Socialzing

Heute werde ich E. treffen. Er ist Graphikdesigner und wir kennen uns aus dem Japanischkurs in Kitaku. Ich mochte ihn. Aber vorher fahre ich noch nach Ikebukoro. Dort war doch auch ein Hyakuenshop…

Die Sonne ist mörderisch als wir die U-Bahn zu Sunshinecity verlassen. Wir flüchten in einen Dotour und trinken Kaffee.

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Leider ist die Klimaanlage dort eingestellt, als gäbe es kein Morgen, keine Klimaerwärmungen auf Grund exsessiven  Energieverbrauchs. Wir gehen weiter. Übrigens, hier schützen sich die Menschen mit Schirmen vor der Sonne und weil „Weiß-sein“ „schön“ ist, tragen viele der Frauen Ärmel aus Stoff.

Abends treffe ich nun E. Als ich in Asakusa die Treppen zur U-Bahn hinunter laufe, höre ich ein leises Summen. Es kommt aus meinem Inneren. Ich bin hier angekommen. Alles ist gut. Sollte ich in letzter Zeit vielleicht doch nicht so entspannt gewesen sein?

Wir sind in Ebisu verabredet. Ich bin zu früh.  Als ich die Rolltreppe hoch komme, empfängt mich Rauch und sagenhafter Lärm. Es ist Karneval  at the Station.

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Wir kaufen uns Hülsen at the Combini und setzen uns auf Stiegen in der Nähe. Wir reden über Vieles. Über seine Hochzeitsfeier, bei der er in Japanisch eine Rede halten musste, die er drei Wochen in seiner Küche geübt hatte, wie schön seine Frau bei der Hochzeit war und seine Angst vor den Dingen, die in Europa passieren und so weiter. Ein sehr netter Abend.


 

Am 1.August treffe ich V., eine etwas durchgeknallte Russin, die ich last time bei einer Butoh-Lesson kennen gelernt habe. Ihr Lächeln ähnelt dem einer dieser billigen Marienstatuen, die es von Zeit zu Zeit in Ramschläden zu kaufen gibt. Auch ihr Haar ist ähnlich unordentlich. Sie ist immer noch verpeilt und schlägt einen Onsen oder Kamakura vor. Weil ich eigentlich nicht den ganzen Tag mit ihr verbringen möchte, was ich dann schlussendlich aber doch tue, entscheide ich mich für den Onsen.

„Let´s meet around 11.00 at Shinjuku!“, schreibt sie und ist gut. Shinjuku, einer der größten Bahnhöfe der Welt hat 200 Exits (!). Gut, das Treffen hat geklappt; trotzdem. Wir fahren noch ein Stück mit der Bahn, um dann in eine Shuttlebus zum Onsen umzusteigen. Der Onsen selbst – eine Mischung aus Sauna und Tröpferlbad – ist klein und im Freien. Das Wasser hat eine Farbe wie dünner Kaffee. Wir waschen uns. Eine Frau deutet uns, auf eine Plattform zu gehen. Dort ist ein quadratisches Becken. Die Frauen darin wirken ob unserer Gesellschaft nicht erfreut. Ob das am Zuwachs an Person in dem Becken lag oder daran, dass wir Gajins, weiß ich nicht. Dann wechseln von einem Becken ins andere; heiß, heißer, kalt und wieder von Vorne. In den Boden vor dem Becken mit dem kalten Wasser sind Scheiben aus Halbedelsteinen eingelassen. Es gibt einen Ruhebereich mit Tatamimatten und Decken, wo die Leute schlafen. V. schläft. Sie hat die letzten Tage viel gearbeitet. Dann gehen wir essen. Im Restaurant umspült uns eine Art Meeresrauschen. Ehrlich: ich langweile mich. Aber V. scheint glücklich oder zumindest entspannt.

V. muss zum Unterricht. Sie lernt Akupunktur. Vorher frage ich sie noch nach Butoh, Flohmärkten und Hyakuenshops. Letzteres gäbe es in der Nähe von Shinjuku at the 5th and 6th floor. Sie will mich dorthin führen. Ich dränge sie, den Unterricht nicht zu verpassen. Hab ich a Glück, sie stimmt zu und wir verabschieden uns über-schwänglich. Der Shop ist dann im 8th floor, aber er gefällt mir.

