Eines von vielen – Mein Essensexperiment

Ich habe Natto gekauft. Das sind vergorene Bohnen, die unterschiedlich gewürzt (Senf, Sojasauce, Mayonaise…) recht gerne zum Frühstück gegessen werden. Auf Grund ihres etwas strengen Geruchs- und Geschmacks und weil sie ein wenig aussehen, als wären sie schon einmal verspeist worden, sind sie (angeblich) für Europäer_innen gewöhnungsbedürftig. Forschungsergebnis: Erinnern ein wenig an Schimmelkäse im Geschmack und lassen sich mit Senf ganz gut essen. Ob sie zu meinem favorit dish werden möchte derzeit noch bezweifeln….

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Essen (an) fassen

Mittwoch musste ich schon wieder einkaufen gehen. Essen ich hier so viel ? Im Supermarkt meines Vertrauens gibt es eine Vielfalt an Fischen und Meerestieren.

In einer Kiste abseits neben einer Kühltruhe habe ich dann DieDa entdeckt….

…und sie lebten noch! aufbewahrt in Sägespäne. Naja, besonders zimperlich sind die Japaner_innen ja noch nie mit Meerestieren und Gefangenen umgegangen. in diesem Sinne: Merry Christmas, Mr. Lawrence!

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unbeständige Gewissheit

Am Dienstag bin abends nach Yokohama gefahren, um  bei Yoshito Ohno eine Stunde zu besuchen und um Yumiko Yoshioka zu treffen, deren Performance ich in Berlin gesehen hatte.   http://www.kazuoohnodancestudio.com/english/ 

Von der Bahnstation aus geht man einen Berg hinauf und durch einen Eisenbahntunnel. Neben dem Weg verlaufen die Gleise einer Güterbahn. Darunter sind Parkplätze und das was man bei uns in den 70er Jahren einen Spielplatz nannte: Festgestampfte Erde bzw. Beton und ein paar bunt angemalte Eisenstangen; davor eine Holzbank. Ziemlich genau vor fünf Jahren saß ich hier auf dieser Bank mit einem Coffee to go aus dem Minimarkt an der Straße (Konbini) und zu früh für die Tanzstunde. Damals war ich mir gewiss, nie wieder hier zu sitzen. Ich kann nicht schreiben, ob es mir damals ein Ziel war, wieder hierher zu kommen, aber an diese Gewissheit kann ich mich gut erinnern…

…natürlich habe ich wieder Kaffee gekauft. Dieses Mal konnte ich ihn sogar auf Japanisch bestellen. Aber es ist mehr ein Coffee on the run; weil ich bin nicht zu früh und möchte auf garkeinen Fall zu spät kommen.

Die Stunden selbst war seltsam und überraschend zerfahren. Ein kleiner, fast weinerlicher alter Mann sprach darüber, dass wir wie Blumen uns zur Sonne strecken und gleichzeitig mit den Füßen im Boden, im Dunklen verhaftet sind. Wir sahen eine Dokumentátion über Pina Bausch und er zeigt uns Bild mit Statuen, die eine betonte Mittelachse aufwiesen. Dann sprach er von seinem Vater und den Proben während 9/11. Wir tanzten zu „Amazing grace“ jene Dankbarkeit, die ihm angebracht schien, das nicht miterlebt zu haben und improvisierten in einem imaginären Rosengarten. So wie Picasso und Pina Bausch sagten: Die Unerfahrenen sollen von den Profis lernen und umgekehrt.

Nach der Stunde gab es eiskalten Chianti zum Sushi und zu Reiscrackern. Die anderen munkelten, das Yoshito nun nach dem überstandenen Magenkrebs ein leichtes Alkoholproblem hat… Der obligate Quotenmann in der Runde hatte Geburtstag: Omedetou gozaimasu! und beim Gehen hielt Yoshito meine Hand und fragte, ob ich eh wieder komme. Ja, ich komme wieder! Domo arrigata gozaimasu!

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Der erste Tag

…also eigentlich ist es schon der zweite Tag. Den ersten habe ich verschlafen – der Heater verströmt eine föhnige Wärme, die die Augen sofort wieder zufallen lässt – und so bin ich erst in der Nacht raus um Dank konsument_innenfreundlicher Öffnungszeiten bis 21.00/22.00 noch etwas Essbares zu erstehen….

