small talk

Das Wetter ist für mich eine gegebene Größe, die ich nicht diskutiere. Im Winter ist es kalt. Im Sommer meistens warm und aus. Aber in einem fremden Land bekommen solchen Themen ganz andere Dimesionen. So kaufe ich etwas in einer kleinen Drogerie am Weg von Ikebukuro nach Hause und während ich zahle, spricht mich die Dame des Hauses an. „Samui desu ne!“ „Totemo samui!“ antworte ich. Was sie dann noch alles erzählt hat, habe ich leider nicht verstanden, aber höflich genickt.

Ähnlich gestaltete sich die Kontaktaufnahme mit der Frau von der Straße einige Zeit später: Ich lasse ihr im Aufzug den Vortritt und in das Schweigen hinein sagt sie „Samui desu ne!“

Naja, wenigstens über das Wetter kann ich schon auf japanisch a bisserle jammern. 🙂

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Waseda-recherche

Glück ist für mich wie das Salz in der Suppe: Ich bemerke es erst wenn es fehlt oder wenn ich mir den Text für einen Blogeintrag formuliere. Die Sonne scheint und ich bin auf dem Weg nach Waseda, um in einer japanischen Bibliothek zu arbeiten. Ja, das alles in Summe kann Glück sein und ich ich finde, heute ist alles gut abgeschmeckt. Das Fahrrad korrespondiert dieses Mal sogar einigermaßen mit meiner Körpergröße. Das allein macht schon selig. Ja, meine Vermieterin hat auch andere Fahrräder. Ich habe anfangs ein Kinderfahrrad benutzt. Denn die anderen hat sie sorgsam zu den vielen entlang der Straße gestellt und nicht zum Haus. „But I told you about the yellow lock!“ Das hätte ein fröhliches japanisches Hallo vulgo Konnichiwa der örtlichen Polizei ergeben, hätte ich angefangen sämtliche Schlösser durch zu probieren… Wie auch immer, jetzt ist alles anders. Obwohl ich auf der Meijidori fahre, einer großen Straße, die sich durch mehrere Bezirke zieht, bin ich in bequemen 40 Minuten beim Theatermuseum.

Ich versperre meine Sachen im Eingangsbereich in zwei Schließfächern und betrete den Lesesaal. Nachdem ich meinen Pass abgegeben habe, beginne ich mit der Recherche am Computer den Blick des jungen Bibliothekars stetig auf mich gerichtet. Irgendwann meint er mir helfen zu müssen. An sich habe ich ja alles im Griff, aber bitte, wenn er mehr findet, soll’s mir auch recht sein. Tut er aber nicht, weist mich aber höflich daraufhin, dass zwischen 12.30 und 13.30 wegen der Mittagspause keine Bücher ausgehoben werden. Überhaupt kein Problem für mich, denn es gilt den Bestellschein in Katakana auszufüllen und bis ich damit fertig bin, vergeht nicht nur in Böhmen mehr als ein Viertel…

Geschafft, ich geben den Bestellschein ab und es bricht wie gewohnt Panik unter den Einheimischen aus. Normalerweise zwar nur in Buchhandlungen, aber mit Bücher hat das Personal hier schließlich auch zu tun. Dann wird diskutiert und sich ersteinmal bei mir entschuldigt. Denn für zwei Bücher brauchen sie etwas länger, weil nicht vor Ort und zwei andere sind überhaupt nicht hier zu benutzen. Man würde mich aber gerne dorthin führen. Die ersten Bücher kommen. Wieder wird diskutiert. Dann ist Pause. Sorry, but how do you spell your name ? Sumimasen, Michaela Rischka. Unter ständiger mehr oder weniger unauffälliger Beobachtung beginne ich mit meiner Arbeit und muss schnell erkennen, dass das eigentlich nicht viel bringt, weil mich sowohl Ohno als Hijikata nur am Rande interessieren. Es hungert mich. So stürze ich hinaus und gleich wieder in eine Art Mensa hinein. Dort stell ich mir ein kleines Suppenmenü mit Onigiri zusammen. Das wärmt. Zurück nutze ich die Copycard für das Japanischlehrbuch und bin schließlich früher fertig als geplant.

