Nambawalk

Am ersten Tag in Osaka machen wir uns erst einmal auf zum Tourismuscenter. Das war zwar für den Vortag geplant, aber die Odyssee hat´s verhindert. Es ist heiß und bis zur Subwaystation dauert es wirklich 20min, wie eine Vormieterin geschrieben hat. Dort entdecken wir den Nambawalk. Eine unterirdische Einkaufsstraße, die eine JR Station und eine größere Subwaystation miteinander verbindet. Sie ist angenehm gekühlt.

IMG_7296

In zwei parallel laufenden Gängen bieten viele Geschäfte diverse Begehrlichkeiten an und dazwischen gibt´s Cafés und Restaurants.

IMG_7299

Größere Verbindungsgänge sind thematisch gewidmet. So gibt es einen Forestpark, in dem von Zeit zu Zeit auf den Boden zwischen (im Nachhinhein erkenntlichen) Baumstilisierungen Blumen projiziert werden oder einen Walpark.

IMG_7289

Wir wollen Kaffee und irgendeine Begleitung. Im Café wird die Bedienung am Nebentisch genervt lauter, als sie einem chinesischen Mann seine Bestellung oder Rechnung erklärt. Sind ChinesInnen die unangenehm auffallenden AmerikanerInnen Asiens? oder ist die Bedienung unhöflich, wie man es Menschen in Osaka nachsagt?

Wir fahren nach einem kalten hartgekochtem Ei, einem pizzaähnlichem Toast, Minihotdogs und ganz passablem Kaffee nach Osakastation zur Touristinformation. Die nette Dame dort empfiehlt uns das eine und andere. Unter anderem eine weitere Einkaufsstraße. die uns das typische Leben in Osaka erleben lässt. Also wir dorthin. Die Preise der unterschiedlichsten Waren lassen darauf schließen, dass das hier nicht (nur) für TouristInnen veranstaltet wird.  Wir drehen ein paar Runden. Es regnet leicht. Aber Abkühlung bringt das keine und wir kehren zum Essen in den Nambawalk zurück. Dort wählen wir ein Bierlokal, wo wir Beef essen. Uns gegenüber sitzt ein bereits angetrunkener Mann und eine Frau, die sich Mühe gibt (ihm) zu gefallen, obwohl er sie trotz scheinbar angeregter Unterhaltung, keines Blickes würdigt. Das Essen ist gut und als ich zahle sage ich brav „Gochisosama deshita“. D.h. „Danke für das gute Essen. Ob es daran lag, dass uns der Kellner bis zur Tür nachging und sich nochmals verbeugte?

Am Rückweg kaufe ich in einem heruntergekommenen Laden, der an einen Restpostenmarkt oder einen Pfandleiher bei uns erinnert, ein T-Shirt mit – ich denke – einem Darsteller aus einem Historienschinken um wohlfeile 298Yen. Dann ist der Tag vorbei.

Der vermeintliche Fernsehdarsteller stellt sich als der japanische Samurai Ryoma Sakamoto heraus, der als Wegbereiter der 1868 erfolgten Meiji-Restauration gilt.

Posted in Uncategorized | Leave a comment

Osaka – kein guter Start

IMG_7278

Als ich aus dem Zug steige, werde ich von der Hitze in Sekunden umschlossen, wie Honig eine leichtsinnige Fliege umschließt. Zum Glück sind die Subways klimatisiert. Nach Sapporo, wo ich die Menschen zwar uns gegenüber, aber nicht untereinander als hilfsbereit erlebt habe, als zum Beispiel ein Blinder sich lautstark bemerkbar machend in die Metro stieg und niemand – schon gar nicht Jene, die die Sitze, die für ihn gewidmet waren, besetzt hatten – ein Ohrwaschl rührte, um ihm einen leeren Platz zu weisen, bekam nun auch hier in Osaka mein positives Image der respektvollen JapanerInnen einen Schädigung ab. Vielleicht ist das ja gar nicht das Land des Lächelns, vielleicht zeigen sie nur alle die Zähne. Nun, ich versuche dennoch einzelne Erlebnisse nicht zu generalisieren…

