Tokyo – Anfang und Endpunkt

Die letzte Woche in Tokyo plätschert so dahin. Auch, weil mich die Unfallverletzungen etwas einschränken. So bin ich z.B. bei unserem Ausflug nach Kamakura sehr müde.

Trotzdem war der Ausflug schön. Am schwarzen Strand umspült das Meerwasser die Füße, endlich den großen Buddha von Innen zu sehen  (am Tempelgelände sind PokémonjägerInnen unerwünscht) und schließlich in einem Antiquariat eine Zeichnung von Kamakura von einem gelangweilten Buchhändler zu erwerben, der uns während unserer Stöberei im Laden nicht eines Blickes würdigte; die wirklich interessanten Werke können die eh nicht lesen oder so…

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Dann besuchen wir neben vielen Daisos und Hyakuenläden auch einen Flohmarkt, der leider nicht einmal ein interessantes Fotosujet bietet.

Ich treffe an einem der Tage N. wieder. Das Baby ist wieder gesund, mag mich aber immer noch nicht so recht und mein blaulilafärbiges Gesicht macht´s nicht besser, obwohl ich der Kleinen einen Folder zum Verspeisen opfere. N. hat ein Geschenk für eine japanische Freundin in Wien. Sie kocht mir eine japanische Gemüsesuppe mit Gobo, Rettich und Fleisch und noch anderes.

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Wir essen viel, reden über die Reise, über Babys und über die Zeit in Wien. „Es sind jetzt vier Jahre her?!“, sagt sie, „Aber als ich dich bei der Metro getroffen habe, war es, als wäre keine Zeit vergangen.“ Am Tisch stehen zwei Boxen mit Taschentüchern.

Am frühen Nachmittag bin ich mit P. in Komagome verabredet.

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Dort liegt der Rikugienkoen, einer der wichtigsten Wandelgärten, der in der Edozeit angelegt wurde. (Siehe auch den Koen in Kanazawa) Es ist ein Wiederbesuch. Ehrlich im Winter hat er mir besser gefallen. Vielleicht auch weil mich Gelsen ab einem gewissen Zeitpunkt nervös machen. Aber einen Besuch ist dieser Park jedenfalls Wert.

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Die restlichen Tage lassen wir uns so durch die Stadt treiben. Gehen in Kapabashi auf erfolglose Geschirrjagd, essen in Ikebukuro im „Lunchpepper“ oder „Pepper lunch“ Steaks und finden auf einem Flohmarkt in Shinjuku doch noch etwas: Einen Fächer, von dem ich nicht ganz sicher bin, ob er ein Tanzfächer ist. (An diesem Tag glaube ich war es auch, dass wir den Rekord von vier Hyakuenshops erreicht haben.)

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Ja, und in Oji waren wir natürlich auch noch einmal. Am Vorplatz trommelt eine Frauengruppen leidenschaftlich und mitreißend.

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Im Obergeschoss über dem Supermarkt liegt eine Bowlinghalle und eine Spielhölle inklusive zweier Karaokekabinen.Eine ist (leider) frei.

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Eine Runde Patchinko habe ich ob des traumatischen Gesangserlebnisses und des hohen Einsatz am letzten Tag nicht mehr geschafft. Aber ich muss mir noch etwas für den nächsten Besuch aufsparen.

 

 

 

 

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Kanazawa – crime scene

 

Einer Empfehlung einer japanischen Bekannten nach, machen wir uns frühmorgens auf in die Stadt Kanazawa. Laut Fahrplan brauchen wir bis zur Osaka Station mit der U-Bahn nur 15min, aber wir fahren ja nicht Metro, sondern JR und da finde ich keine Zeitangaben. Also schätzen wir grob, geben noch einen Zeitpuffer dazu und lassen den Wecker um 7Uhr 30min läuten. Warum auch immer verlieren wir beim Aufbruch Zeit und es gilt, sich zu eilen. Als wir den Kasten verlassen. empfängt uns gleich einmal wieder diese Hitze; nicht sehr angenehm. Überraschenderweise gibt P. das Tempo vor, als hätte er den Pfefferstreuer, den wir seit Tokyo im Gepäck habe, mangels Alternativen im Popo. Muss ich mir für andere Gelegenheit merken.

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(Figur auf einem riesigen Postkastl in der Bahnhofshalle)

Wir kommen um 12Uhr in Kanazawa an und ich suche zu aller erst das Tourimuscenter auf, um Infos zu bekommen. „May I ask you, where are you from?“ „Ostorija-jin desu, Wien.“ “ Ah, Uien! Beethoven“ Naja, der war zwar Deutscher, aber macht auch nichts.

Wahrscheinlich auf der Bahnhofstoilette oder bereits im Zug haben wir uns mit einer sehr gefährlichen Tourismusinfektion angesteckt, die dazu führt, dass praktisches Alltagswissen im Gehirn nicht mehr abgerufen wird. Keine Einheimische, wo auch immer, geht bei strahlender Sonne, ca. 35 Grad im Schatten zu Mittag freiwillig hinaus. Ich täte es normalerweise auch nicht. Aber hier machen wir uns zu Fuß auf den Weg, um mit einer mangelhaften Karte, in einer fremden Stadt unser Quartier zu finden. Als Ausrede muss herhalten, dass der nächste Bus erst um 16Uhr30min fährt und man für den Weg zu Fuß gerade einmal 25min brauchen sollte. (Wenn man allerdings weiß wohin.) Wir scheitern und stranden in einem Combini irgendwo mit Sitzgelegenheit, der gerade Eröffnung oder so etwas Ähnliches feiert. Bei jeder Runde Kaffee bzw. Wasser bekommen wir eine Flasche Spülmittel geschenkt. Wir geben schließlich auf und kehren zur Station zurück. Dort scheitere ich an den hilfsbereiten Damen im Tourismuscenter mit meiner Frage nach einem vollständigeren Stadtplan, auch im Buchgeschäft gibt´s leider nur eine sehr klein gedruckte japanische Variante mit Kanji und die kann ich noch nicht. Also doch auf den Bus warten. Im Bus gibt es keine Anzeige und eher durch Zufall hören wir den Namen oder so etwas Ähnliches unserer Station. Ich drehe mich zum Kind hinter mir um und hole mir die Bestätigung, dass wir hier raus müssen und wir stürzen aus dem Bus. Dann stehen wir auf einer kleinen Straße im Irgendwo. Kein Straßenschild, keine Nummern. Ich finde einen Einheimischen und frage nach dem Weg.

 

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Es ist niemand zu Haus als wir kommen, aber alles gut beschriftet und so finden wir nach kurzer Suche unseren Raum. Er liegt im ersten Stock und ist durch einen schmalen Gang hindurch über eine steile Hendltreppe zu erreichen, deren Treppenansatz aus einem wackeligen Brettlprovisorium mit Absturzpotential – in der Hausskizze mit „Danger“ vermerkt – besteht.

Eigentlich der Ort für das perfekte Verbrechen. Mit einem beherzten Stoß ließe sich meine LebensabschnittepartnerInnenschaft (was  für ein Wort!) straffrei beenden. Aber ich nehme dann doch Abstand von dieser Tat; aus vielerlei Gründen: U.a. hätte ich ja nur einen Versuch und a schene Leich gebe das sicher auch nicht.

Wir deponieren unsere Sachen und machen uns auf, etwas Essbares zu suchen. Der Vermieter verborgt Fahrräder. Im Vorraum hängt dazu ein Plakat mit gezeichneten Fahrräder; unter jeder Zeichnung steht die Farbe des Fahrrads und darüber die Nummer des Schlosses. Wir wählen das pinke Fahrrad und das beige. Die Schlossnummern passen zum grauen und zum weißen.

Nachbarschaft: Ich weiß nicht, ob die Zeichen unter dem Lächler seinen Namen bedeutet, seinen Bezirk, seine Partei oder sein Programm, jedenfalls steht da „Hase“.

Dort wo wir wohnen scheint eine reine Wohngegend zu sein. Die Stadt beginnt erst auf der Ostseite des Bahnhofs und dort steppt auch nicht gerade der Koi. Wir fahren einfach so in der Gegend herum, finden aber kein Lokal, das uns anspricht. Also essen wir im Shoppingtempel, der an den Bahnhof grenzt, kaufen noch etwas zu trinken und fahren zurück. Inzwischen ist das Haus belebt. Im Wohnzimmer sitzt der Vermieter und eine junge Frau aus Deutschland. Die Situation ist seltsam und nach Austausch von ein paar Höflichkeiten ziehen wir uns zurück.

Kanazawa ist schön und es ist nicht so touristisch wie Kyoto, wo man entweder für alles zahlt oder es nicht betreten darf. Wir machen uns auf zum Sightseeing. Erfreulicherweise sind in Kanazawa alle sogenannten Sehenswürdigkeiten in einem Radius von 2km zu finden; sehr angenehm. Außerdem fahren wir Rad.

Wir fahren bis zum Bahnhof und dann weiter nach Osten bis zum Omi-cho Market, einem überdachten Lebensmittelmarkt, auf dem viel Meeriges angeboten wird.

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(Die Plastikschüssel, die von der Decke hängt, ist die Kassa des Händlers. Das schien mir abbildenswert.)

Wir parken unsere Fahrräder vorschriftsmäßig und machen uns zu Fuß auf zum Castle. Der Park, der den Nachbau umgibt, ist groß und fast menschenleer. Auch die Burg selbst ist dankenswerterweise nicht überlaufen. Nicht für jeden Teil der Ausstellung muss man zahlen, u.a. nicht für die Schießscharten, für die in Kyoto extra Geld verlangt wurde.

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(Kanazawa Castlepark)

(Eines der Burgtore)

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Ein Nachbau müsste doch viel eher das Gefühl seiner Zeit vermitteln können. Einziger Wermutstropfen hier in Kanazawa: Die sichtbaren Kreuzschrauben in den Bodenbrettern.

Die Treppen in der Burg waren im Übrigen noch steiler, als die in unserer Unterkunft.

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Dort wo´s grün ist, standen Jene, denen Welche Steine auf die Köpfe warfen, um sie zu verhindern.

(Blick von der Burg auf die Stadt.)

Nach dem Castle ist unser Ziel der Kenroku-en Garten. Wir haben ein Kombiticket.

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Nach dem vielen Grün stand das Noh-Museum auf dem Plan. Aber auf dem Weg dorthin, verlor sich die Motivation und wir wollten nur noch essen und trinken. Also ging´s durch den Schloss-/Burg-/Castlepark zurück zum Market. Dort fanden wir aber nichts Passendes und durch einen Regenschauer hindurch steuerten wir nach einem Lebensmitteleinkauf im Bahnhof wieder unser Quartier an. Unsere Mitbewohnerin war da. Sie kommt aus Stuttgart, studiert Flugzeuge und Satelliten zu programmieren und hilft hier ein wenig mit oder so.

