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Ich weiß nicht mehr, wie viele Jahre ich N. einmal in der Woche getroffen habe, bevor ich sie im Frühsommer 2012 nach einem Abschied bei „Heißer Liebe“ vor dem Eissalon weinend zurückgelassen habe. Inzwischen hat sie zwei Kinder und wohnt in der Nähe von Shinjuku. Ich war mir sogar unsicher, ob ich sie wieder erkennen würde. Wir sind auf einer Stationsplattform der Yamanoteline verabredet. Ich bin zu früh und möchte unbedingt noch die Phrase recherchieren, die ich als höfliche Gästin sagen können sollte, wenn ich eine fremde Wohnung betrete. Aber das Internet ist für mich hier lausig. Im Café in Shinjuku habe ich schon den Mann neben mir gefragt, aber er sprach kein Englisch. Ich gehe den Perron auf und ab und suche mir ein Opfer. Eine junge Frau passt. „Sumimasen. Do you speak English?“ Sie lächelt verlegen. „Sukoshi?!“ (= ein wenig) setzte ich nach. Sie neigt den Kopf und antwortet:“ No, but do you speak Spanish?“ Dann versucht sie über Telefon jemanden für mich zu organisieren. Zum Glück fährt bald darauf ihr Zug ein, denn mir ist das hochnotpeinlich. Ich lasse die Recherche sein und warte weiter; oben. N. wartet unten.
Sie hat das Baby mit. Es ist krank und schläft tief. Auf dem Weg zu ihrer Wohnung kaufen wir noch Nudeln „Chinesestyle“ und andere Zutaten für unser Mittagessen und tauschen erste Informationen aus, später dann auch Geschenke. Kurz hatte ich das Gefühl, dass wir uns nicht wirklich viel zu erzählen haben, aber das verflog bald. In Wien waren wir einander doch sehr ans Herz gewachsen.
Skurriles am Rande: Japanische Babys haben einen blauen Po. Ein wenig so, als hätte man sie in Stempelfarbe gesetzt. N. erzählt mir, dass eine Freundin von ihr in Wien ihr Baby in den Kindergarten gebracht habe und das Personal dort ob des blauen Hinterteils die Polizei verständigt hätte. Apropos Freundin: Meine neue Japanischlehrerin ist eine Freundin von N. Die Welt ist ein Dorf; auch in einer Stadt wie Tokyo.
Das Baby hat wieder Fieber. N. möchte ein Foto mit mir und dem Kind. Es weint. Naja.
Auf dem Weg zurück zur Station gehen wir noch in einen Hyakuenshop und ich werde auch fündig. „Es war schön, dich hier in Japan zu sehen!“ J
Nach einem kurzen Stopp in der Unterkunft, um zu duschen und meine Emails abzurufen, mache ich mich etwas zu spät auf nach Yotsuya sanchome. Dort gibt Natsu Nakajima eine open class. Auch wenn ich den Ort schon kenne, hätte ich doch gerne eine konkrete Adresse. Stattdessen steht im Email: „Take the museum exit (Ausgänge sind hier zumeist nummeriert), then Shinjukudirection, you see wing hotel, at the small chinese restaurant turn right, the building WAS an elementary school.“ Aber ich habe Glück und ein gutes Gedächtnis. Trotz leichter Verspätung muss ich einfach noch an der Kreuzung zwei Radfahrer fotografieren. (Siehe Jidensha-Parade)
Ich bin ca. 10 nach 19 Uhr vor Ort und bei weitem nicht die Letzte. Dass mich Natsu nicht gleich wieder erkennt, ist ihr offensichtlich peinlich und sie unterhält sich erstaunlich freundlich und lange mit mir. Die, die mich dieses Mal quält ist „a professional“ und kommt aus Kyoto. Nach Nachfragen erzählt sie mir, dass eine große Firma zweimonatige Intensivausbildung angeboten hat, wenn man dort arbeiten möchte und sie bietet „relaxation“ an.
Während der Massage und dem Aufwärmen muss ich die ganze Zeit an das denken, was V. über Natsus Unterricht gesagt hat. Dass sie mehr will, als mit ihrer Methode erreicht.
Nach und nach werden wir mehr. Sieben an der Zahl. Eine davon, eine junge Frau steht etwas abseits. Einzelne Übungen macht sie mit. Ihre Augen, ihr Mund und ihre Nase sind schmal und das Gesicht gelblichweiß. Sie muss sich, wie viele Frauen hier, viel Mühe geben, nicht braun zu werden. Sie spricht nicht (mit den anderen). Sie lächelt nicht und wirkt ein wenig gelangweilt oder auch widerständig.
Nach der unangenehmen bis schmerzhaften Massage folgt das Stretching. Natsu scheint darum bemüht, ihre für ihr Alter erstaunlich gute Beweglichkeit, zur Schau zu stellen, auch wenn sie bei jeder Bewegung stöhnt. Dann wird mir erklärt, dass Butoh is no theatreaction. It has to be seen as danceaction. Später dann in einer ihrer Demonstrationen spielt sich aber doch. Was nun sensei? Die Stimmung ist seltsam. Während sie scheint´s die blasse Frau herausgestellt, um sie etwas demonstrieren zu lassen, behandelt sie eine andere sehr roh, ja, schlägt sie sogar. Das gefällt mir nicht. Außerdem weiß ich nicht was sie will. Ich brauche nicht viele Worte, um Tanz zu verstehen, aber gar keine sind dann doch zu wenig. Doch zurück zur ersten Tanzübung: Natsu erzählt mir, dass 100% geben nicht genug ist oder so. Ihr Englisch ist leider nicht sehr gut. Dann bittet sie die erste Hälfte der Gruppe auf die Bühne, um zu Noiseart-Musik zu improvisieren. Die Frauen schlagen auf den Boden, stampfen und werfen sich durch den Raum. Ich überlege ernsthaft, darum zu bitten, nur zuschaun zu dürfen. Was soll das? Aber das sind die Momente, in denen alt werden Spaß macht. Irgendwas wird schon gehen. Und ich tanze halt irgendwas. Dann kommen die nächsten Erklärungen bzw. Diskussionen. Am Vortag war eine sehr gute Aufführung gewesen und Natsu ist der Meinung, dass TänzerInnen so was studieren müssen. Dann die nächste Übung. Ab nun wird mir nichts mehr erklärt. Wieder wird die gleiche Tänzerin angegangen. Wieder darf die blasse Schönheit etwas erklären. Wir gehen in Serpentinen durch den Raum. Change action. twistet movement. Ich weiß nicht was sie will und sie beachtet mich nicht. Die Gruppe wird wieder geteilt und improvisiert. Ich wünsche mir, dass die Stunde endlich vorbei ist. Dieses Mal bekommt die Blasse ein Feedback von einer Mittänzerin und nimmt es sehr kontrolliert voller Stolz. Meine Gruppe ist an der Reihe. Zum Abschluss bekommen wieder alle ein Feedback. Alle, außer mir. Sensei, du kannst mich gern haben! „It´s over now!“ Höflich bedanke ich mich und zahle. Als ich gehen will und mich verabschiede, gibt sie mir Flyer für ihren nächsten Workshop, um sie zu verteilen. Na, sicher! Mach´ ich doch gerne!
Ich verlasse etwas angesäuerlt die ehemalige Schule und erinnere mich an einen Laden bei der Station, wo ich mir im Winter immer etwas zu trinken gekauft habe. Ja, den gibt´s noch; inklusive 100 Yen Abteilung. Ich brauche Soba und Sojasauce. Denn seit gestern koche ich wieder selber.
Nach 22 Uhr komme ich in Asakusa an. Es ist Freitagabend und die arbeitende Bevölkerung im feierabendlichem Öl. Die Izakaya (jap. 居酒屋), japanische Kneipen, sind voller Menschen, die Bier trinken und dazu Kleinigkeiten essen. Zu dieser Tageszeit ist Asakusa wieder fest in der Hand der Einheimischen. Ich kaufe noch ein Lebensmittel und Bier im Supermarkt für das NACHTmahl. Es ist spät. Oyasumi nasai.
Das www sagt, in Tokyo gibt es free WIFI für Gaijins auch ohne die Daten der Kreditkarte preisgeben zu müssen und zwar im Tourismcenter. Als auf dorthin. Eine ältere Frau, die als Volunteer arbeitet Leider weiß sie nichts über diesen Internetzugang und auch der junge Kollege, der sie riskanterweise belehrt, kann uns auch nicht viel mehr sagen. Wir sind enttäuscht. Aber man möge es nicht glauben, es gibt auch ein Leben ohne Netz.
Wir fahren nach Akihabara, weil ich mich ernsthaft mit dem Gedanken trage, eine weiter Speicherkarte für die Kamera zu kaufen. Erstaunlicherweise sind die in Nippon echt teuer und ich disponiere um. Dann suche wir noch „Artre 1“ in der Hoffnung doch noch zu unbeschränktem günstigem Internet zu kommen: Leerlauf. Dort steht ein Automat, aus dem man/frau SIM-Karten ziehen kann. 5 Tage ca. 35 Euro; a bisserle viel…