Ein Einschub: Um nicht für jede Destination einen Stadtplan kaufen zu müssen und weil das mit einer entsprechenden App-Installation nicht geklappt hat, habe ich mir die jeweilige Adresse und Hinweise zur Anfahrt ausgedruckt. Also fahren wir nach Nazaki Station. Dort werden wir gleich einmal von einem ambitionierten Pensionisten geholfen, der sofort abwinkt bei der Adresse. Ist ganz wo anders! Wenn wir beide wüssten, wie recht er hat. Ich aber bin überzeugt von meinem Anfahrtsplan und so machen wir uns auf die Suche. Er spricht kaum Englisch und wir versuchen Höflichkeiten auszutauschen. Am Berg dann fragt er einen kleinen alten Mann am Moped, der darauf hin mit Helm zu seinem Haus hochläuft, um etwas zu holen. Mir wird´s peinlich. Er kommt mit einem Plan zurück. Es wird diskutiert und wir werden zum Tee eingeladen. Der kleine Mann übergibt uns seiner Frau. Wir trinken Tee während unser Guide sich zwischen den Verbeugungen den Schweiß von der Stirn wischt. Der kleine Mann kommt zurück und hat die Idee, uns zu zwei AmerikanerInnen zu bringen. Wir gehen weiter den Berg hinauf. Die AmerikanerInnen sind Deutsche auf „working holyday“. Unser Guide verabschiedet sich. Nach weiteren Rundreise durch die Häuserzeilen am Berg, bei der die Gelsen großen Gefallen an uns finden, kehren wir zum Haus der Deutschen zurück. Wir haben den gleichen Vermieter und nach einer Recherche im Netz, einem Telefonat und Tipps für die beste Anfahrt, verlassen wir, noch an der Tür angeregt plaudernd, das Haus und das Viertel. Ich habe zur richtigen Adresse, die falsche Anfahrt ausgedruckt. Wie auch immer, darüber kann ich nur spekulieren.

Es ist bereits dunkel, als wir im richtigen Stadtteil das richtige Vierteil finden. Japanische Adressen sind anders und so umrunde ich den Block zwei oder drei Mal bevor ich unter einem Schaltkasten im Finstern die Hausnummer finde. Das ist ein Firmengebäude. Im Eingangsbereich soll der keycase sein. Wieder suche ich. Probiere mit dem Code alle Postfächer durch.Die  Hitze und die lange Reise zeigt ihre Wirkung. Neben dem Haus gibt es Sitzgelegenheit; selten in Japan. Ich lasse P. das Gepäck und suche weiter nach dem Schlüsselkasten. Schließlich finde ich ihn, im Halbdunkel an einem Rohr. Hurra. Im Internet stand etwas vom 3F, oder?! Also fahren wir in einem kleinen stickigen Aufzug hinauf.

In der Etage hat es gleich einmal fünf Grad mehr und die Luft steht. Trotz mehrmaligem Probieren: Der Schlüssel passt nirgends. Zum Glück ist das Internetpasswort an der Wand  angeschrieben. Ich rufe neuerlich die Infoseite auf. „See the Pictures“ Welche Bilder? Die Usability von „airbandb“ ist mit meinem Verständnis nicht kompatible. P. muss aus dem Haus. Die Luft ist unerträglich. Ich suche weiter. Gehe von Etage zu Etage, treffe einen Mitarbeiter der Firma, der mich nicht versteht und ich ihn nicht. Suche weiter. Suche die Telefonnummer. Schreibe ein Email. Wieder hinunter. Am Eck ist ein Supermarkt. Ich hole Wasser und Saft. He, da gibt es eine Art klimatisierten Warteraum. Ich hole P. und das Gepäck. Hier ist es besser warten. Der Markt schließt um 20Uhr. Zurück ins Haus. Vielleicht hat der Vermieter geantwortet. Nein. Zurück zum Markt. Was ist bei der Nummer die Vorwahl. Wieder zurück ins Haus. Dort hab ich W-LAN. +81 ist die die  Vorwahl von Osaka. Geht trotzdem nicht. Eine weibliche Stimme sagt mir wohl, die Nummer ist unbekannt. Ich spreche eine junge Frau an und frage nach der Vorwahl. Dann geht’s. Ist wohl ein Handy. Ich erreiche jemanden, die mir etwas von einem zweiten keyhole und it´s covered erzählt und das ja alles genau auf den Bildern zu sehen ist. Langsam werde ich grantig. Ok, ich suche weiter und melde  mich ggf. nochmals. Zurück in die Etage. Alles durchprobiert. Ich finde unser „Zimmer“. Welch ein Triumph! (Na der Knabe soll mir unterkommen…) Hier wohnen wir. Links.