Ich weiß nicht, ob hier die Gött_innen die Bestrafung von Sünden strenger nehmen als anderswo und meine verbalen Ausführungen eines mehr als fiktiven Gattenmords missfiel oder ob ich hätte mit dem Wünschen vorsichtiger sein, als ich meinte, diese Reise wäre ein wenig langweilig. Das Spektakel wurde mir geliefert. Aber alles der Reihe nach: Wir reisen am nächsten Tag ab und mir fehlt für meine legendären Bentoboxen eine Sättigungsbeilage wie es in der Küchensprache heißt.

Ein Supermarkt soll nahe sein. Also schwinge ich mich auf eines der Fahrräder. An der Kreuzung stapft mir die Deutsche entgegen, nimmt mich aber nicht wahr.

Bis zum Supermarkt bin ich nicht mehr gekommen, aber wo ich war weiß ich nicht mehr. Verschwommen glaube ich vor meinem geistigen Augen zu sehen, wie ich in ein Loch in der Straße fahre. Ich habe an den Unfall keine Erinnerung. Mein erster Eindruck danach ist, dass ich das Fahrrad schiebe und orientierungslos bin. Wo habe ich P. verloren? Sucht er mich? Ich rufe in die Nacht hinein seinen Namen. Dann versichere ich mich, dass man hier sicher auch gut aufgehoben ist, wenn man verloren geht und fahre(?) weiter. Mir dämmert, dass P. im Haus ist. Irgendwie komme ich zurück. Irgendwie ziehe ich ordentlich meine Schuhe im Vorraum aus. Die Deutsche sitzt am Tisch.“Ich hatte einen Unfall.“ Irgendwie komme ich in die Dusche und dusche ewig, bis kein Blut mehr aus meiner Nase, von meiner Augenbraue und von meinem Kinn läuft. Meine Schulter schmerzt. Am nächsten Tag offenbart sich das Ausmaß der Schäden. Hier der Beleg.

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Das Fotos ist vom nächsten Morgen, als wir in der  „German Bakery“ frühstücken. Ich entscheide mich für ein Vegetableweckerl. Das hat dann doch auch Wurst drauf. Vielleicht ist ja der Hinweis „Vegetable“ als Warnung zu verstehen. Das Essen fällt mir schwer.

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Osaka – 2nd time, 2nd try

Wir sind aus Kyoto zurück und ich bin willens meiner guten Beziehung zu dieser Stadt noch eine Chance zu geben. Denn meine ersten Eindrücke vor ca. Woche habe ich so zusammen gefasst: Osaka ist wie Tokyo ohne Sights und mit lauter Menschen, die gerade an diesem Tag keinen guten Tag haben. Diesen Eindruck muss ich ändern.

Aber wer Pech hat, hat Glück auch keines und so wohnen wir wieder im Kasten. Wenigstens finden wir ihn dieses Mal gleich. Nachdem wir unsere Sachen abgelegt haben, machen wir uns auf den Rückweg zum Nambawalk, um dort zu essen. Wir nehmen bewusst einen Umweg, um in den Seitengassen Neues zu sehen und gehen durch eine kleine Straße, in der einige Läden für Verstärker ihre Geräte anbieten. Aus einem kommt eine sehr dichte angenehme Klangwolke mit Jazz. Sehr nett.

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Dann haben wir auch schon den whole sale market erreicht. Hier werden Märkten in

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to be continued

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Kyoto: Route „Please Keep out“

Neues Spiel, neues Glück. Wir verlassen den Kasten in Osaka gegen 10Uhr. Nach einem etwas nervigen Gefummel am Schlüsselkasten steuern wir zügig den Nambawalk an, um dort ausgiebig zu frühstücken und vor allem im Internet zu tun. Denn die Fahrt nach Kyoto dauert nur 30min und der Check-in dort ist erst nach 15Uhr. Wir finden eine Bäckerei, die zwar für unsere Verhältnisse vor Ort nicht gerade günstig ist, aber sehr gut. Toast mit Ei (warm), Kaffee und anderes machen die nächsten 1 1/2 Std. mehr als erträglich.

Gegen 14Uhr fahren wir nach Shin-Osaka und steigen statt in den Shinkasen schließlich in einen JR Rapid ein. Nun, die Fahrt dauert statt 15min halt 26min, aber das ist mehr als verkraftbar.

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Wir sind at Kyoto Station. Ich versorge uns mit Touristinformation und wir fahren mit dem Bus weiter zu unserer Unterkunft. Unser Vermieter hier hat alles sehr genau beschrieben und erfreulicherweise im Netz sehr gute Bewertungen und so finden wir unsere Bleibe ohne Irrungen.

Wir wohnen in einer Tatamiwohnung im 6F. Blöd nur, das der Aufzug kaputt ist. Es gibt hier in drei Etagen „Zimmer“. Auf jeder Etage sind acht Einheit. Eine davon wird als Gemeinschaftsdusche oder Küche genutzt. Ist wohl ein herunter gekommenes Wohnhaus. Die Türen sind aus Metall und es ist staubig.