Wenn Japaner_innen lernen wollen, gehen sie in’s Cafe. Also ist mein nächstes Ziel ein selbiges, um die Zeit bis zum Butoh sinnvoll zu nutzen. Ich fahre ich Okubodori Richtung Nakano entlang. Rechts bremst mich recht bald ein großer 100 Yen – Shop aus. Naja, Zeit habe ich ja noch. Ich kaufe ein paar Kleinigkeiten. Im Obergeschoss umkreist mich ein alter Mann bis er mich endlich anspricht. Graue lange Haarsträhnen hängen im wirr im Gesicht. Die Haut hat eine tabakbraune Farbe und als er den Mund verzieht, gibt das die Leere eines fehlerhaften Gebisses preis. Er bettelt mich an. Das war auch ohne Japanischkenntnisse klar. Ich greife in meine Hose und hole eine handvoll Münzen heraus. Ich geben ihm 100 Yen. „Aber da ist noch ein 100er!“ „Ja, ich weiß!“ (freie Übersetzung eines englisch/deutsch/japanisch Kauderwelsch) Er zieht ab in einer schmutzigen Jogginghose und versucht sein Glück downstairs bei einer Amerikanerin, von der Kekse erbittet. Ich fahre weiter. Allerdings komme ich schon wieder nicht weit. Auf der anderen Straßenseite hängen vor einem Altwarengeschäft Kimonos. Ich brauche keine. Nachdem ich gezahlt habe, beschließe ich keinen Stopp mehr zu machen, weil es wieder kälter geworden ist.

In Nakano wird ‚ s McDonalds, weil dort der Tee billig ist und ein Platz frei. Kaum hatte ich mich zu einer jungen Dame an den Tisch dazu gezwängt, wird ein besserer Platz für mich frei und ich kann mit Katakanaschreibübungen beginnen. Ein Geschäftsmann kommt und packt umständlich seinen Laptop aus, den er dann zwei Tische weiter ansteckt. Ich schreibe weiter. Nach einiger Zeit begehrt ein lautes Klippen meine Aufmerksamkeit. Als ich aufsehe, klippt der Geschäftsmann gerade mit einem großen Nagelzwicker seine Nägel, die er dann dem Mistkübel übergibt. Niemand reagiert oder reagiert für mich wahrnehmbar, also tue ich es auch nicht.

Der Trainingsraum von Yuri ist immer stark überheizt. Aber dieses Mal bin ich vorbereitet. Deo erneuert und  wie eine Zwiebel gekleidet. Aber wie der Teufel in einem Märchen, in dem er einen Handel mit einem Bauern eingeht und immer den Kürzeren zieht: Dieses Mal friere ich und wir machen Ballett. Wenigsten meine neusten Japanischkenntnisse erwärmen mein Herz. …mai, yoko ,ushiro

Yuri macht wie immer ein anstrengendest Warm-up. Dann ist Pause und danach übernimmt er.  Völlig irre Aufgabenstellung. Wir beginnen zu erbrechen. Leicht riskante Anforderung. Wir sind Löw_innen aus Puder. Wir rasen durch die Nacht, durch Tokyo. Mit einem Schritt sind wir meilenweit. So schnell, dass wir manchmal selbst nicht wissen wo wir sind. Mit einem Schritt können wir von Nakano nach Shinjuku kommen. Die Löwin schnuppert dem Duft von Räucherstäbchen nach, blättert den Kalender an der Wand um. Dann ist die Löwin im finsteren Wald und über ihr nur die Sterne… Die nächste Aufgabe verlangt, dass wir Dampf sind. Dampf, der wie ein Bart zuerst links und dann rechts aus meinem Mundwinkel fließt. Dann schießt der Dampf in der Mitte hoch, wie beim Öffnen eines heißen Topfs…. Wir bestehen nur aus Haaren. Ich denke an die Fernsehserie „Es war einmal der Mensch“ Haare, die im Wasser treiben. Wir tun als Dampf alltägliche Dinge, die wir aber sofort wieder vergessen. Dann springt unser Kopf auf und unser Gehirn quillt heraus und fließt den Körper entlang.