IMG_7292

Wer jetzt glaubt, das ist eine unglückliche Aufnahme und der Raum setzt sich links vom Kasten fort, der/die irrt. Das IST unser Raum.

SChrankzimmer

Wir wohnen in einem klimatisierten Schrank. Das wäre nun an sich nicht so ärgerlich, wenn man die Immobilienanzeigen hier vor Ort studiert. Aber es gibt hier sonst nichts außer Klimaanlage und Klopapier. Das Bett ist ein Kunstledersofa ohne Beine und ohne Unterbau, das sich „ausbreiten“ lässt und für Menschen unter 1,50m durchaus bequem ist, wenn sie nicht so wie wir gerne ein Leintuch hätten. Achja, Bad gibt´s auch nicht. Herzlich willkommen. Ich ärgere mich über mich. Es gibt entsprechende Kommentare anderer. Wie konnten die mir entgehen? Ich kann nur spekulieren. Trotz alledem ist die Nacht ok.

Posted in Uncategorized | Leave a comment

Aomori – Hafenstadt im Kingdom of Apple

Um 8.30 starten wir in Sapporo los, ausgestattet mit einem detaillierten Fahrplan, der genau darüber Auskunft gibt, wo wir wann in welchen Zug steigen müssen, wie lange wir fahren und wie lange die Zeit zwischen den Zügen ist. Den Rest an Unsicherheiten beseitigen serviceorientierte MitarbeiterInnen auf allen Stationen.

Das nächste Ziel nach Sapporo ist Osaka. Um die Reise angenehmer zu gestalten und noch andere Teile des Landes zu sehen,  bleiben wir für eine Nacht in Aomori an der Küste. Küste, Meer, ein Hafen, eine kleine Stadt und dann abends entlang des beleuchten Piers spazieren. Ist doch nicht so abwegig oder? Nun, Aomori liegt nicht am Mittelmeer.

Ich schalte auf Tourismusmodus; ein seltsames Gefühl. Ohne jemanden vor den Kopf stoßen zu wollen, aber eine Reise nur um mir „dort“ dann „´was“ anzusehen hast mich weniger Wert, als andere Reisezwecke, die das Sightseeing so nebenbei ermöglichen.

IMG_7274

Wir kommen so gegen 14.15Uhr in Aomori an. Die Stadt ist berühmt für das Nebutafestival und Musik empfängt uns schon am Bahnsteig. Das Hotel liegt zwischen Bahnhof und Hafen ganz in der Nähe. Hier ist es das einzige Mal, dass ich ein reguläres Hotel gebucht habe. Das Bett soll 1,5m breit sein.

Der Plan, den ich mir routiniert im Tourismusbüro geholt habe, ist ungenau und wir suchen ein wenig. So ein Verhalten fällt dann doch auf und eine Frau springt aus ihrem Wagen, um uns zu helfen. Gemeinsam finden wir die Orientierung. Wie nett.