Ich wüsste gerne mehr über die Menschen, die hier gelebt haben. Aber es bieten sich keinerlei Hinweise. Schade irgendwie. Am Abend bildet der etwas zu sehr inszenierte Sex von zwei jungen Deutschen deren Höhepunkt des Tages. Die Wände sind hier dünn. Nach dem „Einchecken gehen wir die Straße entlang, um noch eine Kleinigkeit zu essen. Wir wohnen nahe dem goldenen Pavillon, einer sehr bekannten Sehenswürdigkeit hier. Aber das gibt´s morgen. Denn hier tut sich erst ab 9 Uhr Vormittag etwas (nicht, dass ich um die Zeit schon was tun wollte), aber dafür ist dann auch gegen 17 Uhr schon wieder Schluss. (Also täte ich, wenn möglich ja doch früher…)

Am nächsten Morgen starten wir los zum Kinkaku-ji (jap. 金閣寺, dt. „GoldenerPavillon-Tempel“). Er liegt wirklich um´s Eck. Allerdings wissen wir gar nicht so genau, auf was wir hinsteuern und der Grad der Absurdität wächst, je stärker uns der Strom an Tourist_innen mitzieht. So beschließen wir am Eingang umzukehren. Erst einmal recherchieren.

Durch Nebenstraßen, in denen kleine Geschäfte so die alltäglichen Dinge anbieten, gehen wir zum Palast. Es ist interessanter, am Leben einer Stadt – zumindest peripher- teilhaben zu dürfen, als ihre Reliquien zu fotografieren.

 

(To be continued)

 

 

 

 

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Shirahama – ein Tag am Strand

Wir pfeifen auf Sightseeing. Ist ohnehin zu heiß für alles. Außerdem möchte P. an den Strand. So fahren wir ca. 2Std. mit dem JR nach Shirahama. Den Strand hat uns die deutsche Orientierungshilfe vom ersten Tag empfohlen.

Ein Einschub: Hier trinken alle leidenschaftlich gerne „Ice kohi“ Eiskaffee. Aber nicht das, was wir darunter verstehen: mit Vanilleeis und viel Schlag. Hier ist es Kaffee mit Eiswürfel. Etwas halbherzig hatte ich vor, das auch zu probieren.

Wir müssen in Tennoji umsteigen und haben zwischen den Zügen Zeit – für Kaffee. Der Bahnhof ist laut und mein Wunsch nach einem heißen Kaffee zu dieser Jahreszeit unüblich bis unverständlich und so habe ich rascher als ich Widerstand leisten kann, einen Becher mit Eiswürfel in der Hand und den Hinweis, wo ich am Automat drücken muss. Na gut, dann ist es eben jetzt. Dann trinken wir „Ice kohi“. War gut.

Am Bahnhof in Shirahama werden alle TouristInnen professionell eingewiesen, denn zum Strand muss man noch ein Stück mit dem Bus fahren.

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Der Strandabschnitte ist kurz und auch das „Zu-weit-hinausschwimmen“ ist nicht erlaubt.

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Ich bade das zweite Mal in meinem Leben im Meer. Das letzte Mal war vor mehr als 25 Jahren in Kroatien. Das Wasser ist warm, sogar für mein stets erfrorenes Gemüt und einigermaßen sauber. Der Dresscode hier lässt das Burkaverbot an anderen Stränden absurd erscheinen. Her gehen Männer wie Frauen teilweise mit Ganzkörperbekleidung ins Wasser. Außerdem scheint es, dass viele der Erwachsenen nicht schwimmen können. (Oder Schwimmreifen sind der letzte Schrei.) Es wird Wasserball gespielt und Fische gefangen, die dann in kleinen Behältern am Strand ihren Hitzekollaps erwarten.

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Ich plantsche ein wenig zur Abkühlung und bereite einen leichten Sonnenbrand vor. Dann möchte ich gerne ein Souvenir. Ich finde einen gelben Gummiring, einen Zigarettenstummel, ein Plastiksackerl und für einen Moment einen Schwarm kleiner Fische, aber keine Muschel. Alles weggefischt oder abgemuschelt.

Nach ca. 1 Std. brechen wir wieder auf. Duschen das Meerwasser vom Körper und schüttelt aus allem den Sand. Dann laufen wir zum Bus. In der Station stürme ich mit anderen Badenden das kleine Kiosk, kaufe Onigiri, Bier und was zum Knabbern, Tintenfisch,  für die Rückfahrt. Ich bin angenehm müde und das Bier tut sein Übriges. Ein netter Tag.

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Am Abend hoffen wir die Freundin einer Bekannten aus Wien treffen zu können, um ihr Schokolade und Salami übergeben zu können. Sie spricht kein Englisch. Ich versuche mich mit ihr um 20 Uhr im Nambawalk zu verabreden. Sie will um 19.30 zu uns kommen. Naja.

Es klappt und ich nehme sie mit in den Kasten. Irgendwie eine verkrampfte Situation. Sie bringt uns ein Handtuch als Geschenk. Ich bin irritiert. Wir tauschen hektisch die Geschenke aus und schon ist sie wieder weg. Wir müssen noch packen. Morgen geht´s nach Kyoto.

 

 

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Nambawalk

Am ersten Tag in Osaka machen wir uns erst einmal auf zum Tourismuscenter. Das war zwar für den Vortag geplant, aber die Odyssee hat´s verhindert. Es ist heiß und bis zur Subwaystation dauert es wirklich 20min, wie eine Vormieterin geschrieben hat. Dort entdecken wir den Nambawalk. Eine unterirdische Einkaufsstraße, die eine JR Station und eine größere Subwaystation miteinander verbindet. Sie ist angenehm gekühlt.

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In zwei parallel laufenden Gängen bieten viele Geschäfte diverse Begehrlichkeiten an und dazwischen gibt´s Cafés und Restaurants.