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harajuku ahoi

Direkt von der gleichnamigen JR Station der Yamanoteline aus beginnt Harajuku.

Ein Viertel mit engen Gassen voller kleiner Geschäfte und Menschen. Verkauft wird vor allem Kleidung, aber auch Modeschmuck und Devotionalien aktueller J-Popgrößen.

Eigentlich war mir nur aus Sentimentalität danach durch die Gegend zu ziehen. Schaun, ob ’s den Vivienne Westwoodladen noch gibt, der vor fünf Jahren unter Strafandrohung nicht fotografiert werden durfte (nicht gefunden) oder der kleine Crepesstand, wo wir Crepes mit Schlagobers und Erdbeeren im Dezember gegessen haben (gibt‘ s noch; auch die Crepes).

Nach einer kleinen „Fotorunde“ machten wir uns auf, hier etwas zu finden, dass wir noch nicht kannten und wirklich, gleich vom Crepesstand weg – wie praktisch – führen ein paar Stufen weit weg vom Trubel hin zu einem Shrine.

Der Blick zurück in ein Getöse, das dann doch wieder so gut zum Shrine passte.

Zugegeben meine Shrinesättigung hat schon einen sehr hohen Grad erreicht, aber dieser hier war mit lauter Gemälden geschmückt, die Schiffe oder anderes Meeriges zeigten und das war dann schon wieder interessant.

Die Recherche vor Ort ergab, dass der Shrine einem Flottenadmiral namens Admiral Tōgō Heihachirō (1848 – 1934) gewidmet war, den die Presse im Westen als den Nelson des Osten bezeichnete. Der Herr hatte ein recht bewegtes und in seiner Branche als Wassersoldat erfolgreiches Leben. Nachzulesen wie so oft bei Wikipedia.

Zurück in einer der Einkaufsstraßen war wieder alles wie gewohnt monumental.

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ukiyo-e

Ukiyo-e (Bilder der fließenden Welt) sind färbige Holzschnittdrucke, die in sich in Edozeit (1603-1868) als Gebrauchsgraphiken großer Beliebtheit erfreuten. Das Besondere daran ist, dass für jede Farbe eine eigene Holzplatte verwendet wird.

Berühmte Figuren aus Funk und Film, ähm aus dem Kabuki und dem Sumoring wurden sowohl privat als auch in Aktion dargestellt und als leicht verständliche bunte Bilder unter die Leute gebracht. Das wohl berühmteste Bild ist „Die Welle“, die wie die Serie „100 famous views on Edo“ maßgeblichen Einfluss auf die europäischen Impressionist_innen hatte. Nicht zuletzt deshalb erschien mir des dazugehörigen Museums als äußerst erstrebenswert.

In einer ruhigen Seitengasse des an sich sehr turbulenten Harajukuviertels, das zu Shibuya gehört, haben wir das Museum bei der ersten Runde übersehen. Allerdings lassen sich auch tokyoter Stadtpläne irgendwann lesen und bald stand wir vor dem Haus.