Die Lobby des Hotels ist gedämpft. Leise spielt Musik und die Einrichtung ist dunkel wie in einem Abendrestaurant. Die Rezeptionistin spricht angepasst ebenfalls sehr leise und übernimmt unsere Koffer, denn der Check-in ist erst ab 15.00 Uhr. Also sind wir nun TouristInnen und stürzen zum Hafen, hinein in ein Communication-Community-Einkaufscenter, wo im Erdgeschoß gerade eine Art Bauernmarkt stattfindet. Und was macht man im KönigInnenreich des Apfels? Richtig! Ich kaufe Knoblauchgelee. (Also eigentlich schmeckt es wie Quittengelee mit einem Hauch Knoblauch und natürlich haben wir nach der Knoblauchzuckerlverkostung mit Apfelsaft gespült.) – In der Communicationshall, die von Kindern zum Schreiben ihrer Hausübungen, für Treffen mit FreundInnen und für die Rast müder Fremder genutzt wird, sondieren wir das Werbematerial über Aomori und finden den Hinweis, dass es ein „fresh fish and vegetable Center“ gibt, in dem man sich sein eigenes Sushi/Sashimi zusammen stellen kann; bis 16Uhr. Das klingt gut und wir machen uns auf den Weg.  Beim Center angekommen, versuche ich mich am Infoschalter über das „Wie“ hier zu erkundigen. „Sumimasen. Do you speak english?“ Die Frauen lachen. „Oh, no!“ und schütteln den Kopf. Ich ärgere mich und will wieder gehen. Schließlich kann ich dann doch Zetteln mit Essensmarken, die an die Nachkriegszeit erinnern kaufen und wir umrunden die Stände in der kleinen Halle.

Lachsroggen, Jacobsmuscheln, Lachsfleisch,Scampi, Calamari und ein Gemüse, das wie junger Ingwer schmeckt, ist unsere Ausbeute und es schmeckt hervorragend.

IMG_7237

Dann geht´s weiter ins Nebutamuseum, denn das Festival ist bereits vorbei.

Nebutamuseum

Das Nebuta Matsuri, „Atrappenfest“, ist eines der größten Festivals der Tohoku Region und zählt seit 1980 als Weltkulturerbe. Es findet jedes Jahr zwischen dem 2. Und 7. August in Aomori statt. Die bekannteste Version der Ursprungsgeschichte besagt, dass der General Saka­noue no Tamuramaro mit Hilfe von Trommel- und Flötenmusik, sowie von TänzerInnen (Haneko) seine GegnerInnen anlocken und dann durch riesige Kreaturen erschrecken wollte. Diese Kreaturen sind aus papierüberzogenen (Draht)gestellen, die früher wohl mit Kerzen beleuchtet wurden. Am Höhepunkt des Festes werden die Skulpturen während eines Feuerwerks auf Flößen ins Wasser gezogen. Das soll eine reinigende Wirkung haben.

IMG_7243

IMG_7250

Es dämmert bereits, als wir das Museum verlassen. Hier scheint es schneller dunkel zu werden. Die Luft ist warm und durch gelegentliche Regenschauer feucht. Wir kaufen Instantsuppen, Saft und Bier, das ich am Wasser trinken, bevor wir ins Hotel zurückkehren. Morgen geht es früh los. Während im japanischen Fernsehen in einer Werbesendung fast stundenlang ein Cape angepriesen wird, schreibe ich noch ein Anbot. Irgendwie bin ich auch um 2Uhr noch nicht müde.

Posted in Uncategorized | Leave a comment

Kult(ur)bier

Den vierten Workshop Tag beginnen wir früh, um den etwas entfernteren Moerenuma-Park (jap.モエレ沼公園, Moere-numa-kōen) erreichen zu können. Diese Parkanlage wurde vom japanischen Skulpturkünstler Isamu Noguchi 1988 entworfen und 2003 fertig gestellt. UND: Wir wollen die Sapporo Beer Brewery besuchen und dort Jingiskan-style zu essen. Aber alles der Reihe nach…

Von einer Subwaystation aus, müssen wir laut Touristmap noch ca. einen halbe Stunde mit einem Bus fahren. Im Busbahnhof kann ich mich ganz gut orientieren und bezüglich der Zahlungsmodalitäten im Bus hilft freundlicherweise der Fahrer. Wir fahren durch einen Randbezirk von Sapporo, eine Mischung aus Gewerbepark mit lieblosen (Gemeinde)bauten und uninteressanten Wohnhäusern.