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Größere Verbindungsgänge sind thematisch gewidmet. So gibt es einen Forestpark, in dem von Zeit zu Zeit auf den Boden zwischen (im Nachhinhein erkenntlichen) Baumstilisierungen Blumen projiziert werden oder einen Walpark.

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Wir wollen Kaffee und irgendeine Begleitung. Im Café wird die Bedienung am Nebentisch genervt lauter, als sie einem chinesischen Mann seine Bestellung oder Rechnung erklärt. Sind ChinesInnen die unangenehm auffallenden AmerikanerInnen Asiens? oder ist die Bedienung unhöflich, wie man es Menschen in Osaka nachsagt?

Wir fahren nach einem kalten hartgekochtem Ei, einem pizzaähnlichem Toast, Minihotdogs und ganz passablem Kaffee nach Osakastation zur Touristinformation. Die nette Dame dort empfiehlt uns das eine und andere. Unter anderem eine weitere Einkaufsstraße. die uns das typische Leben in Osaka erleben lässt. Also wir dorthin. Die Preise der unterschiedlichsten Waren lassen darauf schließen, dass das hier nicht (nur) für TouristInnen veranstaltet wird.  Wir drehen ein paar Runden. Es regnet leicht. Aber Abkühlung bringt das keine und wir kehren zum Essen in den Nambawalk zurück. Dort wählen wir ein Bierlokal, wo wir Beef essen. Uns gegenüber sitzt ein bereits angetrunkener Mann und eine Frau, die sich Mühe gibt (ihm) zu gefallen, obwohl er sie trotz scheinbar angeregter Unterhaltung, keines Blickes würdigt. Das Essen ist gut und als ich zahle sage ich brav „Gochisosama deshita“. D.h. „Danke für das gute Essen. Ob es daran lag, dass uns der Kellner bis zur Tür nachging und sich nochmals verbeugte?

Am Rückweg kaufe ich in einem heruntergekommenen Laden, der an einen Restpostenmarkt oder einen Pfandleiher bei uns erinnert, ein T-Shirt mit – ich denke – einem Darsteller aus einem Historienschinken um wohlfeile 298Yen. Dann ist der Tag vorbei.

Der vermeintliche Fernsehdarsteller stellt sich als der japanische Samurai Ryoma Sakamoto heraus, der als Wegbereiter der 1868 erfolgten Meiji-Restauration gilt.

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Osaka – kein guter Start

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Als ich aus dem Zug steige, werde ich von der Hitze in Sekunden umschlossen, wie Honig eine leichtsinnige Fliege umschließt. Zum Glück sind die Subways klimatisiert. Nach Sapporo, wo ich die Menschen zwar uns gegenüber, aber nicht untereinander als hilfsbereit erlebt habe, als zum Beispiel ein Blinder sich lautstark bemerkbar machend in die Metro stieg und niemand – schon gar nicht Jene, die die Sitze, die für ihn gewidmet waren, besetzt hatten – ein Ohrwaschl rührte, um ihm einen leeren Platz zu weisen, bekam nun auch hier in Osaka mein positives Image der respektvollen JapanerInnen einen Schädigung ab. Vielleicht ist das ja gar nicht das Land des Lächelns, vielleicht zeigen sie nur alle die Zähne. Nun, ich versuche dennoch einzelne Erlebnisse nicht zu generalisieren…

Ein Einschub: Um nicht für jede Destination einen Stadtplan kaufen zu müssen und weil das mit einer entsprechenden App-Installation nicht geklappt hat, habe ich mir die jeweilige Adresse und Hinweise zur Anfahrt ausgedruckt. Also fahren wir nach Nazaki Station. Dort werden wir gleich einmal von einem ambitionierten Pensionisten geholfen, der sofort abwinkt bei der Adresse. Ist ganz wo anders! Wenn wir beide wüssten, wie recht er hat. Ich aber bin überzeugt von meinem Anfahrtsplan und so machen wir uns auf die Suche. Er spricht kaum Englisch und wir versuchen Höflichkeiten auszutauschen. Am Berg dann fragt er einen kleinen alten Mann am Moped, der darauf hin mit Helm zu seinem Haus hochläuft, um etwas zu holen. Mir wird´s peinlich. Er kommt mit einem Plan zurück. Es wird diskutiert und wir werden zum Tee eingeladen. Der kleine Mann übergibt uns seiner Frau. Wir trinken Tee während unser Guide sich zwischen den Verbeugungen den Schweiß von der Stirn wischt. Der kleine Mann kommt zurück und hat die Idee, uns zu zwei AmerikanerInnen zu bringen. Wir gehen weiter den Berg hinauf. Die AmerikanerInnen sind Deutsche auf „working holyday“. Unser Guide verabschiedet sich. Nach weiteren Rundreise durch die Häuserzeilen am Berg, bei der die Gelsen großen Gefallen an uns finden, kehren wir zum Haus der Deutschen zurück. Wir haben den gleichen Vermieter und nach einer Recherche im Netz, einem Telefonat und Tipps für die beste Anfahrt, verlassen wir, noch an der Tür angeregt plaudernd, das Haus und das Viertel. Ich habe zur richtigen Adresse, die falsche Anfahrt ausgedruckt. Wie auch immer, darüber kann ich nur spekulieren.