Das Buchviertel, Jimbocho, finde ich praktisch im Schlaf. Auch das mehrstöckige Buchgeschäft meiner Wahl. Leider nicht alle Bücher meiner Wahl. Unweit davon suchen wir wieder ein Doutor-Café auf. Es ist bereits nach Mittag und eine Pause ist fällig. Im Lokal gibt es im 1.Stock einen RaucherInnenbereich, wo die Menschen apathisch vor sich hin qualmen. Im Erdgeschoss sind die wenige Plätze von einander durch Glaswände einzeln abgetrennt.
Um zumindest ein positives Shoppingerlebnis am heutigen Tag ins Diary schreiben zu können, fahren wir zu einem Hyakuenshop in Harajuku. Bücher wären mir lieber gewesen. Er ist nicht ganz so groß, wie V. versprochen hat und die Auswahl überzeugt auch wieder nur in der Summe. Also kaufen wir uns ein Crepé. Leider realisiere ich zu spät, das selbiges mit purem Schlagobers gefüllt ist; von wegen gesunde japanische Küche. Wir wollen im nahen Mejipark essen, aber werden vom Wachter am Tor vertrieben. „No eating“ In einer Ecke auf der Brücke essen wir dann, wollen aber immer noch in den Park, in dem so ziemlich alles und auch das verboten ist. Nach einer kurzen Rast auf der erstmöglichen Bank inklusive Gelsenattacke verlassen wir das Areal der Gedenkstätte wieder. Vielleicht auf ein anderes Mal.