IMG_7200

Es freut mich aber, dass ich die Anzeige im Bus lesen kann, denn die Durchsagen sind leider (noch) nicht verständlich.

Diese ca. 16ha große Parkanlage ist geprägt von Skulpturen, die unterschiedlichste Pyramiden assoziieren. So führen 317 Stufen auf den höchsten Aussichtspunkt hinauf und 242 hinunter. (Ich hab´s gezählt.)

IMG_7163

Oben angekommen, ist der heftige Wind eine recht angenehme Abkühlung und es bietet sich eine gute Übersicht über die Anlage.

Aber dann geht´s auch schon weiter, Tourismus ist ein hartes Geschäft, nicht nur für die Angestellten. Man steht ständig unter Zeitdruck. Rasch noch ein paar der riesigen Skulpturen und die Ausstellung in der gläsernen Pyramide  fotografiert, während die Ortsansässigen beneidenswerterweise unter Sonnenzelten im Gras liegen oder etwas spielen.

…und rasch zum Bus, damit sich ein Speeddating mit dem Museum als Vorwand für Bierkonsum und gebratenes Lamm auch noch ausgeht.

IMG_7201

Ich mache es kurz: Ein enttäuschender Ausflug. Außer einer Ausstellung mit den Modellen der diversen Produktionsstätten, den Direktoren (denke ich …) und alten Plakaten, kann das Museum nicht viel. Keine Bierverkostung (vielleicht bei der  Premiumführung) und auch im Shop sind nur die kleine Schokobierfässer originell. Das Jingishkanmenu, das auf einem Gußeisenteil zubereitet wird, das die Form des Hutes dieses Soldaten haben soll, entpuppt sich als Do-it-yourself-Grillspaß . Danke, ich mag nicht selber grillen, schon gar nicht bei der Hitze.

IMG_7204

Auf dem Rückweg zur Subway besorgen wir noch rasch ein paar Sandwich, die wir in der Station essen. Dann muss ich auch schon zum Workshop.

Beim Workshop ist irgendwie die Luft draußen. Wir reden viel, die Pausen sind länger und wir schauen Film bis mir der Po einschläft. Sensei ist während der anschließenden Übungen davon überzeugt, dass ich Schmerzen habe und zwingt mich auf einen riesigen Polster. „Are you ok?“ „Yes!“ „No, I don´t think so.“

Später bin ich mit P. in Susukino verabredet. Dort findet das Nightlife von Sapporo statt.

IMG_7220Nach oberflächlicher Inspektion kommen wir zu dem Schluss, dass sich hier nur ein weiteres fairywheel und jede Menge Itzakaya anbieten. So essen wir Curry mit Spargel und Melanzanie (schmeckt hier eher wie Gulasch) und fahren „nach Hause“. P. ist nicht der Mensch für eine Sauftour. Aber ich komme sogar zu meinem Bier.

IMG_7224

Der letzte Workshoptag beginnt spät. Wir verzichten auf Sightseeing. Gibt eh nicht so viel zu sehen. Wir wollen vor dem Tanzen ehrer noch nett essen. Leider habe ich am Essensautomaten kein glückliches Händchen und sitze schließlich vor einer Schüssel mit billigem Hühnerfleisch inklusiver wabbeliger Haut und rohem Ei.

