Mein kleiner Waschsalon

Beim zweiten Anlauf finde ich DEN Waschsalon in Berlin, der von streitenden Zwillingen geführt wird. Ein Must bei jedem Berlinbesuch. Torstraße 115/Rosenthalerplatz, Berlin Mitte. Unter einer Gruppe jungen Männer sitzt einer der Zwillinge in etwas zu viel Parfüm gehüllt und mit einem Anstecker mit dem stilisierten Bild von Karl Lagerfeld verziert.

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Sonntag

Busfahren

Das Gute am nicht da sein ist, dass man nicht rechtzeitig dort sein können muss.  Sonntag verschlafe ich wieder zur Hälfte. Es regnet und ist kalt. Ich beschließe U-Bahn zu fahren. Auf zum Hauptbahnhof. Dass angenehme am alleine reisen ist, dass ich mich durch eine Stadt treiben lassen kann. Der Nachteil: Die fehlende Fassungslosigkeit meiner Begleitungen, die ich regelmäßig in die Anaierobephase locke. „Aber du hast doch gesagt, wir gehen…“ Im Tourismuscenter sitzen zwei erschöpfte Wienerinnen vor dem riesigen Prospektständer. „Junger Mann, können Sie mir bitte das Filmprospekt geben?“ Jetzt sollte ich schaun, weiter zu kommen. Denn jetzt wird’s gleich mühsam/peinlich. Zu spät. Die eine hat den Fehler schon entdeckt. „Das ist kein junger Mann!“ Ich bemühe mich rasch zu ergänzen, dass ich bereits eine alte Frau werde. Dann folgen die üblichen Erklärungen und Entschuldigungen…

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Den Samstag hab ich zur Hälfte verschlafen. Dann habe ich mich aufgemacht, einige fehlende Kleinigkeiten zu besorgen, ohne die ich meine, nicht sein zu können. Unterwegs esse ich in einem Thaiimbiss. Auf dem Alexanderplatz steht  neben einem Barbiecafe in Wohnblockgröße ein riesiges Einkaufscenter – Alexa. Nun, von Tokyo bin ich ja schon einiges gewöhnt; anstrengend war’s trotzdem. Die Menschen strömten in den Bau als müssten sie sich für den Dritten Weltkrieg rüsten (hmm?!) und nachts sammeln sie Pfandpetflaschen in den Straßenbahnstationen und verstauen sie in ihren Ortliebtaschen auf dem Fahrrad.

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mixed dorm

Die Nacht war trotzdem alle Betten belegt waren ruhig. Vielleicht half ja auch das Bier, dass ich noch im „Spätkauf“ besorgt hatte… Ja, ich schlafe wieder in einem Hostel. Ich sehe das Gesicht von Monsieur M. vor mir, wie er angewidert (gibt’s zu angewidert ein Substantiv?) und irritiert die Mundwinkel kräuselt, während er mich fragt, ob ich mir den nicht mehr wert sei… Auch P. versucht mich immer wieder zu einer anderen Unterkunft zu überreden.DSC03088

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japanisches officepaket

irgendwie ist doch alles am Ende japanisch. Ich bin Freitag Nacht nach Berlin geflogen und habe zuviel vom Officepaket im Gepäck. So kommt mir die Stadt dieses Mal recht Mau vor und ich versteh die Menschen kein bisßchen; ihre Sprache nervt; schon die Kinder sprechen hier ausländisch… Der Mann an der Hostelrezeption erweißt sich als echter „Gentleman“ und sagt, er lasse eine Frau so spät nicht zum Geldautomaten laufen (Hier laufen ja alle) Dass ich gleich in ein mixed dorm einchecken werden und dort mit zehn mir fremden Menschen die nächsten Nächte verbringen werde und demnach alles andere als zartbesaitet bin, ist kein Argument….

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Yuri und Seisaku

Yuri und Seisaku kommen im Juni nach Berlin; Der Flug und das Hostel sind gebucht!

31.05. -9.06. werde ich mich im Waschsalon der streitenden Zwillinge, im Dok und überhaupt in der ganzen Stadt herumtreiben….

 

Yuri und Seisaku

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Ein Frauenhaus in Kamakura

Kamakura liegt in der Präfektur Kanagawa, 50 km von Tokyo entfernt und war im 12. Jahrhundert die Hauptstadt des japanischen Reiches.