Noch im Windfang mussten wir unsere Schuhe gegen unförmige Plastikschlampfen, wahlweise in braun oder hellblau tauschen. Dann ging’s zur Kassa. Die Dame hat leider keinen Spaß an ihrem Beruf oder vielleicht ist sie auch schon durch das ewige Halbdunkel der Ausstellung depressiv; Man weiß es ja nicht…

Wir betreten einen kleinen Raum mit einer Galerie oder einen Raum mit einer kleinen Galerie. Jedenfalls ist der gesamte Ausstellungsbereich mehr als überschaubar. Vor einer Wand ist ein Podest mit Tatamimatte nicht einmal mit Schlapfen zu betreten. Kabukidarsteller, ein paar Sagenfiguren, auch die eine oder andere Dame ist dabei. Über eine Treppe geht‘ s auf die Galerie. „Keine Fotos, kein Lärm“ steht auf dem „Begrüßungsschild“ Vielleicht ist der alte Mann, der vor mir die Bilder betrachtet, ein Demonstrant, denn er lässt das ganze Museum lautstark an seiner Verdauung teilhaben. An einer Schmalseite sitzt eine Frau auf einer Bank und blickt verklärt auf eine Frauendarstellung. Sumimasen, ich geh rasch vorbei.

Interessant ist die Herstellung der Welle in ihren einzelnen Schritten. Dann sind wir auch schon mit dem Museum durch. Fast aus Prodest rasten wir noch ein wenig auf einer Bank in Mitte eines kleinen Steingartens im Erdgeschoss bevor wir uns ein wenig enttäuscht wieder durch Harajuku kämpfen.

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michaelasan no tanoshii nihongo

Die meisten tokyoter Bezirke bietet für Fremde (fast) kostenlose Japanischkurse an, die in Kulturzentren von Freiwilligen abgehalten werden. In Kita-ku ist einer mittwochs und freitags jeweils von 10.00-12.00 ausgeschrieben. Der Plan ist leider sehr ungenau und auch der Versuch den japanischen Stadtplan mit der Adresse im FamilieMart auszudrucken scheitert. Also gehe ich einfach los in die Richtung und finde tatsächlich das Kulturzentrum und das auch noch in der Zeit. Eine nette Dame vom Empfang bringt mich in den ersten Stock, wo schon jede Menge Leute herumwuseln und übergibt mich einem kleinen Mann, der mich anlächelt und dabei aussieht wie diese Igelfiguren aus meiner Kindheit, die Meckie genannt wurden. Er trägt mich in eine Liste ein und ich darf daneben meine Anwesenheit stempeln. Die Stunde kostet 100Yen. Dann werde ich einem älteren Herrn zugewiesen, der wenig begeistert ist, eine Anfängerin zu bekommen. Zu seinem Glück kommt noch ein zweiter Schüler, Eric, ein Franzose, der aussieht wie der bucklige Mönch im Film „Der Name der Rose“ und der schon viel besser japanisch spricht. Mir wird ein Japanischbuch gereicht „Hiroko no tanoshii nihongo“.

Zwischen durch versuchen wirs mit Englisch. Seine Tochter hat sieben Jahre in Wien gelebt und er war auch schon einmal dort.  Der kleine Mann vom Empfang kommt nochmals mit einer Landkarte von Europa und zeigt mir Österreich. Dann kommt er nochmals und macht ein Foto. Später kommt dann noch ein kleiner alter Herr und sagt „Guten Tag!  Wie geht es Ihnen ?“ oder zumindest etwas, das so klingen könnte. Ich begrüße ihn und wir freuen uns gemeinsam über sein bißchen Deutsch.

Am Ende der Stunde nimmt mein Sensei nochmals das Buch zur Hand und liest mir vor, was auf einem Zettel quer über dem Titel dazugeschrieben wurde: „Darf nicht außer Haus gegeben werden“. „Kann ich’s hier irgendwo kopieren?“ Er winkt ab. Ob ich Freitag wieder komme? Ja, ich komme wieder. Er drückt mir das Buch in die Hand und bringt mich dann auch noch zur Station. Domo arrigato gozaimashita, Sensei.

