Laundry

Nachdem wir es seit Tagen nicht schaffen, unseren Aufenthalt in Osaka im Detail zu planen – Wir haben spezielle Zugtickets, die in der Nähe und etwas ferner von Osaka genutzt werden wollen – haben wir für heute beschlossen, den Tag mit der Laundry zu beginnen und danach das WI-FI beim nahen Mr. Donut zu nutzen.

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Nun, wir wohnen in einer Gegend, die nicht nur in Osaka nicht sehr begehrt sein dürfte. Denn hier gibt es nichts oder fast nichts. Zwei Blöcke weiter einen Family Mart, der ein kleines Sortiment der Dinge hat, die wir meinen täglich zu brauchen und einen Kopierer, der Englisch spricht. Das Zweite, das das Nichts relativiert, ist der Coin Washer um´s Eck – glücklicherweise. Denn nicht alle Unterkünfte haben eine Waschmaschine. Die hier nicht. Also auf zum Coin Washer. Der hat seine besten Tage schon lange hinter sich und alle Automaten für´s Waschpulver sind kaputt. Dafür ist jede Menge Kleingeld im Rückgabefach. Ich glaube, ich habe mir 10yen mehr genommen…Also auf zum Family Mart in der Hoffnung dort gibt´s Waschpulver und ausdrucken möchte ich ohnehin. Während sich der Kopierer auf den Ausdruck vorbereitet, werde ich mit einem Rätsel bei Laune gehalten. Das ist neu für mich. Deshalb habe ich den Ausdruck nun doppelt.

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Zurück zum Coin Washer. Der alte Mann von vorhin ist weg. Ich befülle eine Trommel. Die Anleitung offeriert mir eine Programmwahl. Das Gerät selber nicht mehr.                  32 Minuten soll es dauern. Also hole ich mir einen warmen Kaffee aus dem Automaten um´s Eck. Eigentlich wollte ich die Zeit nutzen, um Japanischhausübung zu machen, aber mit Hausübungen hatte ich es ja noch nie a so. Also beobachte ich den Verkehr durch die gläserne Geschäftsfront und fühle mich wie die Protagonistin einer Spira-Dokumentation. Wirklich eine eigene Welt, aber ohne Kamera – die Security-Kamera im Eck zählt nicht dazu- viel besser.IMG_0204Ein alter Mann mit lückenhaftem Gebiss betritt mit einem Plastiksackerl den Coin Washer. Er wirkt desorientiert und hat schmutzigen Hände. Ich räume den einzigen Sessel. Er wird sitzen wollen. Seine Wahl fällt auf „meine Maschine“ und er studiert den Karton mit Waschpulver, den ich dort stehen gelassen habe.“Sumimasen“ sage ich zu ihm und bedeutet ihm, dass die Maschine besetzt ist, die er gerade einräumen wollte. Er wechselt und wirft ein paar Kleidungsstücke in eine andere Maschine – ohne Pulver. Ich reiche ihm ein Päckchen. Jetzt habe ich ja genug. Unbeholfen öffnet er es. Danach holt er sich ebenfalls etwas zu trinken und beginnt zu rauchen. Auch er muss sich wie vorher ich den Tisch in einer ganz eigenen Weise zu Recht rücken. Das Waschergebnis ist trockner als erwartet, dafür stinkt es im Nachhinein bemerkt nach altem Waschmaschinenwasser. Man kann nicht alles haben. Als ich den Coin Washer verlassen, nicken wir einander grüßend zu. Ein gutes Gespräch.laundry.jpg

Nachtrag: Am nächsten Tag finden wir die Waschmaschine derr 16m2 Unterkunft: Sie steht am „Balkon“.

Nachdem wir die Wäsche zum Trocknen auf den „Balkon“ gehängt haben, machen wir uns auf zu Mr. Donats in Kamoshinjo. Das Wetter ist trüb und feucht vom Regen. Auch jenseits der Bahntrasse hat die Gegend schon bessere Zeiten gesehen.

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