Meine Vermieterin hat ein Fahrrad und die Sonne scheint. Also mache ich mich auf in Richtung Shinjuku. Nachdem ich das Fahrrad aufgepumpt habe – viel bessere Technik disbezüglich als bei uns – geht´s gleich noch besser. Einziger Haken: Das Fahrrad ist mir ca. 50cm zu klein und ich sitze wie der sprichwörtliche Affe auf dem Schleifstein. Macht nichts: Wenn ich die nächsten zwei Monate fleißig trainiere, dann kann ich noch in diesem Jahr an der europäischen Meisterschaft der Bodybuilderinnen antreten, weil dann meine Beinmuskulatur völlig ausdefiniert sein wird.

Hier fahren alle auf dem Gehsteig und meistens auch links. Aber insgesamt nehmen sie´s hier nicht so genau mit Vorschriften fürs Fahrrad fahren.

Nach ca. 20min. war ich dann in Ikebukuro. Auch nicht schlecht. Rechts und links neben der U-Bahnstation riesige Shoppingtower.

Hier steht NICHT Mc Donalds!

Hier steht: makudonarudo (-hasaba-ga-); Fremdwörter schreiben Japaner_innen in Katakana (eines von zwei Silbensystemen) und lautmalerisch…

Auf der Straße vor Allem vor Geschäften stehen Werber_innen, die so enthusiatisch wie von den Passant_innen unbeachtet Werbung für Produkte machen. In diesem Fall: Kontaktlinsen. In den Geschäften rufen die Verkäufer_innen einem ständig „Irrashaimase“ zu. Das heißt „Herzlich Willkommen!“ und wird höchstens mit einem Lächeln quittiert; Kund_innen grüßen nicht.

Manchmal frustriert die Globalisierung:

…und im Haus gibt es Papiertragetaschen von H & M und jede Menge IKEA-Zeug. (Es gibt eine Filiale in Yokohama. Irgendwie hätte das schon wieder etwas: Kotbüla essen bei IKEA.jp…)

Hin und wieder sieht man Gruppen von Menschen unmotiviert und meist auch schweigend beisammen stehen: Die Raucher_innen. Allerdings gab es seit meinem letzten Besuch auch hier einen ziemlichen Sittenverfall: Ich habe rauchende und essende Gehende gesehen!

….entlang meines Weges…

Zwei Themen haben in meinem Leben gerade eine große Bedeutung: Heizen und Essen. Da der Wechselkurs derzeit nicht gut ist, habe ich mich auf die Suche nach einem Supermarkt gemacht, der nicht so bunt beworben ist und in dem sich viele Menschen tummeln; Auch Tokyo muss einen Hofer haben ! Manche Dinge kamen nicht in den Einkaufskorb auf Grund ihres Preises, manche auf Grund des Umstandes, das ich keine Ahnung hatte, ob das tierisch, pflanzlich oder chemisch ist. Hier meine Ausbeute:

Natürlich bin Ich kontrolliert worden. Das kaputte Licht hat den Herrn Inspektor allerdings nicht gestört. Er wollte eine ID. Zwar kosten hier Fahrräder nur zwischen 100 – 200 Euro, aber sie haben eine Art Zulassung, an Hand derer überprüft wird, ob man selbiges ganz legal sein/ihr eigen nennen darf. Von dieser Zulassung wusste ich allerdings nichts… Die Vermieterin meinte: “ It really quite rare…“ Nun, sollte ich sie über die Besonderheiten meinereine diesbezüglich aufklären? ICH werde nämlich immer kontrolliert!

Besonders imposant finde ich die polizeilichen Fahrräder. Hinten ein metallener Koffer und vorne zwei Plastiksäulen, die sicher beim Einsatz blau leuchten. Ich war so beeindruckt, dass es mich wohl insgesamt drei Versuche gekostet hat, um diese Räder zu fotografieren. (Vielleicht hatte ich aber auch zu großen Respekt vor einer weiteren Amtshandlung (gegen?) mich….)

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Kita-Tokinagawa

„Mein“ Bezirk heißt Kita und ist der nördlichste der 23 tokyoter Bezirke; ein reiner Wohnbezirk mit einer hohen Bevölkerungsdichte (fällt nicht wirklich auf). Auffällig sind die vielen Hunde(besitzer_innen) von teilweise sehr großen Hunden gemessen an der durchschnittlichen Wohnraumgröße.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kita_(Tokio)

Eine der wenigen Sehenswürdigkeiten hier ist der Asukayama-Park (飛鳥山公園, Asukayama-kōen). Das ebenfalls empfohlene Papiermuseum werde ich noch besuchen. Hier erst einmal Fotos aus dem Park.

Von einer Seite aus ist der Park mit einer Art Seilbahn befahrbar; lediglich zur Überwindung eines geringen Höhenunterschiedes….

                                                                                                                                                      

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Der Rest des Hauses

Die Mikrowelle habe ich noch nicht recht verstanden.Der Tisch ist unterhalb geheizt und steht auf einem beheizten Teppich-sehr angenehm.

