Warum bieten Expertinnen/Anlageberaterinnen ihre Dienste an? Wären sie tatsächlich so erfolgreich mit ihren Analysen und speziellen Methoden, dann hätten sie doch viel mehr davon, den ganzen Tag lang nur für ihr eigenes Portfolio zu arbeiten!
Als einzig plausibler Grund kommt Kapitalmangel in Frage. Das wiederum kann bei erfolgreichen Expertinnen nur zu Beginn ihrer Karriere zutreffen. Je älter und erfahrener demnach eine Anlageberaterin ist, desto weniger vertrauenserweckend für mich.
Bislang vertraue ich persönlich nur einer einzigen Expertin (Lisa Hauser) voll und ganz. Und, wenig überraschend, die ist vergleichsweise jung 🙂
Gestern wieder erlebt: Ich habe ein Service getestet, das mich per SMS über Einstiegs- und Ausstiegssignale informiert (gratis während Testphase). Errechnet werden solche Signale durch Methoden, die für Expertinnen nachvollziehbar sind. Ich blicke da noch nicht ganz durch, klingt aber alles sehr plausibel und lässt sich hübsch in Charts darstellen. Erste SMS: Einstiegssignal – kaufe long auf S&P500, halte die Position 24 Stunden bis knapp vor FED-Pressekonferenz. Gut, mache ich, kaum habe ich gekauft, fängt der Kurs zu fallen an und erholt sich innerhalb der 24 Stunden nicht mehr. Wertverlust bis dahin an die 150€. Zur Erklärung: Die Ankündigung der FED (US-Notenbanker) über die Zinspolitik würde maßgeblich die Aktienkurse beeinflussen. Erwartet wurde, dass die Zinsen nicht verändert würden, aber es war nicht sicher. Gut, kurz vor dem FED-Termin erhalte ich die zweite SMS: Ausstiegssignal – verkaufe long auf S&P500. Als hätte die Senderin nicht mitbekommen, dass ein Verkauf zu diesem Zeitpunkt an die 20% Verlust bedeuten würden. Ich bin mutig und halte die Position, warte die Ankündigung der FED ab, die glücklicherweise dann tatsächlich zu einem rapiden Kursanstieg führt. Ich kann immerhin ohne Verlust wieder verkaufen.