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Waseda University

Die Waseda University, die wie sich viel später noch heraus stellen wird sehr nahe liegt, beherbert auf ihrem Gelände das Tsubouchi Memorial Theatre Museum. Von der JR Station aus folgen wir dem studentischen Volk bis zum ersten Wächter_innenhaus, um dort nach dem Weg zu fragen. Denn ich dachte naiv, nach dem Museum am Gelände zu fragen, würde reichen. Tschapperl! Der junge Mann ist bemüht, sein Kollege lächelt. Dann werden wir in die entgegengesetzte Richtung geschickt. Dort sitzt in einem Container eine junge Wachfrau, die zwar lieb ist, aber kein Englisch kann und mehr als erleichtert ist, als ich sie wieder erlöse. McDonalds hat doch keinen Freespot dafür kalorienreiche Pommes und wir gehen zurück. Mit Stadtplan und Areamaps finden wir den richtigen Campus und auch das Museum. Der Eintritt ist frei.

Fotographieren ist wieder einmal partiell verboten und dort wo man darf, ist es zu dunkel.

Das Museum ist nett, aber mehr auch nicht. ABER es hat eine Bibliothek, in die Einlass begehre, der mir auch gewehrt wird. :-)))) Ich bestelle rasch irgendein Buch, in dem ich dann alibihalber blättere. Kann ich kopieren ? Sicher ! Und schon bin ich stolze Besitzer_innen einer weiteren Copycard. Hier muss ich wieder her!

Abends bin ich wieder bei Natsu Nakajima. Sie lässt uns nach dem Aufwärmen zuerst mit dem Rhythmus der Musik improvisieren und dann den Rhythmus brechen. Die junge Amerikanerin verliert sich (wieder einmal). Don´t close your eyes. Wir tanzen wie durch eine Traumwelt ist die Vorgabe. Nach der Aufgabe sagt Natsu: “ We need feeling, but no emotion!“ Die Amerikanerin starrt sie fassungslos an, hatte sie doch ihr Innerstes nach Außen gekehrt, und ich kann nicht anders, als Natsu für diesen Satz zu lieben. Domo arrigato, sensei.

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Asakusa 2nd

The Tokyo Tourist Information Center recommends spots in every ward. So auch in Shibamata, das wie so ziemlich jeder Ort von Interesse ca. 1Std. von unserer Unterkunft entfernt liegt. Von der gleichnamigen Station aus, bei der der Areamap zweisprachig in Japanisch und Deutsch beschriftet ist, führt eine langweilige Durchzugsstraße zuerst vorbei an der Wasseraufbereitungsanlage Tokyos, die dreimal im Jahr öffentlich gemacht wird. Leider zählt dazu nicht der März.

Etwa nach zehn Minuten ist die Taishakuten dori zu erreichen. Eine kleine Einkaufsstraße mit noch kleineren Geschäften, die direkt beim Haupteingang des Tempels endet. Alles erinnerte ein wenig an Asakusa. Allerdings mit weniger Tourist_innen.

Wir essen süße Mochikugeln auf Spießchen mit Sesam und süße Mochikugeln auf Spießchen mit Azukibohnen. Die Sonne scheint und wir trinken mit anderen Pilger_innen Tee.

Durch das Niten-mon, ein großes hölzenes Tor betreten wir das Tempelgelände. Links geben sich Gottheiten dem Suff hin, während rechts wieder einmal ein Tier zur humanen Belustigung gequält wird.

Die einzelnen Gebäude stehen auf Stelzen und können, so man sich der Schuhe entledigt, betreten werden. Das Bodenholz des überdachten Ganges, der rund um die einzelnen Gebäude und von einem zum anderen führte, wirkt durch die Sonnenstrahlen freundlich einladend. Also kommen die Schuhe in das zur Verfügung gestellte Sackerl und der Tempel wird umgangen.

Nun kam dann doch der Punkt, wo eine Dame in einem Holzhaus Geld von mir wollte und der Punkt der Demut: Die Teppich waren kalt und feucht. Naja, schneller gehen. Dafür war in einer Art Wintergarten ein Teeautomat, den man kostenfrei bedienen konnte mit simultanem Blick in den Tempelgarten. Ein angenehmer Ausgleich.

