Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß

Es schneit in Tokyo! Zwar ist die Erde nicht weiß, dazu ist es zu warm und auch der blaue Himmel bot sich mehr wegen dem Romantitel an, als wegen wahrnehmbarer Wettererscheinungen, aber nichtsdestotrotz: Es schneit!

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Alternative

Für heute hatte ich eigentlich einen Interviewtermin mit Yumiko vereinbart. Sie schreibt, wir treffen uns an der Higashinakano Station. Auf meine Frage, ob diese Station denn nur einen Ausgang hat, bekomme ich leider keine Antwort und so verwundert es mich auch nicht sonderlich, dass ich eine dreiviertel Stunde warte und zweimal alle Ausgänge ablaufe ohne auf sie zu treffen. Also, eine Alternative muss her! Mr.Donuts.

Da Kalorien zu zählen ist völlig zwecklos. Es waren viele! Der Krapfen ist gefüllt mit „Angelcreme“. Das ist Schlagobers, natürlich gezuckert. Der Ring war außen fett wie ein Krapfen und innen ganz locker und luftig. Den gab es übrigens auch noch gefüllt und in Schokolade getunkt. Der Kaffee ist mehr ein Milchkaffee, aber dafür bekommt man soviel man will…

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Ushigome Area

Der Bezirk Shinjuku entstand 1947 durch den Zusammenschluss der Stadtteile Yotsuya, Ushigome und Yodobashi. Ushigome wird in den Reiseinfos als Geheimtipp beschrieben, weil es noch nicht so sehr von Tourist_innen überlaufen ist und eine interessante Mischung an Häusern und Geschäften bietet.

Vom Bahnhof Iidabashi ist das erste Ziel der shintoistische Shrine „Tsukudo-hachiman-jinja“. Vorbei an einem mit Stacheldraht eingezäunten Kinderspielplatz geht es einen kleinen Hügel hinauf. Am Fenster eines Nebengebäudes steht „Free information about shintoism avaible. Please ask at the little window behind you.“

Wieder zurück auf der Straße entdeckte ich an einer Kreuzung endlich meinen Daruma. Ich kaufe die Figur in einem kleinen Geschäft, das Geschirr, Souvenirs, Blumentöpfe und noch allerlei Krimskrams in der Auslage hat. Dort wo ich die Kassa vermute, sitzt eine kleine alte Frau an einem Tisch und schläft. Zu ihrer Füßen wärmte sich eine Katze an einem elektrischen Heizer. (Sie hatte auch schon ganz rote Streifen auf dem Fell….) Dann kommt die Ladenbesitzerin. Während sie das Ausstellungsstück, das ich zwecks der Verständigung von draußen mit herein genommen hatte, gegen einen neuwertigen Daruma im Lager ausstauscht, starrt die alte Frau, die inzwischen munter geworden war, auf die Figur und murmelt ein wenig ungläubig den Preis: ni hyaku san jiu hachi en. Dann wurde Ae(te) – warum auch immer hat er jetzt einen Vornamen – sorgfältig in ein Papiersackerl verpackt, verklebt und in einem obligatorischen Plastiksackerl verstaut. Arrigato.

Auch beim Brotgeschäft habe ich das Fotografierverbotsschild zu spät gesehen….

Den restlichen Nachmittag verbrachte ich damit, das Yarai Noh Theater in der Gegend zu suchen und nach Durchlaufen von immer enger werdenden Bahnen auch zu finden, aber das ist eine andere Geschichte……..

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Noguchi seitai

Dienstag bin ich wieder zu Natsu gegangen. Sie praktiziert Noguchi Seitai und will, dass wir unsere Katsugen fließen lassen. Ob die voran gestellte Massage/Akupressur Teil dieses (philosophischen) Konzeptes ist, habe ich noch nicht herausgefunden. Aber ich bin skeptisch, denn die „Bearbeitung“ durch eine andere Teilnehmerin tut mir weh. „Should it hurt?“ Sie lächelt mich strahlend an, scheint meine Frage aber nicht zu verstehen. Ich wiederhole sie. „Oh, no,no…“ Beim Bein das gleiche Spiel. Ich gebe auf und spanne einfach meine Muskulatur so an, dass der Schmerz erträglich ist.

Denn auch wenn mir jetzt der/die eine oder andere widersprechen möge und ich mein Image auch entsprechend gepflegt habe, aber ich glaube nicht an Schmerzen, weder aktiv noch passiv uns schon garnicht zur Entspannung.

