nihombashi

Nun haben wir es endlich auch zu Japans berühmtester Brücke, der Nihon/Nihombashi geschafft. Unter einen Highway gezwängt, lässt außer der Mär über diesen Punkt an dem die fünf wichtigsten Straßen Japans ihren Ursprung haben, nichts die geschichtliche Glorie der Edozeit erkennen.

Unlängst saßen wir in einer Suppenküche und aus dem Lautsprecher schnulzte „O yedo nihon-Bashi“. Eine Ode an die Brücke.

http://www.youtube.com/watch?v=nBILDwcPBxo&feature=related

Hier der Text zum Mitsingen.

O YEDO NIHON-BASHI

O Yedo Nihon-bashi
Nanatsu dachi
Hatsu no tabi
Giyouretsu soroete;-
*Arewai *sanose!
Kocha Takanawa
Yo akete,
Chochin kesu;-
*Kocha e, *kocha e!

*(Untranslatable exclamations)

DIE NIHON-BASHI* IN YEDO**

(Volkslied mit Shamisen-Begleitung)
Von der Nihon-bashi in Yedo
Sind wir um vier Uhr Morgens
Zu unserer ersten Reise
In geordnetem Zuge aufgebrochen;-
Arewai sanose!
Nun wir in Takanawa*** sind,
Bricht schon der Tag an,
Und wir können unsere Handlaternen auslöschen!
Kocha e, kocha e!

dddd

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Tram fahren

Eigentlich wollten wir heute nach Ota ans Meer, aber es regnet bereits in unserer Früh und so beschließen wir, Straßenbahn zu fahren und zwar mit jener Linie, deren Läuten unseren Schlaf ständig begleitet: Die Arakawa line.

Tram und Bus haben hier einen Einheitspreis zwischen 160 bis 210 Yen unabhängig davon wie weit man fährt. Wir zahlen 160 Yen und fahren zuerst zur einen Endstelle: Waseba. Auf der Universität ist gerade Prüfungszeit und wir dürfen nicht einmal auf den Campus. Im Universitätscafe ist dafür ein freier Platz und ein recht guter Cafe Latte zu haben. Nach Durchsicht der Goods, die im Universitätsshop angeboten werden, gehen wir wieder zur Tram und fahren dieses Mal nach Minowabashi. Dort gibt es nichts außer noch mehr Regen, einem Supermarkt und einem 100 Yen – Shop. Leider ist für uns die erkennbar günstigste Variante eine Einkehr bei McDonalds. Dort bestellen unsere Tischnachbar_innen „shaka shaka“. McDonalds hin oder her, das muss ich auch haben. In einem Papiersackel ruht ein paniertes Hühnerfilet. Dann wird aus einem kleinen Briefchen entweder Käse, Lemon oder Pfeffer dazu geleert und „shaka shaka“.

Nach eingehendem Studium des handlichen bilingualen Stadtplans wird mir klar, dass es von hier nach Ueno garnicht so weit sein kann. Der stärker gewordenen Regen lässt uns dann doch anders entscheiden.

Der lokale Supermarkt hat ein appetitliches Angebot an Convenienced Food. Wir entscheiden uns für zwei Mal Sushi. Ich kaufe noch im 100 Yen-Shop um 105 Yen einen Kleber für meine Schuhe und dann fahren wir zurück.

Nach einer kleinen Siesta, die nur durch irgendwelche Fragen der Vermieterin ganz in der Ferne unterbrochen wurde, bietet sich abends die Gelegenheit die Dame zu fragen, ob ich meine japanischen Bekannten zum österreichischen Dinner einladen darf. Sie hat zugestimmt und will sich auch garnicht beim Aufräumen des Raumes helfen lassen; hab ich a Glück.

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Odaiba

Odaiba ist eine künstliche Insel in der Bucht von Tokyo, die im 19. Jahrhundert als Wehranalge geplant wurde. Der Bau wurde allerdings nie vollendet. Seit Ende des 20. Jahrhunderts ist die Gegend ein beliebter Freizeitpark mit mehreren großen Einkaufszentren und heißen Quellen.

