Ginza – fette Fische, dicke Katzen

Der Plan war (wieder) das Fischmarktareal in Ginza aufzusuchen und auf dem Weg dorthin bei einem Theater vorbei zu schaun. Unsere Tour begann …. Die Stadt wird uns zwar kleiner, aber die Bahnhöfe scheinen sich a bisserle auszuwachsen und so stehen wir zur Orientierung vor den Mauern des Imperial Gardens.

Ich überlege kurz, ob ich am „shelter for people who cannot go home“ vorbei gehen soll. Dann wissen wir auch schon wieder wo‘ s lang geht. Am Weg liegt der Hybiapark.

Mir dämmert, auch hier war ich schon mal. Das ist doch der mit den Vögeln, die unter dem Schnabel einen Sack hängen haben. Richtig ….. Die Art und Weise wie die Bäume in diesem Land in Form gebracht werden, hat mich damals hier besonders fasziniert. Also schiebe ich eine kleine Fotorunde ein. Im seichten Wasser türmen sich fette Fische, die jedes Mal wenn man sich nähert die Mäuler aufreißen.

Den Park zieren eine wüste Mischung an Exponanten. Statuen von Politikern, Geld- und Fundstücke.

Ein anderer Fotograf, ein anderes Motiv. Zwei alte Frauen füttern eine Verwandtschaft an roten dicken Katzen (eher Gulaschfarbe) und zwei der Tiere posieren gelangweilt für den Künstler. Wir nähern uns langsam. Inzwischen ist der Fotograf abgezogen und die Katzen werfen sich für dermaßen routiniert in Pose, das es fast schon ordinär ist. DAS fotografiere ich bitte nicht. Allerdings hätte ich ihren verdutzten Blick festhalten sollen, als sie merkten sie werden NICHT fotografiert….

Ginza ist in der Nachkriegszeit zum Begriff für eine Einkaufsstraße schlechthin geworden. So gibt es nicht nur in Tokyo „Ginza“ als Bezeichnung dafür.

Auf dem Weg zum Fischmarkt ist das Sonygebäude als hotspot vermerkt und lockt mit einer Leibesvisitation und einer Verkaufsausstellung auf mehreren Etagen. Wenn die Verkaufsaustellung nicht wäre….

Im Viertel gibt es neben dem wegen Renovierung gerade geschlossenem Kabukitheater noch ein anderes. Aber der Plan verrät nicht, welches Genre. Also will ich hin. Das Theater finden wir fast gleich. Es dürfte gerade Einlass sein. Als wir uns nähern, stürtzt bereits ein engagierter Mitarbeiter auf uns zu. Ob wir Karten haben? Nein. Dann tut es ihm sehr leid, aber für heute ist alles ausverkauft. Gibt es einen Spielplan ? Nervös hastet er zu einem Ständer. Bitte sehr. Enjoy your stay. Auf dem weiteren Weg Richtung Fischmarkt gehen wir wieder einmal durch ein Wohnzimmer. Aber der Herr schläft tief in der Sonne.

Im Fischmarktviertel kaufe ich Fisch.

Der Markt selber ist fast menschenleer. Am Zaun hängt ein Schild mit Anweisungen, wie und wann man Zutritt zu den Auktionen hat. 5.00 a.m. Vielleicht ist um die Uhrzeit U-Bahnfahren spannend; so zwecks der Atmosphäre…

Dann geht‘ s weiter zum Hama-rikyu Garden. Wir haben uns in der Zeit geirrt. Die Kassiererin sagt noch, wir schließen um 17.00, aber selbst wenn ich nicht weiß, wovon ich rede, bin ich überzeugend und ich sage, ich weiß…. Also bleibt eine halbe Stunde. Aber die brauche ich eigentlich garnicht. Denn diesen Park werde ich wohl mein restliches Leben nicht vergessen, besonders einen der Kieswege, auf dem vor fünf Jahren plötzlich der verlorene L. dahertrollte und ich überrascht war, wie schnell man nach einem Herzstillstand reanimiert werden kann.

Der Garten ist berühmt für seine Spiel mit den Gezeiten, seinen Wasserreflexionen und seiner 300 Jahre alten Pinie. (Naja, eigentlich ist sie schon 306 Jahre alt.)

Im Wasser sehe ich keine Fische. Aber es ist ja auch schon 16.45. Die haben sicher schon Schluss gemacht und wollen Heim; den ganzen Tag im kalten Wasser. Auch so eine Fischblase ist nicht unendlich belastbar. Dafür habe ich Verständnis.

Die JR Stationen ist dann wieder ein futuristisches Labyrinth mit Einkaufsmöglichkeit.

This entry was posted in Uncategorized. Bookmark the permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert