Weniger ist auch an der Börse oft mehr …

Insbesondere für langfristig denkende Anlegerinnen ist auch an der Börse weniger oft mehr, insbesondere dann, wenn das Budget bzw. daraus folgernd die mögliche Gewinnspanne nicht allzu groß ist wie in meinem Fall.

„Weniger“ bedeutet an der Böse einfach weniger hektisch und damit weniger häufig zu handeln. Das macht dann Sinn, wenn das Depot bereits ausreichend diversifiziert ist und nur ein geringer Teil der Aktien aus spekulativen Werten besteht. Häufiger zu handeln mag manchmal verlockend sein. Wenn einzelne Positionen mit über 100% im Plus sind, auf den ersten Blick ein Gewinn von € 2000,- oder mehr winkt, dann kann frau schon schwach werden. Allerdings ist der Gewinn, der im Depot aufscheint eben kein Reingewinn. In Österreich wird da gleich beim Verkauf 27,5 % Steuer abgezogen und die Spesen müssen auch noch berücksichtigt werden. Das fällt insbesondere dann ins Gewicht, wenn die Position über längere Zeit und mehrere Orders aufgebaut wurde. Ich rechne über den Daumen in meinem Portfolio mit einem durchschnittlichen Reingewinn von nur 50% des Brutto-Gewinns, um auf der sicheren Seite zu sein. Sinnvoll ist das aus meiner Sicht und bei kleinem Budget eigentlich nur dann, wenn die Position ohnehin aufgelöst werden soll. Verkaufen und dann möglichst bald wieder den gleichen Wert Nachkaufen ist eher etwas für kurzfristig denkende Traderinnen im Gegensatz zu langfristig denkenden Anlegerinnen.

Ich habe wahrscheinlich zu Beginn meiner „Börsen-Karriere“ zu hektisch gehandelt, Gewinne zu früh mitgenommen und auch Positionen verkauft, die ich eigentlich halten wollte. Beispiel PayPal: Die Aktie ist aktuell € 214 wert. Mein Einstandspreis liegt bei € 166. Klingt gut, könnte aber viel besser sein, denn ich hatte schon PayPal-Aktien als sie noch um die € 70 wert waren. Die zwischenzeitlichen Verkäufe und dann wieder Nachkäufe hätte ich mir angesichts der Order-Gebühren eigentlich sparen können, dann wäre jetzt meine Gewinnspanne noch um einiges höher …

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