 

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Die erste Nacht, der erste Tag

Ich schlafe tief. Das Erdbeben in dieser Nacht habe ich nicht bemerkt. Die Nacht ist ruhig.

Dank sei der Zeitverschiebung…

Gegen 5 Uhr wache ich auf und glaube zuerst, dass jemand am Gang das Licht brennen hat lassen. Doch als ich das Zimmer verlasse, merke ich, das ist Tageslicht, das ins Zimmer fällt.. Unser Zimmer ist so dunkel.  Während ich Minuten später  noch überlege, ob ich jetzt schon aufstehe oder nicht, beginnt „es“ und ist nicht zu stoppen, bis ich die Batterie herausreiße. Ohayogozaimasu!

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Asakusa liegt zentral. Also machen wir uns zu Fuß auf nach Ueno, um dort einzukaufen. Leicht benommen und wohl noch dehydriert, finde ich auch an diesem Tag nicht gleich meine Orientierung und wir machen einen Umweg.

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Lost in Translation: Werbung auf einem der unzähligen Getränkeautomaten.

In einem Park an der – ich glaube Kyosobashi – machen wir Halt, Rast und sammeln, orientieren uns wieder, um dann entlang eines Flusarmes durch die Seitengassen neuerlich Ueno anzusteuern.

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Ich mag dieses Kleinklein. An vielen Stellen steht einfach so ein Topf mit etwas Grünem.

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IMG_6554 Eine Seitengasse. Man/Frau beachte bitte den sehr kreativen Umgang mit der Elektrik.

Wir sind auf dem richtigen Weg. Nach einer kurzen Visite in einem Kleidungssale in einer Seitengasse erreichen wir die Ameyayokocho. Sie liegt entlang der Bahnstrecke und ist eine Art japanischer Brunnenmarkt. Es gibt dort alles, aber vor Allem: Meeriges.

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Das Plakat hätte ich gerne. Ich mag (das) Bier. (und he, ich kann das lesen: Biru – Asahi. Sugoi!)

Den Hyakuenshop in Ueno gibt´s nicht mehr und so essen wir in einem Schnellimbiss und machen uns auf den Rückweg.

In den weitläufigen Gängen der U-Bahn ist ein gefrorener Block Wasser, der Plastikobst einschließt, aufgestellt zum Anfassen.

Zurück im Zimmer erinnert viel an eine Lobsterparade. Wir bewegen uns langsam und hatten am morgen die Sonnencreme vergessen. Abends sind wir dann wieder in Ueno. Im Park stehen die Menschen einzeln herum und starren konzentriert auf ihre Handys. Sie haben keinen oder kaum Kontakt zu einander. Sie jagen Pokemons.

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Dirty Deal

Ich hatte die Auflage, Quartiere zu finden, die Privatsphäre ermöglichen und eine Dusche/ein Bad haben. Mein persönliches Ziel darüber hinaus ist es, wenig Geld auszugeben. Und das geht auch in Tokyo zusammen. Dank der Technik habe ich mich entschlossen, den Versuch einen Eindruck von unserer ersten Station zu vermitteln, in bewegten Bildern festzuhalten. Mitte kudasai!

(coming soon)

 

 

 

 

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Nihon ni ikimasu. Hab ich schon erzählt, wir fliegen Businessclass?!

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Die Reise beginnt mit Unruhe. Also genauer gesagt, mit einer leichten Hypotonie. Denn wie vereinbart spreche ich noch drei Stunden vor der Reise bei meiner erst neulich  auserkorenen Hausärztin vor, um meine Blutdruckwerte vorzulegen.  „Warum haben sie hohen Blutdruck, junge Frau?“, fragt sie mich mit einem  breiten Zahnspangenlächeln und setzt sich neben mich im Warteraum auf einen Sessel, nachdem sie noch rasch eine ältere Dame ins Behandlungszimmer gebeten hat.

Ich zucke mit den Schultern. „Sagen Sie´s mir!“

„Sie können sich nicht entspannen!“ ist ihre Schlussfolgerung.

