Der Aufbruch und die Reise nach Sapporo verläuft so unspektakulär wie bisher der gesamte Aufenthalt in Japan. Mit einer guten Vorbereitung, der Fähigkeit nach dem Bahnsteig fragen zu können und dem Service des JR-Personals sind wir 20min vor Abfahrt am Bahnsteig; mehr als rechtzeitig.
Nach dem der Zug einfahren ist, stürmt das Reinigungspersonal die Abteile und reinigt in wenigen Minuten den Zug. Dann treten sie alle in einer Reihe vor dem Zug an und auf ein Zeichen der Vorarbeiterin verbeugen sich alle. Dass sie darüber hinaus geblümte Hemden und Blumen im Haar tragen, kann schon aus Zeitgründen nicht mehr beachtet werden.

Dass wir mit 300km fahren, kann man lediglich hin und wieder am erforderlichen Druckausgleich in den Ohren spüren. Ansonsten wenig aufregend, aber bequem. Kurz halte ich den Atem an, als wir in Sendai einfahren, aber von der Katastrophe ist zumindest beim Bahnhof nichts zu sehen. Am frühen Nachmittag erreichen wir Shin Hokodate. Dort müssen wir in einen Lokalzug umsteigen und werden vom Servicegedanken zum richtigen Bahnsteig getragen.
Wir sind nun auf Hokkaido und das Klima ist angenehmer, als in Tokyo. Ein freundlicher Sommertag ohne schwüle Hitze.


Gegen 18Uhr kommen wir schließlich in Sapporo an. Ich möchte gleich die Sitze für die Rückfahrt reservieren und steure das JR-Ticketbüro an, noch der Warteschlange werde ich gefragt, wie man mir helfen kann und der Mitarbeiter am Schalter druckt mir eine Fahrplan aus, wo ich wann umsteigen muss. Was führ ein Service.
Sapporeaner_innen haben eine besondere Eigenschaft: Sie sind sehr hilfsbereit. Wohl haben wir es bis zur entscheidenden Metrostation geschafft, aber dann begann das Suchen. Eine Japanischlehrerin, die sich in der Gegend auch nicht wirklich auskennt, findet unsere Unterkunft eher zufällig, aber immerhin. Sehr nett.


Nach Überwindung einer scheinbar übertriebenen Sicherheitsanlage, betreten wir eine kleine Wohnung, die sauber aber unaufgeräumt ist. Niemand da. Auch gut.
Rechts ist unser Raum. Wir legen unsere Sachen ab und besorgen etwas zu essen. Kurz Zeit nachdem wir wieder retour sind, kommt unser Gastgeber: Ryota, ein Student. Wir unterhalten uns kurz, klären Details und gehen schlafen. Morgen ist der erste Workshoptag. Oyasuminasai.