Kamakura liegt in der Präfektur Kanagawa, 50 km von Tokyo entfernt und war im 12. Jahrhundert die Hauptstadt des japanischen Reiches.
Kamakura ist schön, steht in den diversen Reisebeschreibungen und sagt P. und es ist nicht weit. Also fahren wir nach Kamakura ans Meer. Am Bahnhof werden wir routiniert und freundlich im Informationsbüro abgefertig. „Is this your first stay? Then we recommand this temple, this temple and this temple“ Schon sind wir mit dem Plan in dem die nette Dame unsere Ziel markiert hat, auf dem Weg zum ersten Schrein. Dem Tsurugaoka Hachimangu Shrine.
Kamakura ist ein Platz für Tourist_innen. Das merkt man. Die Werbung um Kund_innen ist für japanische Verhältnisse aggressiv. „Hello, where do you come from?“ Das Angebot in den Shops ist einschlägig und auf japanische wie internationale Gäste abgestimmt.
Nach dem Schrein verlieren sich ca. 80 % der Mittourist_innen bereits. Vielleicht auch weil der Weg zum nächsten Tempel wenig attraktiv entlang einer Durchzugsstraße verläuft.
Wir ändern unsere „points of interest“ eigenmächtig und interessieren uns für…. Dort wird Eintritt verlangt und Fotographieren ist verboten, was auch im ältesten Gebäude von high tech überwacht wird. Mein Japanisch reicht für die Kassa. Dann besichtigen wir. [Beschreibung]
Als wir vor dem Tempel auf der Bank rasten, stürmt der Kassier aus dem Häuschen, entreißt uns fast die zuvor ausgehändigten Beschreibungen und läuft wieder davon. Ich gehe ihm nach, weil klar ist, er tut irgendetwas für uns und er bittet mich zu warten. Schlußendlich kommt er mit sorgsam gestempeltem Papier zurück. (Stempel mit Bildern sind hier sehr beliebt. An jeder JR Station kann man einen bekommen.) Nachdem wir , uns artig bedankt und tief verbeugt haben, ziehen wir weiter zum….
Auch dort will man Geld. Aber was ich vom Tor aus sehen kann, reicht mir eigentlich schon. So genau will ich es auch nicht wissen. Das selbe bei… Dann weißt ein hiking course den Weg zum Great Buddha of Kamakura. „Jaja, hiking course in Japan ist sicher ein Weg durch eine parkähnliche Landschaft“, dachte ich und war auch noch nicht so irritiert, wie uns Menschen in Wanderkleidung und mit Walkingssticks entgegen kommen. Doch als ich den Schmutz an ihren Schuhen sehe, schwant mir Schlimmes. 2 km! not your Ernst, oder ? Ich meine ein Wald ist ein Wald ist ein Wald, egal ob japanisch oder nicht.
Etwa nach der Hälfte des Gatschweges kommen wir auf einen Rastplatz auf einer Lichtung. Dort tun wir das wofür dieser Platz gedacht war: Rasten und Sushi und Onigiri essen. Die Krähen finden uns sympathisch und auch die Katzen setzen sich gelangweilt in Bewegung. Vielleicht üben sie sich auch nur in fernöstlicher Gelassenheit mit ihren verkürzten Schwänzen. (Warum hier die meisten Katzen Stummelschwänze haben, konnte ich nicht heraus finden. Sieht jedenfalls nicht schön aus.) Die Krähen sind das flinkere und dankbarer Publikum. Sie nehmen auch den Reis. Dafür belohne ich sie mit einem Kinkan. Es gibt die Möglichkeit Glück…. [Beschreibung] Gegen ein Entgelt von 100 Yen each nehmen und zerschlagen wir Tonscherben an einem großen Stein. Eine Frau macht sich über meine Art zu werfen lustig und ich fotographiere Mr. Fuji. Dann geht es weiter durch den Wald zum großen Buddha.