Es ist bereits dunkel, als wir im richtigen Stadtteil das richtige Vierteil finden. Japanische Adressen sind anders und so umrunde ich den Block zwei oder drei Mal bevor ich unter einem Schaltkasten im Finstern die Hausnummer finde. Das ist ein Firmengebäude. Im Eingangsbereich soll der keycase sein. Wieder suche ich. Probiere mit dem Code alle Postfächer durch.Die  Hitze und die lange Reise zeigt ihre Wirkung. Neben dem Haus gibt es Sitzgelegenheit; selten in Japan. Ich lasse P. das Gepäck und suche weiter nach dem Schlüsselkasten. Schließlich finde ich ihn, im Halbdunkel an einem Rohr. Hurra. Im Internet stand etwas vom 3F, oder?! Also fahren wir in einem kleinen stickigen Aufzug hinauf.

In der Etage hat es gleich einmal fünf Grad mehr und die Luft steht. Trotz mehrmaligem Probieren: Der Schlüssel passt nirgends. Zum Glück ist das Internetpasswort an der Wand  angeschrieben. Ich rufe neuerlich die Infoseite auf. „See the Pictures“ Welche Bilder? Die Usability von „airbandb“ ist mit meinem Verständnis nicht kompatible. P. muss aus dem Haus. Die Luft ist unerträglich. Ich suche weiter. Gehe von Etage zu Etage, treffe einen Mitarbeiter der Firma, der mich nicht versteht und ich ihn nicht. Suche weiter. Suche die Telefonnummer. Schreibe ein Email. Wieder hinunter. Am Eck ist ein Supermarkt. Ich hole Wasser und Saft. He, da gibt es eine Art klimatisierten Warteraum. Ich hole P. und das Gepäck. Hier ist es besser warten. Der Markt schließt um 20Uhr. Zurück ins Haus. Vielleicht hat der Vermieter geantwortet. Nein. Zurück zum Markt. Was ist bei der Nummer die Vorwahl. Wieder zurück ins Haus. Dort hab ich W-LAN. +81 ist die die  Vorwahl von Osaka. Geht trotzdem nicht. Eine weibliche Stimme sagt mir wohl, die Nummer ist unbekannt. Ich spreche eine junge Frau an und frage nach der Vorwahl. Dann geht’s. Ist wohl ein Handy. Ich erreiche jemanden, die mir etwas von einem zweiten keyhole und it´s covered erzählt und das ja alles genau auf den Bildern zu sehen ist. Langsam werde ich grantig. Ok, ich suche weiter und melde  mich ggf. nochmals. Zurück in die Etage. Alles durchprobiert. Ich finde unser „Zimmer“. Welch ein Triumph! (Na der Knabe soll mir unterkommen…) Hier wohnen wir. Links.

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Wer jetzt glaubt, das ist eine unglückliche Aufnahme und der Raum setzt sich links vom Kasten fort, der/die irrt. Das IST unser Raum.

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Wir wohnen in einem klimatisierten Schrank. Das wäre nun an sich nicht so ärgerlich, wenn man die Immobilienanzeigen hier vor Ort studiert. Aber es gibt hier sonst nichts außer Klimaanlage und Klopapier. Das Bett ist ein Kunstledersofa ohne Beine und ohne Unterbau, das sich „ausbreiten“ lässt und für Menschen unter 1,50m durchaus bequem ist, wenn sie nicht so wie wir gerne ein Leintuch hätten. Achja, Bad gibt´s auch nicht. Herzlich willkommen. Ich ärgere mich über mich. Es gibt entsprechende Kommentare anderer. Wie konnten die mir entgehen? Ich kann nur spekulieren. Trotz alledem ist die Nacht ok.

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Aomori – Hafenstadt im Kingdom of Apple

Um 8.30 starten wir in Sapporo los, ausgestattet mit einem detaillierten Fahrplan, der genau darüber Auskunft gibt, wo wir wann in welchen Zug steigen müssen, wie lange wir fahren und wie lange die Zeit zwischen den Zügen ist. Den Rest an Unsicherheiten beseitigen serviceorientierte MitarbeiterInnen auf allen Stationen.

Das nächste Ziel nach Sapporo ist Osaka. Um die Reise angenehmer zu gestalten und noch andere Teile des Landes zu sehen,  bleiben wir für eine Nacht in Aomori an der Küste. Küste, Meer, ein Hafen, eine kleine Stadt und dann abends entlang des beleuchten Piers spazieren. Ist doch nicht so abwegig oder? Nun, Aomori liegt nicht am Mittelmeer.

Ich schalte auf Tourismusmodus; ein seltsames Gefühl. Ohne jemanden vor den Kopf stoßen zu wollen, aber eine Reise nur um mir „dort“ dann „´was“ anzusehen hast mich weniger Wert, als andere Reisezwecke, die das Sightseeing so nebenbei ermöglichen.

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Wir kommen so gegen 14.15Uhr in Aomori an. Die Stadt ist berühmt für das Nebutafestival und Musik empfängt uns schon am Bahnsteig. Das Hotel liegt zwischen Bahnhof und Hafen ganz in der Nähe. Hier ist es das einzige Mal, dass ich ein reguläres Hotel gebucht habe. Das Bett soll 1,5m breit sein.

Der Plan, den ich mir routiniert im Tourismusbüro geholt habe, ist ungenau und wir suchen ein wenig. So ein Verhalten fällt dann doch auf und eine Frau springt aus ihrem Wagen, um uns zu helfen. Gemeinsam finden wir die Orientierung. Wie nett.

