Der erste Tag

…also eigentlich ist es schon der zweite Tag. Den ersten habe ich verschlafen – der Heater verströmt eine föhnige Wärme, die die Augen sofort wieder zufallen lässt – und so bin ich erst in der Nacht raus um Dank konsument_innenfreundlicher Öffnungszeiten bis 21.00/22.00 noch etwas Essbares zu erstehen….

Meine Vermieterin hat ein Fahrrad und die Sonne scheint. Also mache ich mich auf in Richtung Shinjuku. Nachdem ich das Fahrrad aufgepumpt habe – viel bessere Technik disbezüglich als bei uns – geht´s gleich noch besser. Einziger Haken: Das Fahrrad ist mir ca. 50cm zu klein und ich sitze wie der sprichwörtliche Affe auf dem Schleifstein. Macht nichts: Wenn ich die nächsten zwei Monate fleißig trainiere, dann kann ich noch in diesem Jahr an der europäischen Meisterschaft der Bodybuilderinnen antreten, weil dann meine Beinmuskulatur völlig ausdefiniert sein wird.

Hier fahren alle auf dem Gehsteig und meistens auch links. Aber insgesamt nehmen sie´s hier nicht so genau mit Vorschriften fürs Fahrrad fahren.

Nach ca. 20min. war ich dann in Ikebukuro. Auch nicht schlecht. Rechts und links neben der U-Bahnstation riesige Shoppingtower.

Hier steht NICHT Mc Donalds!

Hier steht: makudonarudo (-hasaba-ga-); Fremdwörter schreiben Japaner_innen in Katakana (eines von zwei Silbensystemen) und lautmalerisch…

Auf der Straße vor Allem vor Geschäften stehen Werber_innen, die so enthusiatisch wie von den Passant_innen unbeachtet Werbung für Produkte machen. In diesem Fall: Kontaktlinsen. In den Geschäften rufen die Verkäufer_innen einem ständig „Irrashaimase“ zu. Das heißt „Herzlich Willkommen!“ und wird höchstens mit einem Lächeln quittiert; Kund_innen grüßen nicht.

Manchmal frustriert die Globalisierung:

…und im Haus gibt es Papiertragetaschen von H & M und jede Menge IKEA-Zeug. (Es gibt eine Filiale in Yokohama. Irgendwie hätte das schon wieder etwas: Kotbüla essen bei IKEA.jp…)

Hin und wieder sieht man Gruppen von Menschen unmotiviert und meist auch schweigend beisammen stehen: Die Raucher_innen. Allerdings gab es seit meinem letzten Besuch auch hier einen ziemlichen Sittenverfall: Ich habe rauchende und essende Gehende gesehen!

….entlang meines Weges…

Zwei Themen haben in meinem Leben gerade eine große Bedeutung: Heizen und Essen. Da der Wechselkurs derzeit nicht gut ist, habe ich mich auf die Suche nach einem Supermarkt gemacht, der nicht so bunt beworben ist und in dem sich viele Menschen tummeln; Auch Tokyo muss einen Hofer haben ! Manche Dinge kamen nicht in den Einkaufskorb auf Grund ihres Preises, manche auf Grund des Umstandes, das ich keine Ahnung hatte, ob das tierisch, pflanzlich oder chemisch ist. Hier meine Ausbeute:

Natürlich bin Ich kontrolliert worden. Das kaputte Licht hat den Herrn Inspektor allerdings nicht gestört. Er wollte eine ID. Zwar kosten hier Fahrräder nur zwischen 100 – 200 Euro, aber sie haben eine Art Zulassung, an Hand derer überprüft wird, ob man selbiges ganz legal sein/ihr eigen nennen darf. Von dieser Zulassung wusste ich allerdings nichts… Die Vermieterin meinte: “ It really quite rare…“ Nun, sollte ich sie über die Besonderheiten meinereine diesbezüglich aufklären? ICH werde nämlich immer kontrolliert!

Besonders imposant finde ich die polizeilichen Fahrräder. Hinten ein metallener Koffer und vorne zwei Plastiksäulen, die sicher beim Einsatz blau leuchten. Ich war so beeindruckt, dass es mich wohl insgesamt drei Versuche gekostet hat, um diese Räder zu fotografieren. (Vielleicht hatte ich aber auch zu großen Respekt vor einer weiteren Amtshandlung (gegen?) mich….)

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