{"id":529,"date":"2012-01-29T17:43:05","date_gmt":"2012-01-29T17:43:05","guid":{"rendered":"http:\/\/insho.wordpress.com\/?p=529"},"modified":"2012-01-29T17:43:05","modified_gmt":"2012-01-29T17:43:05","slug":"ich-bin-eine-schulerin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wordpress.fobis.org\/inshou\/2012\/01\/29\/ich-bin-eine-schulerin\/","title":{"rendered":"Ich bin eine Sch\u00fclerin"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem Biermuseum mache ich mich auf nach Koenji. Es regnet immer noch und es ist schon dunkel. Das macht es besonders schwierig, trotz detaillierter Beschreibung einen Ort zu finden, den man nicht kennt. Aber ich liege gut in der Zeit. Einmal zur Station zur\u00fcck und wieder den gleichen Weg entlang geht sich locker aus. Zum Gl\u00fcck steht auf dem Haus irgendetwas mit disabled persons und Natsu steht beim Aufzug.<\/p>\n<p>Sie hat mir Unterlagen \u00fcber ihre Arbeit mitgebracht. Undatiert. Wie zitiere ich DAS blo\u00df&#8230; F\u00fcr die Mozartkugeln, die ihr schenke bekomme ich 500Yen Discount. Naja, so war \u00b4s zwar nicht gedacht, aber bitte: auch nicht schlecht.<\/p>\n<p>Wieder beginnt die Stunde mit einer Vorstellrunde. Ein junger Mann arbeitet in einer Farbenfabrik. Aus irgendeinem Grund erz\u00e4hle ich von Wissensmanagement. Die Buchh\u00e4ndlerin legt den Kopf schief und sieht mich verst\u00f6rt an. Macht nichts, ich wei\u00df ja auch nicht,was das sein soll. &#8222;Some kind of communication?&#8220;<\/p>\n<p>Dieses Mal ist die Gehilfin nicht so milde gestimmt und reagiert \u00fcberhaupt nicht auf mein Zucken und w\u00e4hrend ich die Wahl zwischen dem unangenehmen Luftzug der durch den Spalt unter der T\u00fcr kommt, vor der ich liege oder meiner Qu\u00e4lerin habe, \u00fcberlege ich, ob es angemessen ist, die Population des Teppichs im Mehrzweckraum in Deutsch zu begr\u00fc\u00dfen und ob meine Recherche, meine wissenschaftliche Arbeit \u00fcberhaupt auch nur den geringsten Anspruch an Validit\u00e4t erf\u00fcllen wird. Dann improvisieren wir mit Papier.<\/p>\n<p>Nach der Stunde sagt Natsu, Einige von Ihnen w\u00fcrden noch etwas trinken gehen und ob ich mitkommen will. Sicher will ich. Schlie\u00dflich sind wir zu viert. Der junge Mann aus der Farbenfabrik, die Buchh\u00e4ndlerin und jene, die ich f\u00fcr eine &#8222;disabled person&#8220; gehalten habe. Sumimasen. Aber dieses Mal habe ich keinen Namen behalten.<\/p>\n<p>Nach einer viertel Stunde durch den Regen stehen wir vor einer kleinen gl\u00e4sernen Schiebet\u00fcr, die unter Anderem mit einem Bild von David Bowie lockt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/insho.files.wordpress.com\/2012\/01\/dsc01323.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-584\" title=\"DSC01323\" src=\"http:\/\/insho.files.wordpress.com\/2012\/01\/dsc01323-e1327858497466.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"640\" srcset=\"https:\/\/wordpress.fobis.org\/inshou\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2012\/01\/dsc01323-e1327858497466.jpg 480w, https:\/\/wordpress.fobis.org\/inshou\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2012\/01\/dsc01323-e1327858497466-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Innen war die rechte Seite mehr eine Art Secondhandladen mit Kleidung auf zwei parallel laufenden Kleiderstangen, die von der Decke hingen. Entlang der linken Seite verlief eine d\u00fcnne h\u00f6lzene Bar und am Ende des Raumes waren jede Menge Verst\u00e4rker und Musiksinstrumente aufgebaut. Ein Bob Dylanverschnitt in Lederhose spielt Jazz.