Hier wohne ich. Das Haus gehört einer Amerikanerin, die hier in Tokyo Englisch lehrt und bis 19. Jänner in Deutschland bei ihren Verwandten ist. Ich mag, dass in Tokyo der Begriff Zimmerpflanzen sich ausdehnt und alle ihre Töpfe vor die Tür auf die Straße stellen. Das Haus ist schön. D.h. es gefällt mir, weil es traditionell japanische Räume hat, die durch Schiebetüren aus Papier (Shoji) getrennt sind und mit Reisstrohmatten (Tatami) ausgelegt sind. Bodentiefe Fenster öffnen sich zu schmalen Hinterhöfen, in denen auch im Winter grüne großblättrige Stauden wachsen. Leider hat unsere Wirtin das Haus vollgestopft mit Dingen und ich habe mich dabei ertappt, wie ich bereits im Geiste die Sachen sortiert und entsorgt habe…
Der Eingangsbereich. Ihre Haustür ist immer offen. Dafür hat sie aber das Fahrrad versperrt. Von der Tür weg führt eine Stufe ins Haus. Die Schuhe und auch das Kerosin bleiben davor.
Eine finstere, schmale Treppe, die nicht annähernd so breit ist, wie sie vielleicht auf dem Foto wirkt kommt man in den ersten Stock zu meinem Zimmer.
Das ist die Hälfte meines Raumes. Geheizt wird mit einem kleinen Kerosinofen und einer großen Wärmematte unter dem Fußboden
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Vor dem Zimmer gibt es kaltes Wasser zum Zähneputzen und einen Wasserkocher. Während man im Haus keine Schuhe trägt, so sind sie am WC ein Muss. Selbiges spült man mit jenem Wasser, das beim Mal zuvor für´s Händewaschen benutzt wurde. Außerdem ist es nichts für Menschen mit kaputten Kniegelenken.
Von meinem Zimmer aus gibt ein kleiner Balkon den Blick frei auf die nächstgelegene Bahnstation, deren Züge sich in regelmäßigen Abständen durch Geläute bemerkbar machen. 



