Ame ga futte imasu. „no pictures, please!“

Es regnet, also stehen auf dem intellektuellen Speiseplan gleich zwei Museen. Das Tokyo Metropolitan Museum of Photography und das Yebisu Beermuseum. Bei liegen höflicherweise at the Ebisu Station und können überdacht erreicht werden. Bei der Ankunft in der Station spielt der Lautsprecher das Thema aus dem Film „Der dritte Mann“. (Solange die Türen der Züge offen sind, wird eine Melodie gespielt, die endet kurz bevor bei uns „Zuagfeerdap!“ zu hören ist. Manche Station haben besondere Melodien…)

Das Museum ist etagenweise zu bezahlen. In jeder Etage ist eine Ausstellung zu sehen. Wir nehmen zwei von dreien. Europäische Fotografie müssen wir in Tokyo nicht sehen… Auf der Etage lacht uns das Schild „no pictures, please!“ an. Klar, die haben selber schon so viele davon, dass sie sie sogar ausstellen…

Die erste Ausstellung ist „Contemporary Japanese Photograpy“ und für einen Moment bereue ich es fast, dass ich mein Vergrößerungsequipment verschenkt habe. Aber andererseits: Den Vergrößerungsapparat habe ich noch…

Die zweite Ausstellung trägt den Titel „Quest for Vision vol.4 Beyond the Naked Eye“ und beschäftigt sich mit sich verändernden Blickwinkeln auf die sogenannte Welt. Thematisch schließt das zwar wunderbar an die Vorlesung „Gender-Wissenschaft-Technik“ an, die sich unter Anderem mit einem niemals neutralen Standpunkt des/der Forschenden beschäftigt hat, aber insgesamt von einer künstlerischen Anspruch an Fotografie eher weniger interessant.

Der vollständigkeithalber: http://syabi.com/e/contents/exhibition/index-1453.html

Yebisu Beer

Um dieses Bier zu brauen, das der heutigen JR Station seinen ursprünglichen Namen gegeben hat, wurde ein deutscher Braumeister samt Ausrüstung importiert. Auf der ersten Fabrik stand auch neben dem japanischen Namen der deutsche „Brauerei“. Biertrinken wurde in Japan erst nach dem Krieg eine populäre Angelegenheit und Yebisu Bier galt/gilt als qualitativ hochwertig. Besonders die Ausländer_innen tranken/trinken es gerne. Es gibt Führungen mit Verkostung und die Gruppen schienen echt Spaß zu haben, schließlich boten ihnen die Führerinnen offensichtlich eine gute Show…

Das Museum ähnelt einem Tempel. Am Eingang steht eine kleine Statue von Ebisu auch Hiruko genannt, dem japanischen Gott der Fischer_innen, des Glücks, der Arbeiter_innen und der Beschützer der Gesundheit von Kleinkindern. Dieser universelle Kerl ist das Wahrzeichen der Brauerei und auf jeder Flasche, auf dem Teppich im Zwischengeschoss und sonst noch wo zu finden.

Vom Eingang führt eine große Freitreppe hinunter in eine Halle, in deren Mittelpunkt ein glänzender Braukessel steht, rechts und links davon auf der Plattform befindet sich die communication area. Dort finden die geführten Touren mit einer animierten Verkostung ihr Ende.

Etwas tiefer gelegt,kann man auf der rechten Seite noch allerlei Sachen, die mit Yebisu und seinem Bier zu tun haben, im Museumsshop erwerben bzw. dahinter an einer langen Bar weiter saufen.

Die Ausstellung selbst befindet sich auf der linken Seite der Halle und besteht eigentlich nur aus einigen Flaschen, „Serviervorschlägen“ und Fotos aus der Gründungszeit der Brauerei.

Uchida-san war ein bekannter Haikudichter (1889-1971), der in Japan als liebenswerter Exentriker gilt, der nicht zuletzt durch einen Film von Akira Kurosawa berühmt wurde.

….und an mehr kann ich mich leider nicht mehr erinnern….

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0 Responses to Ame ga futte imasu. „no pictures, please!“

  1. mrischka says:

    …natürlich kann ich mich erinnern. erstens hatte ich am Abend wieder Butoh und außerdem finde ich meine Experimente mit Alkohol immer uninteressanter. Irgendwie finde ich daran keinen rechten Gefallen. So hatte mein Weißweinversuch im September ein eher enttäuschendes Ergebnis. Nicht, dass ich am nächsten Tag Kopfschmerzen hatte – Danke nochmals für den Rat, Wasser zu trinken – aber trotzdem war ich wenig amüsiert. Denn je mehr ich trank, desto weniger war ich in der Lage meine Außenseite mit meiner Innenseite zu akkordieren und habe dann wohl ab irgendeinem Promillepunkt meinem Gegenüber Löcher in den Kopf und die Brust gestarrt, während ich mir dachte, diese Veranstaltung ist es nicht. Man kann nicht tanzen, man kann nicht reden. Entweder oder und nicht weder noch….

  2. ;-) says:

    …“der kleine Dicke…“ FISCH?!

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