Zu erreichen ist Odaiba mit der Yurikamome line. Entweder von ihrer Endstelle in Shimbashi oder was viel besser ist, von der Endstelle in Tokyosu. Wichtig ist nur, einen Platz in der ersten Reihe des führungslosen Wagens zu bekommen. Die Yurikamome line ist bei Schönwetter wie Hochschaubahnfahren für Herzkranke und so empfiehlt es sich, einmal von Endstelle zu Endstelle zu fahren und dann erst die Station Aomi anzuvisieren.

Die Idee aus der Fahrt bereits eine Attraktion zu machen, ist nicht so originell…

Von der Aomi Station aus, geht´s dann zur Rainbow bridge.

Die Brücke zu Fuß zu überqueren ist vielleicht mit Oropax leichter. Denn neben dem Gehweg donnern die Lastwagen vorbei. Der Ausblick von der Brücke entschädigt das allerdings auf jeden Fall.

ööö

l

Manche Menschen schnitzen Herzen und Jahreszahlen in Bäume.

Nach einem kurzen Strandspaziergang erreicht man den Pier und dort gibt es wieder etwas zu probieren.

Eine Kopie der Freiheitsstatue ist ein beliebter Fotohintergrund. Ein weiteres  Wahrzeichen steht im symbol promenade park: Flame of Freedom. Ein französisches Geschenk mit einer Höhe von 27 Metern.

Einkaufszentren gibt´s hier zum Abwinken…

2007 präsentierte uns unsere damalige Gastgeberin stolz „Europa“ im Venus Fort. Wir waren sprachlos. Damals wie heute. Schon allein dieses Einkauszentren – wir mussten durch zwei andere bevor wir es wieder gefunden hatten – ist einen Besuch in Odaiba wert.

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KÖR

Japanische K unst im Ö ffentlichen R aum ist zumeist die Darstellung nackter Menschen, gerne auch in Gruppen, westlich anmutend – ja, ich weiß auch nicht…

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wanderer kommst du nach to…

Wenn der Sightseeingtag früh beginnt und man nach dem Imperial Garden und der derzeit eingerüsteten Tokyostation noch Zeit und Energie hat, empfiehlt sich das Communications Museum. Es liegt zwischen der JR line und dem Palastareal, der Eintrittspreis ist günstig und die Miarbeiter_innen freuen sich über seltenen Besuch.

Gleich nach der Kasse fordert uns von der anderen Seite breit lächelnd eine Dame zum Besuch der temporären Ausstellung auf. Wie sich beim Näherkommen herausstellt, wir neben der Kombination von Briefmarken und Kimonos auch eine Schnitzeljagd angeboten. Japaner_innen scheinen das gerne zu machen. Ich freu mich auch. Die Dame stellt uns jeweils ein Kimonobild als Preis in Aussicht, wenn wir es schaffen in insgesamt sechs Felder sechs unterschiedliche Stempel zu drücken.

Gleich nach der Kasse fordert uns von der anderen Seite breit lächelnd eine Dame zum Besuch der temporären Ausstellung auf. Wie sich beim Näherkommen herausstellt, wir neben der Kombination von Briefmarken und Kimonos auch eine Schnitzeljagd angeboten. Japaner_innen scheinen das gerne zu machen. Ich freu mich auch. Die Dame stellt uns jeweils ein Kimonobild als Preis in Aussicht, wenn wir es schaffen in insgesamt sechs Felder sechs unterschiedliche Stempel zu drücken.

Drinnen ist dann wieder Fotographieren verboten. Daran halte ich mich auch fast. Die Stempel sind rasch gesammelt und als Geschenk bekommen wir nicht nur jeweils ein Kimonobild, sondern das ganze Viererset. Wir verbeugen uns tief.

Dann geht ’s zu den permanenten Ausstellungen. Zuerst Informationstechnoligien an sich und im Stockwerk darüber die Post. Das überschneidet sich ein wenig, aber das macht auch nichts, wenn wir schon hier sind….