Fotos davon, was man gegessen hat, gerade isst oder gleich essen wird, gelten als nervig. Verstehe ich auch. Macht ja schließlich nur in einem Rezepteblog Sinn. Aber nun ist hier Essen doch etwas anders und deshalb vielleicht auch schon optisch interessant und so habe ich mich für eine eigene Kategorie entschieden. Im Übrigen ist der Titel den Hinweisschildern für die Restaurantebene in dem einen oder anderen Stationsgebäude entnommen. Itadakimasu.

Dieses Bild sollte ich wohl doppelt posten. Einmal bei Skurriles und einmal eben hier. Auf dem Schild steht: Uinna-so-se- ji Vienner Sausages. Da stellt sich mir doch die Frage, wenn überall anders die Frankfurter Wiener heißen, wie heißt dann die Wiener? Jetzt einmal ganz davon abgesehen, dass es sich bei diesem Serviervorschlag doch eher um Bratwürstel handelt. (Heißen die bei uns nicht Nürnberger?) Ist ja Wuarscht!

(Fast Food)

Gibt´s inzwischen auch. Sah aber alles nicht sehr japanisch aus…
Lachsroggen auf Reis und Udon mit Fleisch in Sapporo.

Austern- und Seeigelsashimi in Sapporo.
Und wer sich kalorienbewusst ernährt, braucht hier nur an den Stufen der Metro die bereits verbrauchten Kalorien zählen.

In Kyoto essen wir in einem nepalesischem Restaurant mit indischer Küche. Also, viel Spiel nach Oben ist da nicht mehr und es war gut.
(to be continued…)
Wir fahren nach Odaiba und wollen erwarten, wie die Rainbowbright im nächtlichen Lichterglanz erstrahlt.

Viel später erst, vor Ort, erinnern wir uns, dass das besondere Strahlen der Weihnachtszeit vorbehalten ist. Macht aber auch nichts. Also fahre ich mit einem 150m hohen Riesenrad.

Es gibt Gondeln ganz aus Glas. Auf die muss man allerdings 25min warten. Ich warte nicht gerne. Also wird´s eine reguläre. Vor dem Aufgang. „Can we take a Picture?“ Naja, warum nicht… Ich habe eine Gondel für mich alleine und filme the view mit dem Handy, auch um erst gar nicht auf die Idee von Höhenangst zu kommen.

Zum Glück wackelt die Gondel kein bißchen, auch nicht als sie am höchsten Punkt anhält und eine Stimme aus dem Lautsprecher sich für irgendetwas entschuldigt. „Es war nett mit Ihnen, aber jetzt stürzen Sie leider ab. Sumimasen.“ Nun, wir sind nicht abgestürzt und die Rundfahrt ist nach 15min vorbei. Beim Ausgang wird mir strahlend das zuvor von mir gemachte Foto gereicht und recht höflich auf das Preisschild verwiesen. 11€! Sumimasen, aber so eine Schönheit bin ich nun auch wieder nicht und ich lehne genauso höflich ab.
Dann essen wir im MacDonaldo. Irgendwelche Laberln, Pommes und trinken grünblaues Fanta.

Hier gibt es kein Salz. Auf meine Nachfrage bemüht die Mitarbeiterin aus dem Salzstreuer an der Pommesstation Salz in eine Papiertüte. Wie nett. Domo arrrigatou gozaimashita!

