Socialzing

Heute werde ich E. treffen. Er ist Graphikdesigner und wir kennen uns aus dem Japanischkurs in Kitaku. Ich mochte ihn. Aber vorher fahre ich noch nach Ikebukoro. Dort war doch auch ein Hyakuenshop…

Die Sonne ist mörderisch als wir die U-Bahn zu Sunshinecity verlassen. Wir flüchten in einen Dotour und trinken Kaffee.

IMG_6577.JPG

Leider ist die Klimaanlage dort eingestellt, als gäbe es kein Morgen, keine Klimaerwärmungen auf Grund exsessiven  Energieverbrauchs. Wir gehen weiter. Übrigens, hier schützen sich die Menschen mit Schirmen vor der Sonne und weil „Weiß-sein“ „schön“ ist, tragen viele der Frauen Ärmel aus Stoff.

Abends treffe ich nun E. Als ich in Asakusa die Treppen zur U-Bahn hinunter laufe, höre ich ein leises Summen. Es kommt aus meinem Inneren. Ich bin hier angekommen. Alles ist gut. Sollte ich in letzter Zeit vielleicht doch nicht so entspannt gewesen sein?

Wir sind in Ebisu verabredet. Ich bin zu früh.  Als ich die Rolltreppe hoch komme, empfängt mich Rauch und sagenhafter Lärm. Es ist Karneval  at the Station.

IMG_6586.JPG

Wir kaufen uns Hülsen at the Combini und setzen uns auf Stiegen in der Nähe. Wir reden über Vieles. Über seine Hochzeitsfeier, bei der er in Japanisch eine Rede halten musste, die er drei Wochen in seiner Küche geübt hatte, wie schön seine Frau bei der Hochzeit war und seine Angst vor den Dingen, die in Europa passieren und so weiter. Ein sehr netter Abend.


 

Am 1.August treffe ich V., eine etwas durchgeknallte Russin, die ich last time bei einer Butoh-Lesson kennen gelernt habe. Ihr Lächeln ähnelt dem einer dieser billigen Marienstatuen, die es von Zeit zu Zeit in Ramschläden zu kaufen gibt. Auch ihr Haar ist ähnlich unordentlich. Sie ist immer noch verpeilt und schlägt einen Onsen oder Kamakura vor. Weil ich eigentlich nicht den ganzen Tag mit ihr verbringen möchte, was ich dann schlussendlich aber doch tue, entscheide ich mich für den Onsen.

„Let´s meet around 11.00 at Shinjuku!“, schreibt sie und ist gut. Shinjuku, einer der größten Bahnhöfe der Welt hat 200 Exits (!). Gut, das Treffen hat geklappt; trotzdem. Wir fahren noch ein Stück mit der Bahn, um dann in eine Shuttlebus zum Onsen umzusteigen. Der Onsen selbst – eine Mischung aus Sauna und Tröpferlbad – ist klein und im Freien. Das Wasser hat eine Farbe wie dünner Kaffee. Wir waschen uns. Eine Frau deutet uns, auf eine Plattform zu gehen. Dort ist ein quadratisches Becken. Die Frauen darin wirken ob unserer Gesellschaft nicht erfreut. Ob das am Zuwachs an Person in dem Becken lag oder daran, dass wir Gajins, weiß ich nicht. Dann wechseln von einem Becken ins andere; heiß, heißer, kalt und wieder von Vorne. In den Boden vor dem Becken mit dem kalten Wasser sind Scheiben aus Halbedelsteinen eingelassen. Es gibt einen Ruhebereich mit Tatamimatten und Decken, wo die Leute schlafen. V. schläft. Sie hat die letzten Tage viel gearbeitet. Dann gehen wir essen. Im Restaurant umspült uns eine Art Meeresrauschen. Ehrlich: ich langweile mich. Aber V. scheint glücklich oder zumindest entspannt.

V. muss zum Unterricht. Sie lernt Akupunktur. Vorher frage ich sie noch nach Butoh, Flohmärkten und Hyakuenshops. Letzteres gäbe es in der Nähe von Shinjuku at the 5th and 6th floor. Sie will mich dorthin führen. Ich dränge sie, den Unterricht nicht zu verpassen. Hab ich a Glück, sie stimmt zu und wir verabschieden uns über-schwänglich. Der Shop ist dann im 8th floor, aber er gefällt mir.

 

This entry was posted in Uncategorized. Bookmark the permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert