Erfahrungsbericht Day-Trading

Zur Zeit teste ich ein Day-Trading Service auf Guidants. Da kann frau einem erfahrenen Day-Trader bei der Arbeit sehen und natürlich auch mit-traden. Sehr spannend, aber gleich am zweiten Tag hat mir das einen erheblichen Verlust eingebrockt.

Der Trader hat an sich ein gutes System zur Anpassung an das jeweilige Budget. Er tradet mit einer Gewichtung von 0,5, 1 oder 2. Bei ihm steht 1 für 1000 Stück. Was leider nirgendwo steht ist das notwendige Minimal-Budget. Er arbeitet mit einem Cash-Depot von aktuell etwa 1/4 Million €.

Mein Budget ist da erheblich kleiner, also habe ich mich entschlossen erst einmal bei Gewichtung 1 für 100 Stück mit zu traden. Das entsprach bei meiner ersten Trading-Serie etwa 500 € pro Trade. Das hat mir dann 50 € Gewinn eingebracht. Mir ist natürlich klar, dass frau da nicht immer gewinnen kann, aber bei der zweiten Trading-Serie kam dann die wirklich böse Überraschung:

Erst einmal lieferte sein System ein starkes Signal für einen fallenden DAX also Signal für einen „short“ Trade und er fing mit Stückelung 2 an, für mich daher 1.000 € pro Trade bei einem Kurswert von zunächst 4,80 € für „short“, für ihn 10.000 €.

Es lief dann sofort in die falsche Richtung, worauf er den nächsten Trade nachzog, wieder 2, wieder in die Richtung des ersten. Aber der Kurs fiel weiter. Zuerst zog er noch einen Stop Loss ein, bedeutet, um einen möglichen Verlust zu minimieren, wird der Trade vorzeitig beendet. Dann nahm er für mich überraschend alle Stop Loss raus, kaufte aber weiter. Insgesamt 6 mal immer mit Gewichtung 2. Ich bin 5 mal mitgegangen, dann bei ca. 5.000 € Einsatz war’s mir zuviel. Ich habe nicht weiter gekauft, bin aber dabei geblieben, heißt ich habe genau wie er keinen Stop Loss eingezogen sondern weiter abgewartet, in der Annahme, er würde dann irgendwann, wenn sein System ihm sagt, dass sich da nichts mehr ändert, doch die Notbremse ziehen. Immerhin hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits 60.000 € investiert.

Er hat aber den Einsatz sogar noch erhöht, indem er eine Reihe von Stop Buy Orders erteilt hat, bedeutet dass nachgekauft wird, wenn der Kurs wieder zu steigen beginnt. Das trat dann auch ein. Sein Einsatz stieg auf 80.000 €, ehe der Kurs wieder zu fallen begann und zwar noch heftiger als zuvor.

Erst ungefähr 10 Minuten für Handels-Schluss hat er dann 2 Trades (Gewichtung 2 x 2 = 4) mit Verlust verkauft und zusätzlich zur Absicherung der restlichen Trades einen Hedge-Fond eingerichtet und zwar mit Gewichtung 8-10 in die Gegenrichtung der abzusichernden Trades bei einem Kurswert von mehr als 5 € für „long“. Also noch zusätzlich 5 € x 8.000 = 40.000 € Einsatz!

Da habe ich mich dann endgültig abgekoppelt und meine eigene weniger professionelle aber eben auch weniger riskante Strategie eingesetzt: Die Hälfte meines Einsatzes von 5.000 € habe ich sofort mit Verlust verkauft, für die zweite Hälfte in der Hoffnung auf steigende Kurse am nächsten Tag dann mit einer Trailing Stop Loss Order zum Verkauf freigegeben. Der Kurs für „short“ war zu dem Zeitpunkt bei 3,60 €. Meine Trailing Stop Loss Order lag bei 3,40 € mit einem Trailing Abstand von 0,20 €.

Steigt der Kurs wird bei einer Trailing Stop Loss Order der Stop nachgezogen, aber nicht verringert wenn der Kurs dann wieder fällt. Immerhin konnte ich dann am nächsten Tag zum immer noch verlustreichen Kurs von 3,86 € verkaufen.

Mein Verlustverrechnungstopf hilft hier dann zusätzlich, den Verlust weiter zu minimieren, aber nur dann, wenn ich andere Wertpapiere mit Gewinn verkaufe. Das habe ich allerdings auch vor 🙂

Ob die Strategie des Profi-Traders mit dem Hedge-Fond letztendlich aufgegangen ist, weiß ich nicht. Für heute habe ich nämlich genug davon, will gar nicht mehr hinsehen. Mein Fazit aus diesem Verlustgeschäft ist nämlich ohnin schon klar: Für kleinere Budgets ist diese Art von Trading nicht geeignet. Da muss viel früher ein Stop Loss eingezogen werden, wenn absehbar ist, dass sich daraus eine riskante Trading Serie entwickelt.

Nächste Woche werde ich es noch einmal mit einem kleineren Budget versuchen und dann entscheiden, ob ich vom Day-Trading engültig die Finger lasse …

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