Obwohl die Kuratierung mindestens zehn Jahre zurück liegen muss, hat man sich viel Mühe gegeben, die Ausstellung interaktiv zu gestalten.

Für die Nahrungsaufnahme fällt die Wahl auf „subways“ in den unterirdischen Gängen der Tokyo Station. Dort sind die Sitzgelegenheit rund um ein kleines Treibhaus angeordnet und suggieren, dass hier das wächst, was zwei Monate später hier auch gegegessen werden kann.

Vom heutigen Fest „setsubon“ erfahren wir erst als der Tag schon vorbei ist: An diesem Tag wird der Frühlingsbeginn gefeiert, Gester vertrieben und Bohnen entweder gestreut oder gegessen. Am besten man macht beides. (Allerdings hatte ich die Bohnen schon gekauft…)

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small talk

Das Wetter ist für mich eine gegebene Größe, die ich nicht diskutiere. Im Winter ist es kalt. Im Sommer meistens warm und aus. Aber in einem fremden Land bekommen solchen Themen ganz andere Dimesionen. So kaufe ich etwas in einer kleinen Drogerie am Weg von Ikebukuro nach Hause und während ich zahle, spricht mich die Dame des Hauses an. „Samui desu ne!“ „Totemo samui!“ antworte ich. Was sie dann noch alles erzählt hat, habe ich leider nicht verstanden, aber höflich genickt.

Ähnlich gestaltete sich die Kontaktaufnahme mit der Frau von der Straße einige Zeit später: Ich lasse ihr im Aufzug den Vortritt und in das Schweigen hinein sagt sie „Samui desu ne!“

Naja, wenigstens über das Wetter kann ich schon auf japanisch a bisserle jammern. 🙂

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Waseda-recherche

Glück ist für mich wie das Salz in der Suppe: Ich bemerke es erst wenn es fehlt oder wenn ich mir den Text für einen Blogeintrag formuliere. Die Sonne scheint und ich bin auf dem Weg nach Waseda, um in einer japanischen Bibliothek zu arbeiten. Ja, das alles in Summe kann Glück sein und ich ich finde, heute ist alles gut abgeschmeckt. Das Fahrrad korrespondiert dieses Mal sogar einigermaßen mit meiner Körpergröße. Das allein macht schon selig. Ja, meine Vermieterin hat auch andere Fahrräder. Ich habe anfangs ein Kinderfahrrad benutzt. Denn die anderen hat sie sorgsam zu den vielen entlang der Straße gestellt und nicht zum Haus. „But I told you about the yellow lock!“ Das hätte ein fröhliches japanisches Hallo vulgo Konnichiwa der örtlichen Polizei ergeben, hätte ich angefangen sämtliche Schlösser durch zu probieren… Wie auch immer, jetzt ist alles anders. Obwohl ich auf der Meijidori fahre, einer großen Straße, die sich durch mehrere Bezirke zieht, bin ich in bequemen 40 Minuten beim Theatermuseum.

Ich versperre meine Sachen im Eingangsbereich in zwei Schließfächern und betrete den Lesesaal. Nachdem ich meinen Pass abgegeben habe, beginne ich mit der Recherche am Computer den Blick des jungen Bibliothekars stetig auf mich gerichtet. Irgendwann meint er mir helfen zu müssen. An sich habe ich ja alles im Griff, aber bitte, wenn er mehr findet, soll’s mir auch recht sein. Tut er aber nicht, weist mich aber höflich daraufhin, dass zwischen 12.30 und 13.30 wegen der Mittagspause keine Bücher ausgehoben werden. Überhaupt kein Problem für mich, denn es gilt den Bestellschein in Katakana auszufüllen und bis ich damit fertig bin, vergeht nicht nur in Böhmen mehr als ein Viertel…

