Die letzte Woche in Tokyo plätschert so dahin. Auch, weil mich die Unfallverletzungen etwas einschränken. So bin ich z.B. bei unserem Ausflug nach Kamakura sehr müde.
Trotzdem war der Ausflug schön. Am schwarzen Strand umspült das Meerwasser die Füße, endlich den großen Buddha von Innen zu sehen (am Tempelgelände sind PokémonjägerInnen unerwünscht) und schließlich in einem Antiquariat eine Zeichnung von Kamakura von einem gelangweilten Buchhändler zu erwerben, der uns während unserer Stöberei im Laden nicht eines Blickes würdigte; die wirklich interessanten Werke können die eh nicht lesen oder so…

Dann besuchen wir neben vielen Daisos und Hyakuenläden auch einen Flohmarkt, der leider nicht einmal ein interessantes Fotosujet bietet.
Ich treffe an einem der Tage N. wieder. Das Baby ist wieder gesund, mag mich aber immer noch nicht so recht und mein blaulilafärbiges Gesicht macht´s nicht besser, obwohl ich der Kleinen einen Folder zum Verspeisen opfere. N. hat ein Geschenk für eine japanische Freundin in Wien. Sie kocht mir eine japanische Gemüsesuppe mit Gobo, Rettich und Fleisch und noch anderes.

Wir essen viel, reden über die Reise, über Babys und über die Zeit in Wien. „Es sind jetzt vier Jahre her?!“, sagt sie, „Aber als ich dich bei der Metro getroffen habe, war es, als wäre keine Zeit vergangen.“ Am Tisch stehen zwei Boxen mit Taschentüchern.
Am frühen Nachmittag bin ich mit P. in Komagome verabredet.

Dort liegt der Rikugienkoen, einer der wichtigsten Wandelgärten, der in der Edozeit angelegt wurde. (Siehe auch den Koen in Kanazawa) Es ist ein Wiederbesuch. Ehrlich im Winter hat er mir besser gefallen. Vielleicht auch weil mich Gelsen ab einem gewissen Zeitpunkt nervös machen. Aber einen Besuch ist dieser Park jedenfalls Wert.


Die restlichen Tage lassen wir uns so durch die Stadt treiben. Gehen in Kapabashi auf erfolglose Geschirrjagd, essen in Ikebukuro im „Lunchpepper“ oder „Pepper lunch“ Steaks und finden auf einem Flohmarkt in Shinjuku doch noch etwas: Einen Fächer, von dem ich nicht ganz sicher bin, ob er ein Tanzfächer ist. (An diesem Tag glaube ich war es auch, dass wir den Rekord von vier Hyakuenshops erreicht haben.)

Ja, und in Oji waren wir natürlich auch noch einmal. Am Vorplatz trommelt eine Frauengruppen leidenschaftlich und mitreißend.

Im Obergeschoss über dem Supermarkt liegt eine Bowlinghalle und eine Spielhölle inklusive zweier Karaokekabinen.Eine ist (leider) frei.

Eine Runde Patchinko habe ich ob des traumatischen Gesangserlebnisses und des hohen Einsatz am letzten Tag nicht mehr geschafft. Aber ich muss mir noch etwas für den nächsten Besuch aufsparen.