Die Lobby des Hotels ist gedämpft. Leise spielt Musik und die Einrichtung ist dunkel wie in einem Abendrestaurant. Die Rezeptionistin spricht angepasst ebenfalls sehr leise und übernimmt unsere Koffer, denn der Check-in ist erst ab 15.00 Uhr. Also sind wir nun TouristInnen und stürzen zum Hafen, hinein in ein Communication-Community-Einkaufscenter, wo im Erdgeschoß gerade eine Art Bauernmarkt stattfindet. Und was macht man im KönigInnenreich des Apfels? Richtig! Ich kaufe Knoblauchgelee. (Also eigentlich schmeckt es wie Quittengelee mit einem Hauch Knoblauch und natürlich haben wir nach der Knoblauchzuckerlverkostung mit Apfelsaft gespült.) – In der Communicationshall, die von Kindern zum Schreiben ihrer Hausübungen, für Treffen mit FreundInnen und für die Rast müder Fremder genutzt wird, sondieren wir das Werbematerial über Aomori und finden den Hinweis, dass es ein „fresh fish and vegetable Center“ gibt, in dem man sich sein eigenes Sushi/Sashimi zusammen stellen kann; bis 16Uhr. Das klingt gut und wir machen uns auf den Weg.  Beim Center angekommen, versuche ich mich am Infoschalter über das „Wie“ hier zu erkundigen. „Sumimasen. Do you speak english?“ Die Frauen lachen. „Oh, no!“ und schütteln den Kopf. Ich ärgere mich und will wieder gehen. Schließlich kann ich dann doch Zetteln mit Essensmarken, die an die Nachkriegszeit erinnern kaufen und wir umrunden die Stände in der kleinen Halle.

Lachsroggen, Jacobsmuscheln, Lachsfleisch,Scampi, Calamari und ein Gemüse, das wie junger Ingwer schmeckt, ist unsere Ausbeute und es schmeckt hervorragend.

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Dann geht´s weiter ins Nebutamuseum, denn das Festival ist bereits vorbei.

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Das Nebuta Matsuri, „Atrappenfest“, ist eines der größten Festivals der Tohoku Region und zählt seit 1980 als Weltkulturerbe. Es findet jedes Jahr zwischen dem 2. Und 7. August in Aomori statt. Die bekannteste Version der Ursprungsgeschichte besagt, dass der General Saka­noue no Tamuramaro mit Hilfe von Trommel- und Flötenmusik, sowie von TänzerInnen (Haneko) seine GegnerInnen anlocken und dann durch riesige Kreaturen erschrecken wollte. Diese Kreaturen sind aus papierüberzogenen (Draht)gestellen, die früher wohl mit Kerzen beleuchtet wurden. Am Höhepunkt des Festes werden die Skulpturen während eines Feuerwerks auf Flößen ins Wasser gezogen. Das soll eine reinigende Wirkung haben.

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Es dämmert bereits, als wir das Museum verlassen. Hier scheint es schneller dunkel zu werden. Die Luft ist warm und durch gelegentliche Regenschauer feucht. Wir kaufen Instantsuppen, Saft und Bier, das ich am Wasser trinken, bevor wir ins Hotel zurückkehren. Morgen geht es früh los. Während im japanischen Fernsehen in einer Werbesendung fast stundenlang ein Cape angepriesen wird, schreibe ich noch ein Anbot. Irgendwie bin ich auch um 2Uhr noch nicht müde.

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Kult(ur)bier

Den vierten Workshop Tag beginnen wir früh, um den etwas entfernteren Moerenuma-Park (jap.モエレ沼公園, Moere-numa-kōen) erreichen zu können. Diese Parkanlage wurde vom japanischen Skulpturkünstler Isamu Noguchi 1988 entworfen und 2003 fertig gestellt. UND: Wir wollen die Sapporo Beer Brewery besuchen und dort Jingiskan-style zu essen. Aber alles der Reihe nach…

Von einer Subwaystation aus, müssen wir laut Touristmap noch ca. einen halbe Stunde mit einem Bus fahren. Im Busbahnhof kann ich mich ganz gut orientieren und bezüglich der Zahlungsmodalitäten im Bus hilft freundlicherweise der Fahrer. Wir fahren durch einen Randbezirk von Sapporo, eine Mischung aus Gewerbepark mit lieblosen (Gemeinde)bauten und uninteressanten Wohnhäusern.

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Es freut mich aber, dass ich die Anzeige im Bus lesen kann, denn die Durchsagen sind leider (noch) nicht verständlich.

Diese ca. 16ha große Parkanlage ist geprägt von Skulpturen, die unterschiedlichste Pyramiden assoziieren. So führen 317 Stufen auf den höchsten Aussichtspunkt hinauf und 242 hinunter. (Ich hab´s gezählt.)

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Oben angekommen, ist der heftige Wind eine recht angenehme Abkühlung und es bietet sich eine gute Übersicht über die Anlage.

Aber dann geht´s auch schon weiter, Tourismus ist ein hartes Geschäft, nicht nur für die Angestellten. Man steht ständig unter Zeitdruck. Rasch noch ein paar der riesigen Skulpturen und die Ausstellung in der gläsernen Pyramide  fotografiert, während die Ortsansässigen beneidenswerterweise unter Sonnenzelten im Gras liegen oder etwas spielen.

…und rasch zum Bus, damit sich ein Speeddating mit dem Museum als Vorwand für Bierkonsum und gebratenes Lamm auch noch ausgeht.

