Ukiyo-e (Bilder der fließenden Welt) sind färbige Holzschnittdrucke, die in sich in Edozeit (1603-1868) als Gebrauchsgraphiken großer Beliebtheit erfreuten. Das Besondere daran ist, dass für jede Farbe eine eigene Holzplatte verwendet wird.
Berühmte Figuren aus Funk und Film, ähm aus dem Kabuki und dem Sumoring wurden sowohl privat als auch in Aktion dargestellt und als leicht verständliche bunte Bilder unter die Leute gebracht. Das wohl berühmteste Bild ist „Die Welle“, die wie die Serie „100 famous views on Edo“ maßgeblichen Einfluss auf die europäischen Impressionist_innen hatte. Nicht zuletzt deshalb erschien mir des dazugehörigen Museums als äußerst erstrebenswert.
In einer ruhigen Seitengasse des an sich sehr turbulenten Harajukuviertels, das zu Shibuya gehört, haben wir das Museum bei der ersten Runde übersehen. Allerdings lassen sich auch tokyoter Stadtpläne irgendwann lesen und bald stand wir vor dem Haus.
Noch im Windfang mussten wir unsere Schuhe gegen unförmige Plastikschlampfen, wahlweise in braun oder hellblau tauschen. Dann ging’s zur Kassa. Die Dame hat leider keinen Spaß an ihrem Beruf oder vielleicht ist sie auch schon durch das ewige Halbdunkel der Ausstellung depressiv; Man weiß es ja nicht…
Wir betreten einen kleinen Raum mit einer Galerie oder einen Raum mit einer kleinen Galerie. Jedenfalls ist der gesamte Ausstellungsbereich mehr als überschaubar. Vor einer Wand ist ein Podest mit Tatamimatte nicht einmal mit Schlapfen zu betreten. Kabukidarsteller, ein paar Sagenfiguren, auch die eine oder andere Dame ist dabei. Über eine Treppe geht‘ s auf die Galerie. „Keine Fotos, kein Lärm“ steht auf dem „Begrüßungsschild“ Vielleicht ist der alte Mann, der vor mir die Bilder betrachtet, ein Demonstrant, denn er lässt das ganze Museum lautstark an seiner Verdauung teilhaben. An einer Schmalseite sitzt eine Frau auf einer Bank und blickt verklärt auf eine Frauendarstellung. Sumimasen, ich geh rasch vorbei.
Interessant ist die Herstellung der Welle in ihren einzelnen Schritten. Dann sind wir auch schon mit dem Museum durch. Fast aus Prodest rasten wir noch ein wenig auf einer Bank in Mitte eines kleinen Steingartens im Erdgeschoss bevor wir uns ein wenig enttäuscht wieder durch Harajuku kämpfen.