Kamakura ist schön, steht in den diversen Reisebeschreibungen und sagt P. und es ist nicht weit. Also fahren wir nach Kamakura ans Meer. Am Bahnhof werden wir routiniert und freundlich im Informationsbüro abgefertig. „Is this your first stay? Then we recommand this temple, this temple and this temple“ Schon sind wir mit dem Plan in dem die nette Dame unsere Ziel markiert hat, auf dem Weg zum ersten Schrein. Dem Tsurugaoka Hachimangu Shrine.

Kamakura ist ein Platz für Tourist_innen. Das merkt man. Die Werbung um Kund_innen ist für japanische Verhältnisse aggressiv. „Hello, where do you come from?“ Das Angebot in den Shops ist einschlägig und auf japanische wie internationale Gäste abgestimmt.

Nach dem Schrein verlieren sich ca. 80 % der Mittourist_innen bereits. Vielleicht auch weil der Weg zum nächsten Tempel wenig attraktiv entlang einer Durchzugsstraße verläuft.

Wir ändern unsere „points of interest“ eigenmächtig und interessieren uns für…. Dort wird Eintritt verlangt und Fotographieren ist verboten, was auch im ältesten Gebäude von high tech überwacht wird. Mein Japanisch reicht für die Kassa. Dann besichtigen wir. [Beschreibung]

Als wir vor dem Tempel auf der Bank rasten, stürmt der Kassier aus dem Häuschen, entreißt uns fast die zuvor ausgehändigten Beschreibungen und läuft wieder davon. Ich gehe ihm nach, weil klar ist, er tut irgendetwas für uns und er bittet mich zu warten. Schlußendlich kommt er mit sorgsam gestempeltem Papier zurück. (Stempel mit Bildern sind hier sehr beliebt. An jeder JR Station kann man einen bekommen.) Nachdem wir , uns artig bedankt und tief verbeugt haben, ziehen wir weiter zum….

Auch dort will man Geld. Aber was ich vom Tor aus sehen kann, reicht mir eigentlich schon. So genau will ich es auch nicht wissen. Das selbe bei… Dann weißt ein hiking course den Weg zum Great Buddha of Kamakura. „Jaja, hiking course in Japan ist sicher ein Weg durch eine parkähnliche Landschaft“, dachte ich und war auch noch nicht so irritiert, wie uns Menschen in Wanderkleidung und mit Walkingssticks entgegen kommen. Doch als ich den Schmutz an ihren Schuhen sehe, schwant mir Schlimmes. 2 km! not your Ernst, oder ? Ich meine ein Wald ist ein Wald ist ein Wald, egal ob japanisch oder nicht.

Etwa nach der Hälfte des Gatschweges kommen wir auf einen Rastplatz auf einer Lichtung. Dort tun wir das wofür dieser Platz gedacht war: Rasten und Sushi und Onigiri essen. Die Krähen finden uns sympathisch und auch die Katzen setzen sich gelangweilt in Bewegung. Vielleicht üben sie sich auch nur in fernöstlicher Gelassenheit mit ihren verkürzten Schwänzen. (Warum hier die meisten Katzen Stummelschwänze haben, konnte ich nicht heraus finden. Sieht jedenfalls nicht schön aus.) Die Krähen sind das flinkere und dankbarer Publikum. Sie nehmen auch den Reis. Dafür belohne ich sie mit einem Kinkan. Es gibt die Möglichkeit Glück…. [Beschreibung] Gegen ein Entgelt von 100 Yen each nehmen und zerschlagen wir Tonscherben an einem großen Stein. Eine Frau macht sich über meine Art zu werfen lustig und ich fotographiere Mr. Fuji. Dann geht es weiter durch den Wald zum großen Buddha.

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kansho-teki

Eigentlich bin ich nicht sentimental, aber in dieser Weihnachtszeit erinnert mich soviel an Tokyo und alle Menschen, die mir wert und teuer sind, mögen es mir verzeihen, aber wenn mir aus dem U-Bahntunnel kalte Luft entgegenströmt möchte ich mir aus einem Automaten Kaffee holen und japanische Werbungen entziffern können…

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okaeri nasai

Tadaima.

