Am 3.01. fahren wir erneut nach Kyoto. Erstens, weil wir den „JR Area Pass“ haben, zweitens, weil sich in einer so berühmten Stadt doch auch für uns Spannendes finden lassen muss und drittens, Selbiges in Form einer „Utai-Zome Shiki“-Aufführung (Erste Gesänge und Tänze zur Feier des neuen Jahres) im

Kongo Nohgakudo | The International Noh Institute
Als wir um 11.15 zum Theater kommen, hat sich bereits eine Warteschlange gebildet. Wir warten auch mit Aussicht auf einen schönen japanischen Garten mit Fischteich. Um 11.30 ist Einlass. Die Aufführung ist kostenlos. Am Eingang ist Frau Rebecca Ogamo darum bemüht, uns ein englisches Programm zu bringen. (Bitte ich kenne die Dame nicht, aber Google weiß alles und ihr Foto war beschriftet.)
Die einzelnen Beiträge sind wie gewohnt humorlos (Nō ist nicht lustig.) und ich fürchte, ich habe den einen oder anderen Sänger verärgert. Denn obwohl es im Theater nicht besonders warm war, überkam mich eine Müdigkeit, die es mir schwer macht, beide Augen auf den gleichen Punkt zu konzentrieren. Sumimasen.
Nett war auch, dass nach der Veranstaltung den Gästen Sake ausgeschenkt wurde. Von dem habe ich zwar nichts bekommen, aber nett fand ich es trotzdem.
Wir essen wieder in einem Lokal unserer aktuellen Lieblingskette und machen uns auf zu einem Handwerksmarkt im Okazaki Park beim Heian Shrine.



Der Markt ist nett und bietet neben vielen Essensständen – an einem Eck zelebriert ein Verkäufer vor der Schlange der wartenden Käufer*innen das Aufgießen von Filterkaffee – viele schöne Dinge, die man mehr haben möchte als muss. Wir schauen nur durch und riechen am Kaffee.
Dann geht´s mit der Bahn nach Arashiyama. Es wird zwar bald die Sonne untergehen, aber das schaffen wir. Eigentlich schafft es uns. Arashiyama ist berühmt für seinen Bambuswald. Durch eine kleine Straße rollt wieder einmal eine internationale Tourist*innenwelle.

Es geht vorbei an Souvenirläden und Imbissbuden mit Süßkartoffel-Pommes bis in den Wald. Dort steht alle zwei Meter jemand vor einem Bambus macht ein Selfi oder wird mit Bambus, der aus irgendeinem Körperteil herausragt, fotografiert.
Ich mache widerwillig ein paar Fotos, aber eigentlich will ich so schnell als möglich hier wieder weg. 
Gesagt, getan.





Niomon/Daimon Gate




Motokohtown







„Novelist. Born in Miyagi. He grew up with his grandparents in Tokyo. A graduate of Gakushuin Senior High School, He left Imperial University of Tokyo before graduation. In 1910, he launched the magazine „Shirakaba“ with 



Ein alter Mann mit lückenhaftem Gebiss betritt mit einem Plastiksackerl den Coin Washer. Er wirkt desorientiert und hat schmutzigen Hände. Ich räume den einzigen Sessel. Er wird sitzen wollen. Seine Wahl fällt auf „meine Maschine“ und er studiert den Karton mit Waschpulver, den ich dort stehen gelassen habe.“Sumimasen“ sage ich zu ihm und bedeutet ihm, dass die Maschine besetzt ist, die er gerade einräumen wollte. Er wechselt und wirft ein paar Kleidungsstücke in eine andere Maschine – ohne Pulver. Ich reiche ihm ein Päckchen. Jetzt habe ich ja genug. Unbeholfen öffnet er es. Danach holt er sich ebenfalls etwas zu trinken und beginnt zu rauchen. Auch er muss sich wie vorher ich den Tisch in einer ganz eigenen Weise zu Recht rücken. Das Waschergebnis ist trockner als erwartet, dafür stinkt es im Nachhinein bemerkt nach altem Waschmaschinenwasser. Man kann nicht alles haben. Als ich den Coin Washer verlassen, nicken wir einander grüßend zu. Ein gutes Gespräch.