Nun ja, ich weiß nicht, ob ich mir jetzt gerade die Zeit nehmen möchte, mir den Wahrheitsgehalt ihrer Diagnose zu überlegen. Also danke ich brav für´s  Ärztinnenmuster gegen zu hohen Blutdruck, wünsche der Sprechstundenhilfe Frau Sommer einen schönen Sommer  und eile mich, um noch zwei dieser Adressdinger zu erwerben, die man an den Koffer hängt.

Danke Online-Checkin sind wir viel zu früh am Flughafen und langweilen uns. Die Businesslounge finden wir nicht. Wir haben auch nicht gesucht. Im Abflugbereich sammeln sich die PassagierInnen. Fast nur JapanerInnen und ich bin grantig. Ich will nicht dorthin und ihr alle nervt. Naja, mein Blutdruck ist zu hoch.

Wir fliegen Businessclass und dürfen als erste einsteigen. Gleich nach dem Abflug kommt die Chefstewardess und fragt, ob alles passt. Auch den Rest des Fluges werden wir ständig übertrieben umsorgt. Es gibt Tischtücher aus Stoff. Eine unüberschaubare Auswahl an Zeitungen, Zeitschriften, Getränken und ich weiß nicht was sonst.  Zum Abendessen gibt es nach einer Auswahl an japanischen Kleinigkeiten und grünem Tee, gebratenen Aal mit einer glibbrigen Haut, der allerdings geschmacklich zusagt. Kein Wunder ist er doch vom namentlich erwähnten Chefkoch an Board zubereitet worden. Selbiger setzte sich dann am nächsten Morgen zum Frühstück ein Hauberl auf, um wahlweise Pancakes oder Omelettes zu reichen. Nach dem Essen gibt es wieder eine reiche Auswahl an Süßem und Früchten und aus dem Boardkaffeehaus Kaffeespezialitäten. Ich nehme einen Kapuziner mit Cognac und Schlag. Hab ich noch nie getrunken. Also eine gute Gelegenheit.

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Ich kann nicht schlafen und sehe mir drei mittelmäßige Filme an. Dabei wird mir ständig etwas zu essen und zu trinken angeboten.

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Das ist kein Ausschnitt des Cockpits. Das ist lediglich die Steuerung für meinen Sitz. Bequemer als Economy ist es jedenfalls sehr.

Wir landen pünktlich gut durchgekühlt. Bereits auf der ersten Rolltreppe, die uns vom Gate wegführt, habe ich das Gefühl, eine Wärmeflasche liegt auf meinem Bauch.

Da Narita etwas entfernt von Tokyo liegt, brauchen wir dann doch drei Stunden bis zu unserem Quartier in Asakusa. Wir wohnen in einer Straße hinter den Tempeln. Übermüdet finde ich mich nicht gleich zurecht. Kann aber dieses Mal nach dem Weg fragen. Es ist heiß und alles klebt an mir.

 

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Folge dem roten Punkt. „Sumimasen……“

In Tokyo werden Adressen anders strukturiert als in Österreich. Beim letzten Mal war mir Alles klar. Doch Mensch vergisst. So stehen wir etwas unsicher vor der richtigen Adresse. Ein schmales hohes Haus, das mir seine Hendeltreppe offeriert, dürfte es sein. Ich erklimme den ersten Stock, vorbei an mehreren vollgestopften Müllkübeln, öffne eine Tür auf der „Office“ steht. „Sumimasen“. Keine Antwort aus dem Raum, der mich zuallerst mit einer speckigen Kochnische empfängt. Also in den nächsten Stock. „Sumimasen“. Ein ähnliches Bild. Ich höre etwas im Eingangsbereich und gehe zurück hinunter. Dann zeigt uns ein junger Mann wie der Müll zu trennen ist, wo wir den Aufzug (!) finden und ja, auch unser Zimmer. Mit Stockbett, indirektem Licht, ohne Schuhe zu betreten, aber mit Klimaanlage. Okaerinasai.

Nach dem Check-in machen wir eine kleine Runde, auch um etwas zu  essen und vor allem zu trinken zu kaufen. Dabei versuchen wir den Werbungen für TouristInnen zu entgehen. Von Rikschafahrern. Schon allein wegen dem Namen.

In der Nähe kommen wir an einem Supa (=Supermarkt) vorbei.