Danke an alle, die durch…

…Mediation (Eine enge Zusammenarbeit mit der Exekutive kann schmerzlich mithelfen, gefährliche Sicherheitslücken zu schließen)

…Manipulation (Wenn du schon nach einem japanischen Brettspiel heißt, musst du auch stellvertretend in die Japanischvorlesung gehen)

…Meditation (Konzentration hilft, Rechnungen zu materialiesieren.)

oder einfach so – vorher und währendessen – die Reise unterstützt haben.

Domo arrigata gozaimashita.

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tote Tuna

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Tsukiji gilt als der größte Fischmarkt der Welt und gegen 5.30 am kann man auch als Betriebsfremde den Auktionen beiwohnen. Also stelle ich den Wecker auf 2.00 Uhr und fahre gegen halb drei mit dem Fahrrad los. Die Hongo dori entlang ungefähr bis Akihabara dann sollte es weiter über Kanda nach Tokyo gehen. Ja, und von dort ist die richtige Abfahrt nach Ginza sicher kein Problem mehr.

Ich fahre gerne nachts durch eine Stadt.

Eine Gruppe Jugendliche kommt mir entgegen. Dann bin ich auch schon bei der Yamanote line und fahre am „Hinterausgang“ von Akihabara vorbei. In den Gewölben unter der Bahn reiht sich ein Lokal an das andere. Zwei Türsteher_innen versuchen die letzten Betrunkenen abzuwerben. Der männliche Teil eines eleganten Trios macht in seinem Magen Platz für Neues bevor alle zusammen lächelnd in ein Taxi steigen. Die Verkehrschilder weisen Tokyo aus. Ja, jetzt habe ich mir einen Kaffee verdient. Ich fahre an einer ganzen Reihe an Kartonbetten von Obdachlosen vorbei in eine Unterführung  wo es den Kaffee meiner Wahl aus dem Automaten gibt. Wieder gehen zwei Polizisten vorbei, aber kontrolliert werde ich natürlich nicht. Denn dieses Mal habe ich die Licence mit…

Dann bin auch schon auf dem Weg nach Ginza. Es ist noch dunkel und ich bin viel zu früh. So bleibt Zeit den Eingang zu suchen zwischen all den kleinen Marktbuden. Die ersten bieten schon dampfende Suppe an und ein Mann steht vor einem Berg geschnittener Zwiebeln eifrig weiterschneidend. Würde ich tauschen wollen?

Ich bin zwar die erste vor Ort, also beim Verwaltungsgebäude, aber nicht in der Reihe. Nach und nach entsteigen den Taxis vor allem amerikanische Tourist_innen und ich lernen das Fremdschämen. Sie sind laut. Ich hoffe sehr, dass mich jemand ansprechen möge um dann „Wakarimasen!“ (Verstehe nicht) auf Japanisch antworten zu können… Knapp nach 5.00am werden wir in einen Raum geführt, erhalten eine Schutzweste und schriftliche wie visuelle Anweisungen, wie wir uns verhalten müssen. Der Markt ist ein
Arbeitsplatz und nichts für Tourist_innen!

Dann werden wir in eine kalte Halle geführt. Ein skurilles Bild. Während in einem schmalen Korridor rotäugige Menschen nach und nach die nun wohl einzige Möglichkeit fürs Fotographieren wahrnehmen, tun die Fischhändler, die kaum eine Armlänge entfernt hinter der Absperrung stehen, so, als wären wir alle nicht da und prüfen das Fischfleisch.

Dann beginnen die Auktionen. Auktionäre steigen auf niedrige Holzhocker und versteigern. Manche machen daraus eine Show, manche wippen nur mit ihrem Körper im Rhythmus zu ihrem Sprechen. Nach kaum 20min ist alles vorbei und wir werden über das Gelände zum Ausgang getrieben. Ohne uns eines Blickes oder gar Grußes zu würdigen, werden uns die Schutzwesten wieder abgenommen. Inszwischen ist es hell.

Das Fischereimuseum ist noch nicht offen und auf den Fischmarkt selber mag ich nicht warten, also fahre ich Richtung Ueno. Ich mag diese Zeit, wenn die Reste der Nacht auf den beginnende Tag treffen. Dann frühstücke ich in Ueno, kaufe Kümmel für das Abschiedsessen und fahre zurück. Ich bin müde; aber nur kurz. In Tokyo will ich nicht schlafen….

 

 

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