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Shinjuku

In unmittelbarer Gehnähe zur Subway Station Shinjuku befindet sich das Tokyo Government Building. (Wobei Nähe hier etwas Relatives ist…) Zufällig bin ich in einem anderen Blog auf den Hinweis gestoßen, dass es hier erstens einen Tourist_inneninformation gibt und zweitens zwei Aussichtplattformen zu denen der Zutritt kostenlos ist. Shinjuku ist einer der größten Bahnhöfe der Welt und wird tagtäglich von drei Million Menschen frequentiert. Erstaunlich rasch war dafür der unterirdische Weg zum Regierungsgebäude zu finden. Nachdem ich in der Information alles eingesammelt hatte, was für mich von Interesse sein könnte, stellte ich mich ordentlich zur Taschenkontrolle an, um dann hinter der zweiten Linie auf den Aufzug zu warten, der mich in den 45. Stock beförderte. Oben war´s befremdlich, vielleicht auch deshalb, weil ich – naiv – eine Plattform immer mit Luft, Wind und Kälte assoziiere. Doch hier ist es eben der 45. Stock. Auf der einen Seite ein italienisches Restaurant mit gedämpfer Musik und weniger gedämpfen Essensgerüchen und an den anderen drei Seiten, Aussicht über Tokyo. Am Horizont war es zwar auch dunstig, aber vor Allem ist diese Stadt so groß, dass man ihre Begrenzungen nicht sehen kann.

Shinjuku ist auch bekannt für sein Geschäfts- und Unterhaltungsviertel. Da ich erst gegen Mittag aufgebrochen war und das Tageslicht und die regulären Öffnungszeiten nutzen wollte, besucht ich statt den unzähligen Konsumtempeln, den Shinjuku Gyoen National Garden.

Der kaiserliche Garten wurde 1906 angelegt und verbindet drei unterschiedliche Gartenstile: einer Art japanischen Wandelgarten mit Teehäusern, Brücken, Wasser und Nadelhölzern, einem englischen Garten mit großflächigen Wiesen und einem französischen Garten, der rund um eine mit Plantanen bepflanzte Promenade angelegt ist und mir am wenigsten gelungen Teil scheint: So reihen sich im Rosenbeet die „Helmut Schmidt“-Rose neben die von „Carolin von Monaco“ und „Esmeralda“. Auch Playgirl und Playboy finden sich hier (als Pflanze wieder) und „Sexy Rexy“.

Jedes Frühjahr wird im Shinjuku Gyoen mit Kirschblütenfest Hanami die Schönheit der Kirschblüte gefeiert. Darüber hinaus ist der Park für seine Chrysanthemen berühmt.

 
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Flohmarktversuche

Sonntag unternahm ich den zweiten Anlauf einen Flohmarkt zu besuchen. Nachdem ich bei meinem letzten Aufenthalt in Tokyo ganz wunderbare Dinge um wenig Geld erstanden hatte, bat ich N. für mich zu recherchieren. Am ersten möglichen Sonntag disponierte ich kurzfristig um, um Yoshitos Performance zu sehen, mit dem Enderfolg, dass ich mich verfahren habe und WEDER Flohmarkt noch Performance besucht habe. Doch dieses Mal!

Der Flohmarkt liegt auf dem Areal des Jasukuni Jinja Shrines, ist aber dieses Mal leider  sehr klein ausgefallen und nur für Sammler_innen von Diversem interessant. Auch der Shrine selber begeistert mich wenig: Werden dort doch Kriegsheld(_innen) verehrt, was immer wieder zu Kontroversen führt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Yasukuni-Schrein

So mache ich nur wenige Fotos und mich schließlich auf in die Yasukuni-Dori, wo es laut Tourismusinformation viele Buchantiquariate geben solle. Und siehe da: langsam wird mir diese Stadt kleiner und ihre Teile wachsen zusammen. Denn der Anfang DIESER Bücherstraße ist das Ende der Bücherstraße von Akihabara. So kaufe ich noch ein Geschenk für R. und mir einen biligual Atlas of Tokyo und der Tag ist schon wieder Nacht…

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Essen kaufen, Essen kochen

Der Unterschied zwischen Selbstgekochtem und Imbiss ist hier nicht so groß wie bei uns. Besonders nicht, wenn man so wie ich gerne in eine dieser Suppenküchen geht, die am unteren Ende der Preisskala liegen.

Ich mag diese kleinen manchmal etwas schmuddeligen Lokale. Vielleicht weil dann doch meine ländlich-proletarische Herkunft durchkommt oder weil man mittels einem Automaten bestellen kann und außer einem dämlichen Lächeln, einer Verbeugung und etwas Glück beim Spiel nichts braucht, um zu einer warmen Mahlzeit zu kommen.

Aus dem Automaten kann dann auch der Kaffee kommen. Der ist warm, durchaus trinkbar und mit 130 Yen durchaus günstig.

Das selber Kochen ist immer noch bestimmt von einer großen Freude an Experimenten – Ich brauche unbedingt ein Kochbuch! Lediglich der Mise en place ist weiterhin eine Herausforderung.