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/insho.files.wordpress.com\/2012\/01\/dsc013201.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-591\" title=\"DSC01320\" src=\"http:\/\/insho.files.wordpress.com\/2012\/01\/dsc013201-e1327860342796.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"640\" srcset=\"https:\/\/wordpress.fobis.org\/inshou\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2012\/01\/dsc013201-e1327860342796.jpg 480w, https:\/\/wordpress.fobis.org\/inshou\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2012\/01\/dsc013201-e1327860342796-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Betrieben wird die Bar von einem Paar. Die Frau nimmt unsere Bestellung entgegen. Ich nehme gr\u00fcnen Tee mit Sake, der ist warm. Auf der Bar aufgereiht sind verschiedene Kleinigkeiten zu essen, ein Eintopf und der Reiskocher. An der Wand \u00fcber der Bar h\u00e4ngt ein Bild von Diana Ross. Die Barleute unterhalten sich mit meiner Begleitung.<\/p>\n<p>Dann geht die T\u00fcr wieder auf, deren Griff aus einem schmalen Astst\u00fcck besteht, und ein Mann schl\u00fcpft herein, der mir nicht so ganz ins Ambiente passen m\u00f6chte. Er setzt sich unter die Kleiderstangen auf ein schwarzes sch\u00e4biges Sofa zwischen unsere Taschen. Nach und nach r\u00fcckt er weiter. Dann sitzt er nahe der B\u00fchne und greift sich ein paar Bongos und trommelt irgendwie mit. Der S\u00e4nger hat gewechselt.<\/p>\n<p>Der Barmann hat lange graue Haare unter seiner &#8222;Bob Dylan&#8220;-Kappe und sein Gebiss ist fehlerhaft und fleckig. Ich werde ihm vorgestellt. &#8222;Where do come from?&#8220; &#8222;Ostoriajin desu.&#8220; &#8222;Ah, and what language do you speak in Australia&#8220; &#8222;German&#8220;. Dann sagt er zu mir:<\/p>\n<p>&#8222;Ich bin eine Sch\u00fclerin!&#8220; Ein Johlen geht durch die Runde an der Bar. Leider verstehe ich es nicht. Er hatte als zweite Fremdsprache Deutsch und wir diskutieren \u00fcber Kaffee. Inzwischen sind noch mehr Musiker auf der B\u00fchne. Der &#8222;unpassende&#8220; Mann von vorhin entpuppt sich als Bassist. Hinter ihm ist die Toilette. Ich entschlie\u00dfe mich doch etwas zu essen. 500 Yen for all you can eat is ja ka Geld. Der Eintopf ist mit Wiener W\u00fcrstel. Einem rosigen wurst\u00e4hnlichen weichem Ding, mit Lauch und anderem. Daneben war auf einer Platte eine Art Salat ausgebreitet, der aus Paprikastreifen, Brunnenkresse und Staudensellerie bestand. Als Dressing bot sich Salz und Pfeffer an. Im Reis waren Pilze. Insgesamt war alles sehr oishii. Als die Barfrau wieder einmal in unser Eck kam &#8211; nun waren wir ohnehin die einzigen G\u00e4ste, die NICHT auf der B\u00fchne standen &#8211; sagte ich ihr: &#8222;Oishii desu!&#8220; Oh, sie hat sich so sehr gefreut. &#8222;Please eat more&#8220; Der Barmann spielt nun das Keyboard und sie singen &#8222;superstitious writing on the wall&#8220; und noch ein paar anderen Nummern. &#8222;Sind wir die n\u00e4chsten die auf die B\u00fchne gehen?&#8220;<\/p>\n<p>Wir gehen und erst bei der JR Station merke ich, dass ich meine Mappe in der Bar liegen gelassen habe. zum Gl\u00fcck treffe ich den Mann aus der Farbenfabrik. Er geht mit mir zur\u00fcck. Wir versuchen \u00fcber Essen zu reden. In Englisch, Japanisch und irgendetwas dazwischen. In der Bar sitzen nun alle an selbiger und freuen sich sehr, dass ich wieder komme. Domo arrigata gozaimashita.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Biermuseum mache ich mich auf nach Koenji. 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