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Ich mache es kurz: Ein enttäuschender Ausflug. Außer einer Ausstellung mit den Modellen der diversen Produktionsstätten, den Direktoren (denke ich …) und alten Plakaten, kann das Museum nicht viel. Keine Bierverkostung (vielleicht bei der  Premiumführung) und auch im Shop sind nur die kleine Schokobierfässer originell. Das Jingishkanmenu, das auf einem Gußeisenteil zubereitet wird, das die Form des Hutes dieses Soldaten haben soll, entpuppt sich als Do-it-yourself-Grillspaß . Danke, ich mag nicht selber grillen, schon gar nicht bei der Hitze.

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Auf dem Rückweg zur Subway besorgen wir noch rasch ein paar Sandwich, die wir in der Station essen. Dann muss ich auch schon zum Workshop.

Beim Workshop ist irgendwie die Luft draußen. Wir reden viel, die Pausen sind länger und wir schauen Film bis mir der Po einschläft. Sensei ist während der anschließenden Übungen davon überzeugt, dass ich Schmerzen habe und zwingt mich auf einen riesigen Polster. „Are you ok?“ „Yes!“ „No, I don´t think so.“

Später bin ich mit P. in Susukino verabredet. Dort findet das Nightlife von Sapporo statt.

IMG_7220Nach oberflächlicher Inspektion kommen wir zu dem Schluss, dass sich hier nur ein weiteres fairywheel und jede Menge Itzakaya anbieten. So essen wir Curry mit Spargel und Melanzanie (schmeckt hier eher wie Gulasch) und fahren „nach Hause“. P. ist nicht der Mensch für eine Sauftour. Aber ich komme sogar zu meinem Bier.

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Der letzte Workshoptag beginnt spät. Wir verzichten auf Sightseeing. Gibt eh nicht so viel zu sehen. Wir wollen vor dem Tanzen ehrer noch nett essen. Leider habe ich am Essensautomaten kein glückliches Händchen und sitze schließlich vor einer Schüssel mit billigem Hühnerfleisch inklusiver wabbeliger Haut und rohem Ei.

Im Workshop bietet mir Sensei sehr bewerte Schmerzpflaster gegen Rückenschmerzen an. Ich kann ihn nicht davon überzeugen, dass ich keine Schmerzen habe und danke höflich. Ayako ist wieder da und ein Mann, der als „Mann aus Tokyo, der hart arbeitet“ vorgestellt wird. Im Raum ist es schwül. Wir gehen wieder – auf Tatamimatten ist es schwierig, das Gleichgewicht zu halten. Das erste Mal seit ich hier bin, habe ich das Gefühl „in der Bewegung“ zu sein und Sensei lobt mich. Dann schaun wir wieder Film. Er zeigt uns u.a. Mitschnitte seiner Aufführungen. Ich muss daran denken, dass die Einen unterrichten und die Anderen auf die Bühne gehen.

Eigentlich hat er uns versprochen, unser eigenes Butoh zu entdecken. Auch dafür findet sich Zeit: Ab 19.30 (Der Workshop endet um 20.00 Uhr). Allerdings nur für einen Augenblick, schon gibt er vor, wie wir tanzen sollen.

Nach einem relativ raschen Abgang mit vielen Höflichkeiten, tauschen der amerikanische Jüngling auf dem Weg zur Subway noch unsere Eindrücke aus, bevor wir uns trennen. Dann kaufe ich noch Gebackenes für´s  Abendessen und unsere Bentoboxen. Unser Vermieter ist wieder zurück. Wir plaudern. Dann ist Zeit zu packen und rasch zu schlafen, denn unser Zug geht um 8.30.

 

 

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benkyo shimasu am Nijo Fishmarket

Heut kommt der Unicampus (H. hat hier studiert), der Fischmarkt und was noch geht dran.

hokkaidoGründer

Das ist die Büste von William Smith Clark, dem Gründer dieser University. Unter seinem Oberkörper steht in Stein graviert: Boys, be ambitous!“

Am Campus machen wir das, was an jeder Uni eine Pflichtlehrveranstaltung sein sollte: Wir setzen uns in der Relaxationarea ins Gras und trinken Kaffee.

Von dort geht’s weiter zum Fischmarkt Nijo, den wir unterirdisch über einen Durchgang zwischen Odoristation und Sapporostation erreichen. Nett finde ich, dass es in diesen Durchgängen zumeist Sitzgelegenheit gibt.

At Sapporo Station.

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Der ist überschaubar klein und bietet jeden Menge Meeresgetier.

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An den Obst/Gemüsestände zwischen den Krabbenbecken werden Zuckermelonen um stolze 25€/Stück angeboten. An einem kleinen Stand, der zwei Tische und ein paar Hocker entlang des Gehwegs aufgestellt hat, essen wir dann: Austern- und Seeigelsashimi (=roh), gegrillten Lachs, Lachs – und Lachsroggensashimi auf Reis, dazu Krabbensuppe und eingelegtes Grün.

Nach einem kurzen Zufallsbesuch in einem Daiso (= der neue Hyakuenshop) muss ich auch schon wieder zum Workshop. Dort machen wir wieder recht wenig. Wir pressen unangenehm unsere Ohren wechselseitig gegen die Schulter und gehen herum, dann rollen wir durch den Raum, bewegen und wie Geishas und machen guzoguzo oki, dazwischen schaun wir japanische Dokumentation über Hijkata und Butoh bei denen ich fast einschlafe. Aber trotzdem war viel Spannendes dabei.

 

 

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