Am ersten Tag in Osaka machen wir uns erst einmal auf zum Tourismuscenter. Das war zwar für den Vortag geplant, aber die Odyssee hat´s verhindert. Es ist heiß und bis zur Subwaystation dauert es wirklich 20min, wie eine Vormieterin geschrieben hat. Dort entdecken wir den Nambawalk. Eine unterirdische Einkaufsstraße, die eine JR Station und eine größere Subwaystation miteinander verbindet. Sie ist angenehm gekühlt.

In zwei parallel laufenden Gängen bieten viele Geschäfte diverse Begehrlichkeiten an und dazwischen gibt´s Cafés und Restaurants.

Größere Verbindungsgänge sind thematisch gewidmet. So gibt es einen Forestpark, in dem von Zeit zu Zeit auf den Boden zwischen (im Nachhinhein erkenntlichen) Baumstilisierungen Blumen projiziert werden oder einen Walpark.

Wir wollen Kaffee und irgendeine Begleitung. Im Café wird die Bedienung am Nebentisch genervt lauter, als sie einem chinesischen Mann seine Bestellung oder Rechnung erklärt. Sind ChinesInnen die unangenehm auffallenden AmerikanerInnen Asiens? oder ist die Bedienung unhöflich, wie man es Menschen in Osaka nachsagt?
Wir fahren nach einem kalten hartgekochtem Ei, einem pizzaähnlichem Toast, Minihotdogs und ganz passablem Kaffee nach Osakastation zur Touristinformation. Die nette Dame dort empfiehlt uns das eine und andere. Unter anderem eine weitere Einkaufsstraße. die uns das typische Leben in Osaka erleben lässt. Also wir dorthin. Die Preise der unterschiedlichsten Waren lassen darauf schließen, dass das hier nicht (nur) für TouristInnen veranstaltet wird. Wir drehen ein paar Runden. Es regnet leicht. Aber Abkühlung bringt das keine und wir kehren zum Essen in den Nambawalk zurück. Dort wählen wir ein Bierlokal, wo wir Beef essen. Uns gegenüber sitzt ein bereits angetrunkener Mann und eine Frau, die sich Mühe gibt (ihm) zu gefallen, obwohl er sie trotz scheinbar angeregter Unterhaltung, keines Blickes würdigt. Das Essen ist gut und als ich zahle sage ich brav „Gochisosama deshita“. D.h. „Danke für das gute Essen. Ob es daran lag, dass uns der Kellner bis zur Tür nachging und sich nochmals verbeugte?
Am Rückweg kaufe ich in einem heruntergekommenen Laden, der an einen Restpostenmarkt oder einen Pfandleiher bei uns erinnert, ein T-Shirt mit – ich denke – einem Darsteller aus einem Historienschinken um wohlfeile 298Yen. Dann ist der Tag vorbei.
Der vermeintliche Fernsehdarsteller stellt sich als der japanische Samurai Ryoma Sakamoto heraus, der als Wegbereiter der 1868 erfolgten Meiji-Restauration gilt.