Im Workshop bietet mir Sensei sehr bewerte Schmerzpflaster gegen Rückenschmerzen an. Ich kann ihn nicht davon überzeugen, dass ich keine Schmerzen habe und danke höflich. Ayako ist wieder da und ein Mann, der als „Mann aus Tokyo, der hart arbeitet“ vorgestellt wird. Im Raum ist es schwül. Wir gehen wieder – auf Tatamimatten ist es schwierig, das Gleichgewicht zu halten. Das erste Mal seit ich hier bin, habe ich das Gefühl „in der Bewegung“ zu sein und Sensei lobt mich. Dann schaun wir wieder Film. Er zeigt uns u.a. Mitschnitte seiner Aufführungen. Ich muss daran denken, dass die Einen unterrichten und die Anderen auf die Bühne gehen.

Eigentlich hat er uns versprochen, unser eigenes Butoh zu entdecken. Auch dafür findet sich Zeit: Ab 19.30 (Der Workshop endet um 20.00 Uhr). Allerdings nur für einen Augenblick, schon gibt er vor, wie wir tanzen sollen.

Nach einem relativ raschen Abgang mit vielen Höflichkeiten, tauschen der amerikanische Jüngling auf dem Weg zur Subway noch unsere Eindrücke aus, bevor wir uns trennen. Dann kaufe ich noch Gebackenes für´s  Abendessen und unsere Bentoboxen. Unser Vermieter ist wieder zurück. Wir plaudern. Dann ist Zeit zu packen und rasch zu schlafen, denn unser Zug geht um 8.30.

 

 

Posted in Uncategorized | Leave a comment

benkyo shimasu am Nijo Fishmarket

Heut kommt der Unicampus (H. hat hier studiert), der Fischmarkt und was noch geht dran.

hokkaidoGründer

Das ist die Büste von William Smith Clark, dem Gründer dieser University. Unter seinem Oberkörper steht in Stein graviert: Boys, be ambitous!“

Am Campus machen wir das, was an jeder Uni eine Pflichtlehrveranstaltung sein sollte: Wir setzen uns in der Relaxationarea ins Gras und trinken Kaffee.

Von dort geht’s weiter zum Fischmarkt Nijo, den wir unterirdisch über einen Durchgang zwischen Odoristation und Sapporostation erreichen. Nett finde ich, dass es in diesen Durchgängen zumeist Sitzgelegenheit gibt.

At Sapporo Station.

IMG_7147.JPG

Der ist überschaubar klein und bietet jeden Menge Meeresgetier.

IMG_7146

An den Obst/Gemüsestände zwischen den Krabbenbecken werden Zuckermelonen um stolze 25€/Stück angeboten. An einem kleinen Stand, der zwei Tische und ein paar Hocker entlang des Gehwegs aufgestellt hat, essen wir dann: Austern- und Seeigelsashimi (=roh), gegrillten Lachs, Lachs – und Lachsroggensashimi auf Reis, dazu Krabbensuppe und eingelegtes Grün.

Nach einem kurzen Zufallsbesuch in einem Daiso (= der neue Hyakuenshop) muss ich auch schon wieder zum Workshop. Dort machen wir wieder recht wenig. Wir pressen unangenehm unsere Ohren wechselseitig gegen die Schulter und gehen herum, dann rollen wir durch den Raum, bewegen und wie Geishas und machen guzoguzo oki, dazwischen schaun wir japanische Dokumentation über Hijkata und Butoh bei denen ich fast einschlafe. Aber trotzdem war viel Spannendes dabei.

 

 

Posted in Uncategorized | Leave a comment

Sightseeing mit Grün

coming soon

Posted in Uncategorized | Leave a comment

Der erste Workshoptag – es bleibt alles anders

Morgens warte ich zu, weil ich hoffe, unser Gastgeber, der in Greifnähe im Durchgangszimmer schläft, muss zur Uni. Leider nein. Also starten wir gegen 10Uhr zu einer kleinen Sightseeingtour los. Im Gepäck ein alter bekannter noch von unserer letzten Reise: Mein Hautauschlag als Reaktion auf Nahrungsergänzungsmittel. Dieses Mal die Version Magnesium. Ich habe wie gewohnt aus ästhetischen Gründen und wegen dem Jugendschutz, die unansehnlichsten Stellen geschwärzt.