Geschafft, ich geben den Bestellschein ab und es bricht wie gewohnt Panik unter den Einheimischen aus. Normalerweise zwar nur in Buchhandlungen, aber mit Bücher hat das Personal hier schließlich auch zu tun. Dann wird diskutiert und sich ersteinmal bei mir entschuldigt. Denn für zwei Bücher brauchen sie etwas länger, weil nicht vor Ort und zwei andere sind überhaupt nicht hier zu benutzen. Man würde mich aber gerne dorthin führen. Die ersten Bücher kommen. Wieder wird diskutiert. Dann ist Pause. Sorry, but how do you spell your name ? Sumimasen, Michaela Rischka. Unter ständiger mehr oder weniger unauffälliger Beobachtung beginne ich mit meiner Arbeit und muss schnell erkennen, dass das eigentlich nicht viel bringt, weil mich sowohl Ohno als Hijikata nur am Rande interessieren. Es hungert mich. So stürze ich hinaus und gleich wieder in eine Art Mensa hinein. Dort stell ich mir ein kleines Suppenmenü mit Onigiri zusammen. Das wärmt. Zurück nutze ich die Copycard für das Japanischlehrbuch und bin schließlich früher fertig als geplant.

Wenn Japaner_innen lernen wollen, gehen sie in’s Cafe. Also ist mein nächstes Ziel ein selbiges, um die Zeit bis zum Butoh sinnvoll zu nutzen. Ich fahre ich Okubodori Richtung Nakano entlang. Rechts bremst mich recht bald ein großer 100 Yen – Shop aus. Naja, Zeit habe ich ja noch. Ich kaufe ein paar Kleinigkeiten. Im Obergeschoss umkreist mich ein alter Mann bis er mich endlich anspricht. Graue lange Haarsträhnen hängen im wirr im Gesicht. Die Haut hat eine tabakbraune Farbe und als er den Mund verzieht, gibt das die Leere eines fehlerhaften Gebisses preis. Er bettelt mich an. Das war auch ohne Japanischkenntnisse klar. Ich greife in meine Hose und hole eine handvoll Münzen heraus. Ich geben ihm 100 Yen. „Aber da ist noch ein 100er!“ „Ja, ich weiß!“ (freie Übersetzung eines englisch/deutsch/japanisch Kauderwelsch) Er zieht ab in einer schmutzigen Jogginghose und versucht sein Glück downstairs bei einer Amerikanerin, von der Kekse erbittet. Ich fahre weiter. Allerdings komme ich schon wieder nicht weit. Auf der anderen Straßenseite hängen vor einem Altwarengeschäft Kimonos. Ich brauche keine. Nachdem ich gezahlt habe, beschließe ich keinen Stopp mehr zu machen, weil es wieder kälter geworden ist.

In Nakano wird ‚ s McDonalds, weil dort der Tee billig ist und ein Platz frei. Kaum hatte ich mich zu einer jungen Dame an den Tisch dazu gezwängt, wird ein besserer Platz für mich frei und ich kann mit Katakanaschreibübungen beginnen. Ein Geschäftsmann kommt und packt umständlich seinen Laptop aus, den er dann zwei Tische weiter ansteckt. Ich schreibe weiter. Nach einiger Zeit begehrt ein lautes Klippen meine Aufmerksamkeit. Als ich aufsehe, klippt der Geschäftsmann gerade mit einem großen Nagelzwicker seine Nägel, die er dann dem Mistkübel übergibt. Niemand reagiert oder reagiert für mich wahrnehmbar, also tue ich es auch nicht.

Der Trainingsraum von Yuri ist immer stark überheizt. Aber dieses Mal bin ich vorbereitet. Deo erneuert und  wie eine Zwiebel gekleidet. Aber wie der Teufel in einem Märchen, in dem er einen Handel mit einem Bauern eingeht und immer den Kürzeren zieht: Dieses Mal friere ich und wir machen Ballett. Wenigsten meine neusten Japanischkenntnisse erwärmen mein Herz. …mai, yoko ,ushiro