„Sumimasen. Nomimono wa doko ni desu ka.“ „2nd Floor“

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Das ist alles BIER. Ein gutes Land.

 

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wieder hier

…wieder hier

Berliner Mauer

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First we take Manhattan, then we take Berlin

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Am letzten Tag gehöre ich der Stadt und sammle bei recht angenehmen Wetter Eindrücke und Selfies dieser Stadt. Ich freue mich darauf wieder zu kommen, Currywurst zu essen und etwas neues zu entdecken. Ja Mata, doitsu.

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texture

Die Dubliner Mädels takeln sich’s abends gerne auf – das ganze Programm und wuseln um mich herum. (Muss wohl das rauhe Klima der Gegend dort sein, dass alle von denen mindestens zwei Köpfe kleiner sind als ich.) Gewohnt autoritär spreche ich eine von ihnen im Waschraum an. „Will you do me a favour?“ Ich will, dass sie die Tür leise schließen und überhaupt.

Auf ihre Feier bin ich mit Bier im Blut vorbereitet und ich schlafe gut. (Ich fürchte,dass ich schnarche…)

Morgens beschließe ich die erste Stunde Training ausfallen zu lassen. Seisaku fordert mit seinen vielen Bildern ohnehin meine restliche Energie. Im Waschraum treffe ich die Finnin. Sie spricht mit sich selbst. Glücklicherweise in angenehmer Lautstärke und vor Allem in Finnisch.

Das Training startet mit einer Bubble. You are the sureface of your bubble. You are moved. Kleine Fische. Spürt das Gewicht eines Körpers auf euren Schultern. Da die Übung nicht so ganz aufgeht, lassen sie uns einander an den Hosenbeinen zurückhalten. Keep the feeling. Deas Gesicht malt ein Bild; dem Finger folgend….
Aber dann wurde es richtig spannend. Today it is about texture. Seisaku kommt mit vertrockneten Pflanzen und läßt uns das Geräusch spüren, das entsteht, während er Zweige zerbricht. Dann shinbun, jede von uns bekommt einen Bogen Zeitungspapier, um das Geräusch zu erforschen. Dann werden wir einzeln von der ganzen Gruppe mit Zeitungspapier „bearbeitet“. Es fühlt sich an, als würden Ameisen mich davontragen. Dann sind wir die Zeitung. Nichts denken. Tanzen. Dann sind wir Lehm, aus Lehm heraus. Wir werden an die Wand geschleudert und werden vermalt. Actiondancing. Wir haben Löwenzahn in den Kniekehlen, unter dem Kinn und in den Ellbogen. Löwenzahnsamen wachsen aus unseren Poren. Dann ist alles wieder einmal voller Haare und später werden wir an Fäden gezogen durch den Raum bewegt. Alles ohne Bewusstsein.

Nach dem Training trage ich die restlichen Flyer aus und finde zufällig den Curryladen meines Vertrauens. „Manche Leute glauben, Sie leben gesund, wenn sie beim drive-in-Schalter den Motor abstellen.“

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ants are eating your soul

Die Nacht war eher mühsam. Fünf Mädels aus Dublin moved in und die Tür ging ständig auf und zu. Meine Bekanntschaft des Abends: eine finnische Künstlerin, die seit Jänner hier ist und Berlin nicht mag. Ihre Optik erinnert an die einer Alkoholikerin: rot geschrubbtes Gesicht und die Haare sind sorgfältig nach hinten gekämmt. Ohne das ich Widerstand leisten hätte können, schreibt sie mir ihre Homepage auf. Ich danke höflich. Überhaupt dürfte die Wärme die restlichen Freaks des Hostels aus den Matratzen treiben. Morgens gegen 8Uhr treffe ich die Finnin in der Küche. Als sie geht, stürmt Jango Edwards den Raum und überzieht mich mit einem Schwall an Fragen. Wie Clowns so sind, aggressiv und missgünstig, entkommen ich ihm auch nicht, als ich ihm deute,dass mein Mund voll ist. Als ich schließlich, Pardon sage: „Ah, German!“ „Also bitte!“

