lastwagen vorbei. Der Ausblick von der Brücke entschädigt das allerdings auf jeden Fall.

ööö

l

Manche Menschen schnitzen Herzen und Jahreszahlen in Bäume.

Nach einem kurzen Strandspaziergang erreicht man den Pier und dort gibt es wieder etwas zu probieren.

Eine Kopie der Freiheitsstatue ist ein beliebter Fotohintergrund. Ein weiteres  Wahrzeichen steht im symbol promenade park: Flame of Freedom. Ein französisches Geschenk mit einer Höhe von 27 Metern.

Einkaufszentren gibt´s hier zum Abwinken…

2007 präsentierte uns unsere damalige Gastgeberin stolz „Europa“ im Venus Fort. Wir waren sprachlos. Damals wie heute. Schon allein dieses Einkauszentren – wir mussten durch zwei andere bevor wir es wieder gefunden hatten – ist einen Besuch in Odaiba wert.

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KÖR

Japanische K unst im Ö ffentlichen R aum ist zumeist die Darstellung nackter Menschen, gerne auch in Gruppen, westlich anmutend – ja, ich weiß auch nicht…

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wanderer kommst du nach to…

Wenn der Sightseeingtag früh beginnt und man nach dem Imperial Garden und der derzeit eingerüsteten Tokyostation noch Zeit und Energie hat, empfiehlt sich das Communications Museum. Es liegt zwischen der JR line und dem Palastareal, der Eintrittspreis ist günstig und die Miarbeiter_innen freuen sich über seltenen Besuch.

Gleich nach der Kasse fordert uns von der anderen Seite breit lächelnd eine Dame zum Besuch der temporären Ausstellung auf. Wie sich beim Näherkommen herausstellt, wir neben der Kombination von Briefmarken und Kimonos auch eine Schnitzeljagd angeboten. Japaner_innen scheinen das gerne zu machen. Ich freu mich auch. Die Dame stellt uns jeweils ein Kimonobild als Preis in Aussicht, wenn wir es schaffen in insgesamt sechs Felder sechs unterschiedliche Stempel zu drücken.

Gleich nach der Kasse fordert uns von der anderen Seite breit lächelnd eine Dame zum Besuch der temporären Ausstellung auf. Wie sich beim Näherkommen herausstellt, wir neben der Kombination von Briefmarken und Kimonos auch eine Schnitzeljagd angeboten. Japaner_innen scheinen das gerne zu machen. Ich freu mich auch. Die Dame stellt uns jeweils ein Kimonobild als Preis in Aussicht, wenn wir es schaffen in insgesamt sechs Felder sechs unterschiedliche Stempel zu drücken.

Drinnen ist dann wieder Fotographieren verboten. Daran halte ich mich auch fast. Die Stempel sind rasch gesammelt und als Geschenk bekommen wir nicht nur jeweils ein Kimonobild, sondern das ganze Viererset. Wir verbeugen uns tief.

Dann geht ’s zu den permanenten Ausstellungen. Zuerst Informationstechnoligien an sich und im Stockwerk darüber die Post. Das überschneidet sich ein wenig, aber das macht auch nichts, wenn wir schon hier sind….

Obwohl die Kuratierung mindestens zehn Jahre zurück liegen muss, hat man sich viel Mühe gegeben, die Ausstellung interaktiv zu gestalten.

Für die Nahrungsaufnahme fällt die Wahl auf „subways“ in den unterirdischen Gängen der Tokyo Station. Dort sind die Sitzgelegenheit rund um ein kleines Treibhaus angeordnet und suggieren, dass hier das wächst, was zwei Monate später hier auch gegegessen werden kann.

Vom heutigen Fest „setsubon“ erfahren wir erst als der Tag schon vorbei ist: An diesem Tag wird der Frühlingsbeginn gefeiert, Gester vertrieben und Bohnen entweder gestreut oder gegessen. Am besten man macht beides. (Allerdings hatte ich die Bohnen schon gekauft…)

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