Yuri macht wie immer ein anstrengendest Warm-up. Dann ist Pause und danach übernimmt er.  Völlig irre Aufgabenstellung. Wir beginnen zu erbrechen. Leicht riskante Anforderung. Wir sind Löw_innen aus Puder. Wir rasen durch die Nacht, durch Tokyo. Mit einem Schritt sind wir meilenweit. So schnell, dass wir manchmal selbst nicht wissen wo wir sind. Mit einem Schritt können wir von Nakano nach Shinjuku kommen. Die Löwin schnuppert dem Duft von Räucherstäbchen nach, blättert den Kalender an der Wand um. Dann ist die Löwin im finsteren Wald und über ihr nur die Sterne… Die nächste Aufgabe verlangt, dass wir Dampf sind. Dampf, der wie ein Bart zuerst links und dann rechts aus meinem Mundwinkel fließt. Dann schießt der Dampf in der Mitte hoch, wie beim Öffnen eines heißen Topfs…. Wir bestehen nur aus Haaren. Ich denke an die Fernsehserie „Es war einmal der Mensch“ Haare, die im Wasser treiben. Wir tun als Dampf alltägliche Dinge, die wir aber sofort wieder vergessen. Dann springt unser Kopf auf und unser Gehirn quillt heraus und fließt den Körper entlang.

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harajuku ahoi

Direkt von der gleichnamigen JR Station der Yamanoteline aus beginnt Harajuku.

Ein Viertel mit engen Gassen voller kleiner Geschäfte und Menschen. Verkauft wird vor allem Kleidung, aber auch Modeschmuck und Devotionalien aktueller J-Popgrößen.

Eigentlich war mir nur aus Sentimentalität danach durch die Gegend zu ziehen. Schaun, ob ’s den Vivienne Westwoodladen noch gibt, der vor fünf Jahren unter Strafandrohung nicht fotografiert werden durfte (nicht gefunden) oder der kleine Crepesstand, wo wir Crepes mit Schlagobers und Erdbeeren im Dezember gegessen haben (gibt‘ s noch; auch die Crepes).

Nach einer kleinen „Fotorunde“ machten wir uns auf, hier etwas zu finden, dass wir noch nicht kannten und wirklich, gleich vom Crepesstand weg – wie praktisch – führen ein paar Stufen weit weg vom Trubel hin zu einem Shrine.

Der Blick zurück in ein Getöse, das dann doch wieder so gut zum Shrine passte.

Zugegeben meine Shrinesättigung hat schon einen sehr hohen Grad erreicht, aber dieser hier war mit lauter Gemälden geschmückt, die Schiffe oder anderes Meeriges zeigten und das war dann schon wieder interessant.

Die Recherche vor Ort ergab, dass der Shrine einem Flottenadmiral namens Admiral Tōgō Heihachirō (1848 – 1934) gewidmet war, den die Presse im Westen als den Nelson des Osten bezeichnete. Der Herr hatte ein recht bewegtes und in seiner Branche als Wassersoldat erfolgreiches Leben. Nachzulesen wie so oft bei Wikipedia.

Zurück in einer der Einkaufsstraßen war wieder alles wie gewohnt monumental.

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ukiyo-e

Ukiyo-e (Bilder der fließenden Welt) sind färbige Holzschnittdrucke, die in sich in Edozeit (1603-1868) als Gebrauchsgraphiken großer Beliebtheit erfreuten. Das Besondere daran ist, dass für jede Farbe eine eigene Holzplatte verwendet wird.

Berühmte Figuren aus Funk und Film, ähm aus dem Kabuki und dem Sumoring wurden sowohl privat als auch in Aktion dargestellt und als leicht verständliche bunte Bilder unter die Leute gebracht. Das wohl berühmteste Bild ist „Die Welle“, die wie die Serie „100 famous views on Edo“ maßgeblichen Einfluss auf die europäischen Impressionist_innen hatte. Nicht zuletzt deshalb erschien mir des dazugehörigen Museums als äußerst erstrebenswert.

In einer ruhigen Seitengasse des an sich sehr turbulenten Harajukuviertels, das zu Shibuya gehört, haben wir das Museum bei der ersten Runde übersehen. Allerdings lassen sich auch tokyoter Stadtpläne irgendwann lesen und bald stand wir vor dem Haus.