SChwarz

 

Gleich vorweg: Sapporo ist sicher eine schöne Stadt, um hier zu leben. Die Stadt ist nicht zu groß – drei Metrolinien – und das Klima angenehm. Aber als Ziel für eine Reise, deren Hauptinhalt Sehenswürdigkeiten sind, würde ich sie mir nicht auserkiesen. (Das ist bitte die Präsensform von „auserkoren“) Also informieren wir uns erst einmal, essen dann Reis mit Kaviar und machen uns auf dem Weg zum Workshop.

IMG_6982

Ich bin angespannt und beginne zu zweifeln, ob es eine gute Idee war, einen Workshop bei jemandem zu besuchen, den ich bereits 2010 in London  als Ekel erlebt habe. Aber nun ist es zu spät. Augen zu und durch.

IMG_7112

Der Raum ist mit Tatamimatten ausgelegt und an den Seiten stapeln sich Polster, Bücher und Musikinstrumente, die mit Tüchern unbeholfen abgedeckt sind. Ich bin die erste und habe Glück: Itto erkennt mich nicht wieder. Außer mir nimmt noch ein junger Mann aus Chicago teil und wir tun viel.

 

 

Posted in Uncategorized | Leave a comment

Sapporo

Der Aufbruch und die Reise nach Sapporo verläuft so unspektakulär wie bisher der gesamte Aufenthalt in Japan. Mit einer guten Vorbereitung, der Fähigkeit nach dem Bahnsteig fragen zu können und dem Service des JR-Personals sind wir 20min vor Abfahrt am Bahnsteig; mehr als rechtzeitig.

Nach dem der Zug einfahren ist, stürmt das Reinigungspersonal die Abteile und reinigt in wenigen Minuten den Zug. Dann treten sie alle in einer Reihe vor dem Zug an und auf ein Zeichen der Vorarbeiterin verbeugen sich alle. Dass sie darüber hinaus geblümte Hemden und Blumen im Haar tragen, kann schon aus Zeitgründen nicht mehr beachtet werden.

IMG_6962

Dass wir mit 300km fahren, kann man lediglich hin und wieder am erforderlichen Druckausgleich in den Ohren spüren. Ansonsten wenig aufregend, aber bequem. Kurz halte ich den Atem an, als wir in Sendai einfahren, aber von der Katastrophe ist zumindest beim Bahnhof nichts zu sehen. Am frühen Nachmittag erreichen wir Shin Hokodate. Dort müssen wir in einen Lokalzug umsteigen und werden vom Servicegedanken zum richtigen Bahnsteig getragen.

Wir sind nun auf Hokkaido und das Klima ist angenehmer, als in Tokyo. Ein freundlicher Sommertag ohne schwüle Hitze.

IMG_6977

IMG_7121

Gegen 18Uhr kommen wir schließlich in Sapporo an. Ich möchte gleich die Sitze für die Rückfahrt reservieren und steure das JR-Ticketbüro an, noch der Warteschlange werde ich gefragt, wie man mir helfen kann und der Mitarbeiter am Schalter druckt mir eine Fahrplan aus, wo ich wann umsteigen muss. Was führ ein Service.

Sapporeaner_innen haben eine besondere Eigenschaft: Sie sind sehr hilfsbereit. Wohl haben wir es bis zur entscheidenden Metrostation geschafft, aber dann begann das Suchen. Eine Japanischlehrerin, die sich in der Gegend auch nicht wirklich auskennt, findet unsere Unterkunft eher zufällig, aber immerhin. Sehr nett.

 

IMG_7118

IMG_7117.JPG

Nach Überwindung einer scheinbar übertriebenen Sicherheitsanlage, betreten wir eine kleine Wohnung, die sauber aber unaufgeräumt ist. Niemand da. Auch gut.