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Sein rechter Fuß – ein Nachtrag

Gleich in der ersten Woche fiel mir auf dem Weg Richtung Shinjuku ein kleines Buchantiquariat auf und bei meinem nächsten Einkauf in einem anderen Supermarkt meines Vertrauen – ja, ich bin im Verteilen meiner Konsumentinnengunst etwas flatterhaft und wankelmütig – wollte ich das Buchgeschäft zwecks Suche nach geeigneten Fotomittelpunkten besuchen. Bereits die Auslagen waren eine seltsam interessante Mischung aus teurem Prozellan und Wittgensteinbiographien. Drinnen setzten Fotobände über Malerei und diverse andere Biographien das Spektrum fort. Unter Anderem entdeckte ich ganz prominent platziert ein Buch über irgendeine Zahnradbahn in Österreich. Hier bist du richtig, dachte ich und war mutig genug nach Butoh, dann nach Hijikata und schlussendlich auch nach Kazuo Ohno zu fragen. „Ahhh, Ohno Kazuo!“ Der Verkäufer erklärte mir erfreut, dass er immer wieder Fotos hätte, aber nicht im Moment und zog gleichzeitig eine Zeitschrift aus dem Regal. Eine Ausgabe von Geijtsu Shincho vom März 1998 um angemessene 800 Yen. Die Zeitschrift war sorgfältig verpackt, fast wie ein Geschenk. Nicht ohne Grund. Denn nachdem sie mir der Verkäufer geöffnet hatte, konnte ich durch eine Bilderserie über Tatsumi Hijikata (1928 – 1986)  den „Begründer des Butohs“ blättern.

„Ob er denn nicht oder wann er denn wieder mehr hätte?“, fragte ich ihn. „Hmm“ Er selber nicht, aber ein Freund hätte gerade eine wahre Rarität an Foto in seinem Geschäft. Wo ist der Freund. Zuerst zeigt er mich noch am Laptop das Foto und das war gut so, denn es war der Gipsabdruck des rechten Fusses von Hijikata. Naja, bei allem Butohenthusiasmus, aber a Fuss…

(Die Adresse vom Geschäft des Freundes habe ich sicherheitshalber trotzdem mitgenommen)

http://www.youtube.com/watch?v=3xYsO7OpQkQ )

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Flohmarktversuche oder Gojira wa Nihondesu.

Sonntag unternahm ich den zweiten Anlauf einen Flohmarkt zu besuchen. Nachdem ich bei meinem letzten Aufenthalt in Tokyo ganz wunderbare Dinge um wenig Geld erstanden hatte, bat ich N. für mich zu recherchieren. Am ersten möglichen Sonntag disponierte ich kurzfristig um, um Yoshitos Performance zu sehen mit dem Enderfolg, dass ich mich verfahren habe und WEDER Flohmarkt noch Performance besucht habe. Doch dieses Mal!

Der Flohmarkt liegt auf dem Areal des Jasukuni Jinja Shrines, ist aber dieses Mal leider  sehr klein ausgefallen und nur für Sammler_innen von Diversem interessant. Auch der Shrine selber begeistert mich wenig: Werden dort doch Kriegsheld(_innen) verehrt, was immer wieder zu Kontroversen führt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Yasukuni-Schrein

Godzilla ist Japaner(_in?). Das mag wahrscheinlich nicht einmal den/die Cinephobste/n überraschen, aber ICH habe den Beweis.

Godzilla am Sonntag Nachmittag ganz entspannt in einem Fluss zwischen Kudanshita Station und Jimbocho Station. (Oder ein/e Gaijin auf Sightseeing…)

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Das Imperium schlägt zurück

…und ich habe einen Aus-schlag. Hier ein Bild.

(Aus ästhetischen Gründen habe ich die unansehnlichsten Stellen geschwärzt.)

Ich nehme eine allergische Reaktionen auf irgendetwas oder irgendjemanden an, denn Infektionskrankheiten wie Röteln, Masern und Gürtelrose habe ich dank dem Internet genauso ausschließen können, wie eine HIV-Erkrankung. Ob es nun das viele Plastik ist – an meine Haut lasse ich nur Chlorversetztes Wasser und PVC – oder der Vitamin-C-Saft, der mit Collagen angereichert wurde – (Ja, ich konnte dem nicht widerstehen und ehrlich, meine Nase gefällt mir schon ein bißchen besser; nach fünf Behandlungen) – ich weiß es nicht. Jedenfalls bemühe ich mich auch hierbei um Originalität, denn die Symptome laufe so ab: Zuerst juckt es irgendwo auf meinem Körper, dann kratze ich mich und dann habe ich den Ausschlag… Naja, andererseits sich hin und wieder wie ein Tier zu kratzen, hat schon was animalisch Befreiendes….

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