In Yokohama lockt mich ein Nohmuseum und P. das Meer. Weiters ist ein Besuch des Ramensmuseums geplant. Das Noodlecupmuseum, das in der Empfehlungsliste auf Platz 700 liegt, ziehen wir erst garnicht in Erwägung.
http://www.yaf.or.jp/facilities/nougaku/index.htm
Drinnen ist wieder einmal fotografieren verboten. Es ist ohnehin zu dunkel. Also fotografiere ich hinaus in den Hof. Die Exponate sind überschaubar. Aber ich will eigentlich nur die Bühne näher sehen. Vom ersten Stock zurück zum Empfang: The stage is today under construction. Sehr fein, aber dafür war der Eintritt gratis.
Den Hügel wieder hinunter versuche ich mein Glück an einem Automaten für SchlüsselanhängerInnen. Wie Überraschungseier, nur größer und ohne Schokolade stehe sie in vielen Einkaufsstraße. Hier in Yokohama, der Heimat der Ramen, natürlich mit Ramen. Ein nettes Geschenk für L. denke ich mir und freu mich.
Das letzte Mal, als ich über diese Brücke gegangen bin, hat es geregnet und wir mussten gegen den Wind angehen. Außer uns war damals niemand unterwegs und über einen Lautsprecher war Musik – ich glaube es war Jazz – zu hören; mitten im Sturm…

„Yokohama liegt am Meer“

Neben Soba und Udon werden in Japan auch Ramen gekocht und als eine Art „Fast Food“ gegessen. Hergestellt werden sie aus Weizen, Wasser und einem besonderen Zusatz (Kansui) und sind erst seit den 1950er Jahren populär.
Um zum Ramenmuseum zu gelangen, fahren wir ein paar Stationen mit der U-Bahn.
Grottenbahnen sind in diesem Land beliebt und so ist das Museum in einem fiktiven Stadtteil unter der Erde untergebracht. Aus jedem Teil des Landes ein Ramenlokal mit den lokalen Spezialitäten. Salz wird als Zutat angeführt. Ohne ignorant wirken zu wollen, aber das könnten sie mit den Tempeln/Schreinen auch machen…
Ok, das IST definitiv ignorant….
http://www.bento.com/phgal3.html
Die Wahl fällt auf Osaka, weil weit weg von Tokyo und mit Knoblauch.
Im Eingangsbereich gibt es dann im Museumsshop die Möglichkeit Diverses rund ums Thema zu überhöhten Preisen zu erstehen.
Die Kaisha-in der umliegenden Firmen scheinen eine besondere Art von Ticket ihr Eigen zu nennen…


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Abends bin ich mit dem Butohtänzer Mitsutaka Ishii und Veronika in Nakano verabredet, um mit ihm ein Interview zu führen.
Ich bin zu früh da und versuche mit Schminke zu retten,was ohnehin nicht mehr zu retten ist. Aber das soll ja auch keine Misswahl werden; Die Nebenbeifeldforschung ergibt: Japanerinnen malen viel…
Ich stelle mich sehr zental in den Eingangsbereich und warte. Noch vor der vereinbarten Zeit sehe ich einen kleinen schmuddeligen Mann, der auf mich zusteuert und mir zunickt. Ein Obdachloser?! Ich nicke zurück. Es gibt keinen Grund unhöflich zu sein…
„You are waiting for me!“ It´s ishii-san! Sein Ticket hat er an einem Band um den Hals und die Jogginghose ist fleckig. Als Veronika kommt und als wir ein Cafe suchen, bringen wir ihn am Stock kaum rechtzeitig über die Straße. Wie hat er noch vor wenigen Tagen einen Workshop gehalten? Ich bin schockiert, aber auch voreingenommen durch die Erzählungen von Yumiko. Später lese ich noch Geschichten über ihn, wie er eine tote Katze am Leib trägt und in seinem Reiskocher eine Kröte lebt…
Das Cafe ist teuer, aber wertvolle Informationen haben eben ihren Preis. Natürlich lade ich ihn ein. Mein Einstiegsfrage gilt wie immer dem persönlichen Weg zu Butoh. „Well, when I was in elementary school…“ Der Mann ist 74 ….
Er erzählt viel und verspricht mir Material. Ich bin immer noch skeptisch und ärgere mich wieder einmal über meine Vorurteile. Vielleicht ist er ja verrückt, aber das Gespräch ist gut und er sympathisch.