Rechts ist unser Raum. Wir legen unsere Sachen ab und besorgen etwas zu essen. Kurz Zeit nachdem wir wieder retour sind, kommt unser Gastgeber: Ryota, ein Student. Wir unterhalten uns kurz, klären Details und gehen schlafen. Morgen ist der erste Workshoptag. Oyasuminasai.

Posted in Uncategorized | Leave a comment

Back in town aka kita-ku

coming soon

Posted in Uncategorized | Leave a comment

Nihon buyo

Nihon buyo ist ein klassischer japanischer Tanz, den ich bereits vor Jahren probiert habe; bei einer Technikerin im 22.Bezirk, irgendwo ganz draußen im Grünen, die für die Stunde €40.- verlangte.

Nun bietet es das Tourismuscenter for free an. Drei Mal. Immer sonntags. Man muss sich lediglich eine Zählkarte holen. Mach´ ich dann auch. Alles ist, wie fast überall hier, durchorganisiert. Bis ich im sechsten Stockwerk ankomme, werde ich mehrfach begrüßt. Mein Name wird nochmals überprüft. Dann heißt es wartet. Der Raum mit ansteigenden Sitzreihen ist gefüllt mit Tourist_innen. Manche wollen tanzen, viele sind Zuschauer_innen. Nach und nach werden alle in Yukatas (Baumwollkimonos gekleidet). Während dessen ist eine Dame darum bemüht, mit mir Small talk zu pflegen. Ein junger Mann ist zuständig für die breite Schleife um meinen Bauch. Dann darf ich wieder Platz nehmen. Während der Wartezeit geht eine andere Mitarbeiterin umher und fragt, ob sie beim Fotografieren helfen darf. „Do you have a camera?“ „Oh, no, thank you, it´s ok.“ Ich brauche keine Foto von mir im Kostüme. Nach einer gefühlten Ewigkeit geht´s weiter mit  einer kurzen Einführung über den Tanz und der Schleifenjüngling hat seinen Auftritt als Nihon buyo Sensei und erklärt, dass es unterschiedliche Stile gibt, das wir nun den weiblichen Stil tanzen werden, wie der Fächer zu gebrauchen ist und das Stück heißt; ein Text über Kirschblüten. Dann gibt es ein Quiz, was er mit dem Fächer denn zeigen mögen und dann wird geübt. Zweimal dürfen wir, dann wird uns gratuliert und ein Gruppenfoto gemacht. Die am Anfang verteilte Socken dürfen wir behalten, aber den Fächer müssen wir abgeben. Ich will von meinem ein Foto und werde genötigt, ihn gegen einen vermeintlich schöneren zu tauschen. Vor dem Gehen werden wir um Feedback gebeten.

Nach dem Workshop versuchen wir unser Flohmarktglück erneut. Ganz in der Nähe soll einer sein; über der Brücke, im Sumidapark. Dort ist eine andere Welt. Keine Tourist_innen wie im blicknahen Asakusa. Entlang des Flusses sitzen Menschen auf den steinernen Treppen am Wasser und machen Sonntag. Der Park ist fast menschenleer. Im Teich ein paar Schildkröten, die Flossen der stattlichen Kois unterschiedlicher Färbung ragen aus dem seichten Wasser und am Ufer wuseln Ratten. Kein Flohmarkt. Nun der Park ist langezogen, parallel zum Highway. Viellcith weiter vorne. Dort ist ein Fischplatz oder genauer: eingezäuntes Areal, das mich an die kostenfreien Freibäder im Augarten erinnert, in dem an einem Wasserbecken Männer sitzen und fischen. Ich frage ein Kioskverkäuferin nach dem Flohmarkt.Ihre Antwort verstehe ich (noch) nicht, jedenfalls auch hier ist es Essig mit einem Flohmarkt. Wir überqueren bei sengender Hitze neuerlich den Fluss. Vielleicht dort, denn dort ist ja auch Sumidapark und geben schließlich auf.

Posted in Uncategorized | Leave a comment