Vom wie immer in japanischer Genauigkeit gestalteten Garten führte wieder ein überdachter Gang zu dem Teil des Tempel, in dem gerade gebetet wurde. Dieses Gebäude war zusätzlich verglast und die Schnitzereien zu schützen, die rundherum aus dem Buddhismus erzählten. Währendessen war von drinnen das Singen eines Mönchs zu hören.

Vom Tempel führt der Weg zum Katsuhika Shibamata Tora san Museum. This is the Memorial Hall for „Otoko wa Tsurai yo“.(Hartes Brot, ein Mann zu sein) Diese Filmserie rund um den sympathischen Verlierer Toru-san wurde zwischen 1969 und 1997 mit Kiyoshi Atsumi (1928 – 1996) in der Hauptrolle produziert und galt lange als die längste Filmserie der Welt. Hier ein Ausschnitt: http://www.youtube.com/watch?v=yvjFJUvAu24 aus dem Jahr 1974.

Allerdings bin ich cineastisch ignorant – sumimasen R.- und nutze nur den geheizten Warteraum des Museums. Denn die Sonne ist einem unagenehmen Wind gewichen. So trinke ich sehr, sehr süßen warmen Azukibohnenbrei und warte bis sich der Zuckerspiegel hebt.

Als Endpunkt dieser Wanderung durch Shibamata diskutierten wir eine Flussüberquerung auf einer berühmten Fähre: „Yagiri no watashi“. Doch der Fährmann beendet unsere Diskussion. Heute geht nichts mehr. Also zurück zur Station. Suppe essen und auf zum Butohworkshop.

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Backyard

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scenic park designated

Ebenfalls in Gehnähe zu unserem Haus, etwa in der Höhe des Rikugi-en liegt ein weiterer Garten, dessen Besuch durchaus eine Bereicherung darstellt. Der Kyu-Furukawa Garden, einfasst von einer hohen Mauer.

Nach dem Kassahäuschen glaubt man sich zuerst einmal auf einem englischen Landsitz. Das Haus, das heute ein Museum ist, davor Rosenbeete, die von Gärtnern mit kleinen Scheren sorgfältig bearbeitet werden und einem Hobbymaler, der im Respektsabstand am Rand des derzeit nicht grünen Rasens seinen Eindruck in einem Aquarell festhält.

Dann geht es bergab. Vorbei an unzähligen steinernen Laternen und begleitet von der Frage, warum die Gärtner mit heißem Wasser das Eis schmelzen. Es ist doch Winter. Schließlich wird mir klar: Das Eis wird für uns geschmolzen, damit wir die Wege sicherer begehen können….

Das Besondere dieses Parks, der 1919 fertig gestellt wurde, ist die Verbindung zwischen westlichem und östlichem. Von den Rosenbeeten abwärts breitet sich der japanische Garten aus, mit einem trockenen Wasserfall, in dem das fallende Wasser durch die Anordnung der Steine gestaltet wurde und einem, dem tatsächlich Wasser hinunter fällt und für den eigens das Gelände bearbeitet wurde, um seine derzeitige Höhe zu erreichen.

Ein künstliche Felswand und ein Teehaus komplettieren diesen Garten, der außer uns nur vereinzelt Besucher_innen hat.

…und das sind die Momente, die sogar mir hin und wieder an diesen Ort zur Freude gereichen….

Hier noch ein recht netter Werbefilm zu diesem Garten. Natürlich in Japanisch, aber mit englischen Subtitels.

www.youtube.com/watch?v=R5sRPF_ml6A

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Shibuya

So sich Musiksenderfans unter der werten Leserschaft befinden: Dieser Eintrag thematisiert NICHT ein gleichnamiges Fernsehformat eines deutschen Privatsenders, das – wählt man eine euphemistische Formulierung – eher leichte Medienkost darbietet, sondern ganz im Gegenteil: Das ist „Schulfernsehen“ mit einer neuen Folge kosmopolitischem Grundwissens.

