Orte, an denen Menschen die Rituale ihrer Religionen pflegen, finde ich grundsätzlich interessant. Deshalb und auch einfach so war der Weg zur tokyoter katholischen Kathetrale St. Marien konsequent.
Ein Schild weist den Eingang, der uns zu allererst durch einen dunklen Gang ins Untergeschoss führt und an die Versorgungsgänge in der U-Bahn erinnert.
Wohl die Krypta. Der Heilige weist den Weg. Die Notbeleuchtung berät uns diametral. Also wieder hinauf hinaus. Dreidimensionale Objekte haben immer mehrere Seiten, mehrere Access-möglichkeiten. Und wirklich. Andere Seite, anderer Eingang. Die Damen an der Reception machen gerade den göttlichen Laden dicht und eine einsame Gläubige sitzt in der Bank in diesem riesigen Gebetsraum. Fotographieren ist an sich verboten. Sumimasen. Ich tue es trotzdem.
D. wird mir jetzt wieder ein Vortrag über den katholischen Glauben halten wollen, aber ich erlaube mir wieder einmal die künstlerische Freiheit einer Unschärfe und sammle katholische Devotionalien als Geschenk. Wenn ´s phlasphemisch ist, behalte ich sie gerne…
Die Grotte von Lourdes
Abends treffe Yumiko, Yuri und Carolyn an der Higashi – Nakano Station. Dieses Mal ist auch eine laute Amerikanerin dabei und ich ärgere mich. Aber eigentlich mehr über meine Bewertung, als über ihre Art. Trotzdem muss ich sie einfach ignorieren.
Yuri wärmt wie immer auf und mir ist mehr als heiß. Dann übernimmt Seisaku.
Zuerst haben wir jeweils zu zweit Sex, aber ohne Sex. „You share the same blood, the same organs, the same body. You are one.“ Wir arbeiten uns zu einem Höhepunkt, werden getrennt und verlieren den Kontakt zueinander. Weiter wird improvisiert. Zu jenem Moment während unseres Schlafes an dem wir „fallen“. Wir bewegen uns durch unseren Schlaf. Gleichzeitig ohne und mit jeder Erinnerung. Normalerweise kommentiert er die Improvisationen nicht. Dieses Mal kommt er danach zu mir, formt seine Finger zu einem OK und sagt, „very, very good!“ „Oh, domo arrigata gozaimashita!“
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Nicht jede seltsame Idee hat ihren Ursprung auf meinem Mist, aber die eine oder andere gedeiht dort prächtig. Und so musste ich das WC ablichten…
Mit Veronika gehe ich dann noch zu Mr. Donuts, um ihr vom Studieren in Wien zu erzählen. Sie möchte an die Bildende. Vielleicht kann ich helfen…