Noch im Windfang mussten wir unsere Schuhe gegen unförmige Plastikschlampfen, wahlweise in braun oder hellblau tauschen. Dann ging’s zur Kassa. Die Dame hat leider keinen Spaß an ihrem Beruf oder vielleicht ist sie auch schon durch das ewige Halbdunkel der Ausstellung depressiv; Man weiß es ja nicht…

Wir betreten einen kleinen Raum mit einer Galerie oder einen Raum mit einer kleinen Galerie. Jedenfalls ist der gesamte Ausstellungsbereich mehr als überschaubar. Vor einer Wand ist ein Podest mit Tatamimatte nicht einmal mit Schlapfen zu betreten. Kabukidarsteller, ein paar Sagenfiguren, auch die eine oder andere Dame ist dabei. Über eine Treppe geht‘ s auf die Galerie. „Keine Fotos, kein Lärm“ steht auf dem „Begrüßungsschild“ Vielleicht ist der alte Mann, der vor mir die Bilder betrachtet, ein Demonstrant, denn er lässt das ganze Museum lautstark an seiner Verdauung teilhaben. An einer Schmalseite sitzt eine Frau auf einer Bank und blickt verklärt auf eine Frauendarstellung. Sumimasen, ich geh rasch vorbei.

Interessant ist die Herstellung der Welle in ihren einzelnen Schritten. Dann sind wir auch schon mit dem Museum durch. Fast aus Prodest rasten wir noch ein wenig auf einer Bank in Mitte eines kleinen Steingartens im Erdgeschoss bevor wir uns ein wenig enttäuscht wieder durch Harajuku kämpfen.

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michaelasan no tanoshii nihongo

Die meisten tokyoter Bezirke bietet für Fremde (fast) kostenlose Japanischkurse an, die in Kulturzentren von Freiwilligen abgehalten werden. In Kita-ku ist einer mittwochs und freitags jeweils von 10.00-12.00 ausgeschrieben. Der Plan ist leider sehr ungenau und auch der Versuch den japanischen Stadtplan mit der Adresse im FamilieMart auszudrucken scheitert. Also gehe ich einfach los in die Richtung und finde tatsächlich das Kulturzentrum und das auch noch in der Zeit. Eine nette Dame vom Empfang bringt mich in den ersten Stock, wo schon jede Menge Leute herumwuseln und übergibt mich einem kleinen Mann, der mich anlächelt und dabei aussieht wie diese Igelfiguren aus meiner Kindheit, die Meckie genannt wurden. Er trägt mich in eine Liste ein und ich darf daneben meine Anwesenheit stempeln. Die Stunde kostet 100Yen. Dann werde ich einem älteren Herrn zugewiesen, der wenig begeistert ist, eine Anfängerin zu bekommen. Zu seinem Glück kommt noch ein zweiter Schüler, Eric, ein Franzose, der aussieht wie der bucklige Mönch im Film „Der Name der Rose“ und der schon viel besser japanisch spricht. Mir wird ein Japanischbuch gereicht „Hiroko no tanoshii nihongo“.

Zwischen durch versuchen wirs mit Englisch. Seine Tochter hat sieben Jahre in Wien gelebt und er war auch schon einmal dort.  Der kleine Mann vom Empfang kommt nochmals mit einer Landkarte von Europa und zeigt mir Österreich. Dann kommt er nochmals und macht ein Foto. Später kommt dann noch ein kleiner alter Herr und sagt „Guten Tag!  Wie geht es Ihnen ?“ oder zumindest etwas, das so klingen könnte. Ich begrüße ihn und wir freuen uns gemeinsam über sein bißchen Deutsch.

Am Ende der Stunde nimmt mein Sensei nochmals das Buch zur Hand und liest mir vor, was auf einem Zettel quer über dem Titel dazugeschrieben wurde: „Darf nicht außer Haus gegeben werden“. „Kann ich’s hier irgendwo kopieren?“ Er winkt ab. Ob ich Freitag wieder komme? Ja, ich komme wieder. Er drückt mir das Buch in die Hand und bringt mich dann auch noch zur Station. Domo arrigato gozaimashita, Sensei.

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