    Das Bad ist im Erdgeschoss. Wie alle japanischen Badezimmer gibt es dort eine Art große Wanne und einen Wasserhahn nahe dem Boden. Zum Waschen setzt man sich auf einen Plastikschemel und lässt Wasser in ein Lavoir. Dann seift man sich mit einem Schwamm am ganzen Körper ein und spült anschließen die Seife ab. In diesem Raum gibt es keine Heizung. Das ist an sich nicht schlimm, wenn man nicht so wie ich das  Handtuch im Zimmer vergisst…

 

 

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Wohnen

Hier wohne ich. Das Haus gehört einer Amerikanerin, die hier in Tokyo Englisch lehrt und bis 19. Jänner in Deutschland bei ihren Verwandten ist. Ich mag, dass in Tokyo der Begriff Zimmerpflanzen sich ausdehnt und alle ihre Töpfe vor die Tür auf die Straße stellen. Das Haus ist schön. D.h. es gefällt mir, weil es traditionell japanische Räume hat, die durch Schiebetüren aus Papier (Shoji) getrennt sind und mit Reisstrohmatten (Tatami) ausgelegt sind. Bodentiefe Fenster öffnen sich zu schmalen Hinterhöfen, in denen auch im Winter grüne großblättrige Stauden wachsen. Leider hat unsere Wirtin das Haus vollgestopft mit Dingen und ich habe mich dabei ertappt, wie ich bereits im Geiste die Sachen sortiert und entsorgt habe…

Der Eingangsbereich. Ihre Haustür ist immer offen. Dafür hat sie aber das Fahrrad versperrt. Von der Tür weg führt eine Stufe ins Haus. Die Schuhe und auch das Kerosin bleiben davor. 

Eine finstere, schmale Treppe, die nicht annähernd so breit ist, wie sie vielleicht auf dem Foto wirkt kommt man in den ersten Stock zu meinem Zimmer.

Das ist die Hälfte meines Raumes. Geheizt wird mit einem kleinen Kerosinofen und einer großen Wärmematte unter dem Fußboden.

Vor dem Zimmer gibt es kaltes Wasser zum Zähneputzen und einen Wasserkocher. Während man im Haus keine Schuhe trägt, so sind sie am WC ein Muss. Selbiges spült man mit jenem Wasser, das beim Mal zuvor für´s Händewaschen benutzt wurde. Außerdem ist es nichts für Menschen mit kaputten Kniegelenken.

Von meinem Zimmer aus gibt ein kleiner Balkon den Blick frei auf die nächstgelegene Bahnstation, deren Züge sich in regelmäßigen Abständen durch Geläute bemerkbar machen.

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Die Anreise

…die Anreise war dieses Mal nicht ganz so prickelnd: Die Kabinencrew der Aeroflot von Wien nach Moskow hat nicht russisch sprechende Passagiere nur widerwillig bedient. (Sicher eine Ausnahme) Etwas entschädigt hat das eine sehr kommunikative Eximmobilienhändlerin aus dem 8.Bezirk, die Kulturanthropologie studieren möchte und mit Kindern und Mutter ihren Bruder in Moskau besucht. Auch der Blick aus dem Fenster hatte etwas…

Beim Einreiseschalter in Narita meinte der Schalterbeamter doch glatt, ich solle das nächste Mal deutlicher schreiben…pfff.

Als kleine Überraschung lang im Koffer ein russischer Aktenvermerk, der so elegant geschrieben war, dass man ihn fast für einen Liebesbrief in kyrilisch halten konnte. Doch leider bin ich nun Mal des Russischen nicht mächtig und machte mich am Flughafen auf die Suche nach dem Aeroflotschalter. Gut, ein paar japanische Mitarbeiterinnen wirkten etwas nervös, aber ich war eh lieb zu ihnen… Endlich erschien der Manager, sprach mich auf russisch an und war überrascht, dass ich mit dem Namen „Rischka“ ihn nicht verstehe. Also, der Brief war der Hinweis, dass man aus dem Koffer Gefährliches entfernt hatte-Sternspucker nämlich.

Auf dem Weg zur Unterkunft war ich dann zu müde, um noch viel Dokumentierenswertes zu sehen. Ganz vergessen hatte ich, dass hier alles piepst, zwitschert, pfeifft und gongt auf der Straße.

do itashimashite

 

 

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Vorbereitung

…Habe fertig!

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Vorbereitung

So, nachdem mir U./R. einen Koffer geschenkt hat, muss ich mich nun ernsthaft mit den Vorbereitungen auseinandersetzen….

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