Und die Brücke leuchtet dann doch noch ganz schön…
Es ist heiß. Alles klebt am Körper. Aber wir wollen nach Ebisu zum Bon odori. Es ist Samstag und in Asakusa Station viel Mensch unterwegs. So sehen wir das erste Mal die oftmals kolportierten Schlichter_innen. Allerdings nicht im Nahkampf.

Wir sind zu früh dort. Der Platz vor der Station ist noch fast leer. Wir kaufen uns Yakitori, die leider recht schwabbelig sind. Dann streunen wir in der Gegend herum, auf der Suche nach einer Rast.
Ein Park bietet sich an. Mehr Gstetten als Grün. Aber immerhin. Ein Obdachloser hört auf seinem Karton Radio, Kinder spielen und Eltern mit Kleinkindern planschen in einem flachen Bassin. Wir beobachten. Auf dem Rückweg geht vor uns eine kleine Familie: Frau mit Kind-erwagen und der Mann hinterher. Er bleibt alle paar Meter stehen. Als wir ihn überholen, sehen wir warum: Er jagt Pokémons.
Zurück bei der Station ist alles voller Rauch und Menschen. Auf einer Plattform wird wie am Fließband gegrillt und an kleinen Ständen werden die Ergebnisse wie Yakitori und andere Snacks verkauft. Wir essen gegrillten Oktopus, der mich allerdings eher an salzigen Fahrradschlauch erinnert. (Muss ich bei der nächsten anstehenden Reparatur doch mal probieren.)

In einer Seitengasse können Kinder an Geschicklichkeitspielen wie Plastikfische angeln oder Ringe werfen teilnehmen. Viele von ihnen tragen blinkende Armbänder in rosa, blau und grün. Das will ich auch. Als ein Besitzer_innenloses vor mir auf dem Boden liegt, greife ich zu – damit´s halt nicht verkommt.

P. meint, die Armbänder sind ein Geschenk, wenn man spendet. Upps! Naja, dann spende ich halt und nehme noch ein Armband. Die Spendenkastenhalter_innen sind verwirrt und ich glücklich.
Da ich so ein Gewackel locker auch hinbekommen hätte und „wordpress“ für ein-gebundene Videos finanzielle Gegenleistung erwartet, Hier ein Link zum diesjährigen Event. Such´ mich!
Als am Sonntag Morgen ein Gummihoserl an mir vorbei huschte, beschloss ich meine werte Leser_innenschaft mit einer Jitensha-Parade zu erfreuen und machte mich auf die Jagd. Hier ist meine Beute. (to be continued)
Links eine der vielen Familienkutschen, viele davon mit Elektromotor. Gibt´s schon so um € 1200.- Rechts das, was man hier „Citybike“ nennt. Im Geschäft so um € 800.- zu haben.
Viele fahren auch Räder mit sehr kleinen Rädern. Ein besonders seltenes Exemplar dieser Gattung ist scheint´s nachtaktiv und sehr flink. Es hat einen Rennlenker. Bisher hab ich es auf meiner Pirsch noch erwischt.
Ich stehe dazu: Meine Leidenschaft gilt dann doch der Gummihoserlabteilung. Hier ein paar schöne Exemplare in Käfighaltung. Das weiße ist eine Besonderheit aus dem „Sonyhaus“. Wird es doch von Sony bereitwillig an all seinen Enden mit Kameras ausgestattet.
Hier nun meine Beute aus freier Verkehrsbahn. Das große habe ich auf einer Verkehrsinsel in Yotsuya sanchome erlegt.


Kyoto-Impressionen


In Kyoto schleppt die Polizei beinhart falsch geparkte Fahrräder ab.

Am aller letzten Tag, später Nachmittag, stoßen wir zufällig auf das „bicycle culture center“ Doch kaum die Metrostation verlassen, ist dieser Ort nicht aufzufinden und es bleibt keine Zeit zu suchen. Ob das Gummihoserl in voller Montur, mit Helm und Handschuhen auf einem Rad mit kleinen Rädern, das uns entgegen kommt, es weiß? Ein Besuch ist beim nächsten Besuch vorgesehen.
Ganz unchronologisch sammle ich manche Eindrücke dieses Mal in Kategorien. Hier nun Bilder, von Dingen, Taten und Bräuchen, die ich auch hier noch nicht gesehen habe. (to be continued)


Im Shinkansen können Passagierinnen aus dem JR Journal nützliche Dinge wie Rampen für kleine Hündinnen, damit diese leichter auf´s Sofa oder ins Bett kommen oder Ähnliches bestellen. Mir gefiele ja sehr so ein Dauerlächeln.