Im Training gehen Blitze durch unsere Körper. Wir werden von Schmerzen bewegt. Jmd sticht mit einer Nadel links oder rechts in das Ohr. Zahnschmerzen abwechselnd links und rechts bewegen uns durch den Raum. Ein Tintenfass trifft uns an der Schläfe und die Tinte spritzt über unseren Körper. Seisaku ist echt krank. 🙂

Dann sind’s Insekten. Insekten auf dem Arm, dem Rücken, der Fußsohle bis zum Bein und vom Hals über die Brust. Insekten im Anus, unter dem Kinn, in den Ellbogen, zwischen den Fingern und Kniekehlen.Insekten all over. Wir werden aufgefressen. Insekten fressen uns, das Universum und alles andere auch. Sie fressen unsere Augenbälle. Wir sind gehüllt in Insekten….

Ich bin geschafft.

Etwas benommen lasse ich mich durch Berlin treiben und suche pflichtbewusst jene Buchhandlungen auf, in denen ich Nachrichten zustellen soll.

Plattenfriedhof

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Miru

Hostels sind voller Freaks. Gestern saß ich in der Küche. Ebenfalls zugegen ein russischer Mann, der seiner Uhr bearbeitete und mich hin und wieder anstarrte. Zwischendurch sprang er auf, lief aus dem Raum, um unmittelbar zurück zu kehren….

Heute bin ich zickig – dance it very little.very big.

Was will sie von mir?

Der Boden ist unappetitlich schmutzig und ich mag mich nicht liegend entspannen und dabei fremde Haare  einatmen.

Heute ist alles SEHEN – Miru.

Ein großes Auge über mir, eine bossy person. beobachtet mich von hinten.Ich soll Angst haben.

Nun bist du nackt und unter dir sind viele Augen – Bitte nicht die Beine schließen.

Jetzt auf einer Bühne die Augen des Publikums im Rücken und abschließend ein Polizist, der mich perlustriert.

Wir schließen damit, dass unsere Haut sieht. Augen sind an jeder Körperstelle möglich. Ich sehe mit dem Handrücken, dem Knie, dem Bauch, dem Rücken und der Schulter; mich und andere.

In einer Pause kommt die Organisatorin zu mir. „Du kommst aus Österreich? Kennst du Mario, die kommt immer wieder zu Minako Seki.“ „Österreich ist schon klein. Aber so klein auch wieder nicht. :-)“

Nach dem Training kommt Yuri zu mir. Seisaku says you are getting better. You are an excellent dancer. :-))) Domo arrigato gozaimashita…

…und so wird der Tag sonnig; Innen wie Außen.

Der Workshop hätte dir gut getan….

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Alles eine Sache der Übung

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Heute war die erste Trainingsstunde. Der Tanzsaal ist in einem unverputzten Betonblock , der im Garten einer renovierungsbedürftigen Jugendstilvilla in Pankow steht. Als ich in die Straße einbiege, erkenne ich Yuri und Seisaku vor mir. Sie scheinen sich nicht an mich zu erinnern. Macht nichts.

„Sorry, maybe we know each other…?““Ya, from Tokyo. I came with yumiko“.

Sie sind erst um 3 Uhr ins Bett gekommen.

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Der Saal sieht am Foto besser aus, als in real; der Boden ist schmutzig. Die Bodentiefen Fenster geben den Blick frei in einen ungepflegten Garten und die Dächer der Nachbarschaft „Bremsenpflege“. Wahrscheinlich bucht und zahlt man bei Tanzworkshops ohnehin vor Allem die Aussicht. 13 Personen nehmen am Training teil. Davon 3 Quotenmänner. Nein, werter Herr Magister, ich bin definitiv auch gegen kurze Hosen bei Männern!

„…this is seisaku. He learned Butoh from Tatsumi Hijikata. Do you know the name? He was the founder“. Ich zucke leicht zusammen und denke an Min Tanaka „Butoh ist tot.“

Das Wichtigste sei, dass der Körper leer ist, um ihn mit anderem zu füllen. Z.B. einem Paket Taschentücher. Wir werden wie schon in Tokyo an verschiedenen Punkten des Körpers aus gezogen. Dieses Mal mit Wollfäden. Wir ziehen Fäden, wie fragile Spinnenfäden. Wir sind mit Rauch gefüllt und von Dampf umgeben. Aus dem Dampf heraus, spinnen wir wiederum Fäden.

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