Der tokyoter Stadtteil Shibuya wird in den diversen Reiseführer_innen als „hotspot“ für Shopper_innen angeführt und ob der sentimentalen Geschichte rund um einen Hund, dessen Statuen vor einem der Ausgänge umrahmt von einem kleinen Beserlpark steht.

Zur Einkaufsmöglichkeit: Unter, über und rund um so ziemlich JEDEN größeren Bahnhof hier in Tokyo locken Shoppingareas. Jede einzelne von ihnen würde die Betreiber_innen der SCS erblassen lassen. Denn ohne Floorguide oder rotem Wollfaden braucht es Stunden dort wieder heraus zu finden; trotz sehr guter ausführlicher Beschilderung. So würde ich Shibuya nicht besonders empfehlen, wenn es um den Erwerb materieller Güter geht. Jeder Bahnhof ist allerdings ein wenig anders. Hier ist es die „Foodshow“ im Basement, der allerdings besser nur mit leerem Magen beizuwohnen ist, sonst wird einem übel. Unter  Foodshow sind viele kleine Verkaufstände zusammen gefasst, die neben allerlei Fischigem auch Brot und japanische Süßigkeit lautstark anbieten oder deren Fertigung zu bewundern man Gelegenheit hat (Torten aus viel Schlag). Mich verbindet mit dem Viertel eine Filiale der Firma „book off“, in der ich – wenig überraschend – gebrauchte (Kinder)bücher und ein Kanjilexikon gekauft habe und noch einen Gutschein einlösen werde können.

Bevor ich zur Hundegeschichte komme: Schaut man genauer hin, so kann man die Kehrseite dieser kapitalistischen Pracht im wahrsten Sinne des Wortes auf der Rückseite des Bahnhofs erblicken. In einem lärmigen Tunnel, der durch Abluft angenehm warm ist, reihen sich die Kartonapparments der Obdachlosen aneinander. Hin und wieder geht man so durch ein Schlafzimmer, wo ein Mann scheinbar unbekümmert ein Buch liest oder andere im Wohnzimmer diskutieren. Manche Kartons sind akurat und andere schmuddelig. Auf meine Frage, wer die Obdachlosen in diesem Land unterstützt, sagte mir einmal jemand, dass in Japan niemand auf der Straße leben muss, der/die das nicht möchte. Ich habe jetzt schon an einigen Stellen nicht weggesehen und jedes Mal finde ich diese Meinung um eine Nuance zynischer….

Wie findet sich nun ein Übergang zur Hundegeschichte? Nun, wahrscheinlich über die Erkenntnis, dass viele Dinge zur gleichen Zeit am gleichen Ort geschehen und das individuellen Handlungsfeld flexibel bleiben sollte.

Wir umrunden den Bahnhof ein zweites Mal, weil ich zwar die Statue schon einmal gesehen habe, aber keine Ahnung habe, wie groß sie ist. Mehr zufällig stoßen wir dann endlich darauf.

Der Hund, der dieser Statue Modell stand, hieß Hachikō (1923-1935) und war ein japanischer Akita-Hund. In Japan gilt Hachikō als Inbegriff von Treue, da er zehn Jahre lang vor dem Bahnhof auf seinen verstorbenen Besitzer wartete. Berühmt wurde er nicht zuletzt dadurch, dass er einer der wenigen reinrassigen Akita-Hund in dieser Zeit war. Über seinen Tod (u.a. Herzkrebs) wurde landesweit medial berichtet. Die ganze, sehr rührige Geschichte inklusive Bildmaterial (Hachikō wurde ausgestopft und ist im Museum zu bewundern) bitte ich auf Wikipedia nachzulesen.

Heute gilt der Punkt als beliebter Treffpunkt, was ich allerdings auf Grund der vielen Menschen überall hier nicht bestätigen kann.; wie steigert man viel?

Hier eine Ansicht des Stadtteils vom Bahnhof aus.

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