{"id":2824,"date":"2020-01-02T16:24:04","date_gmt":"2020-01-02T16:24:04","guid":{"rendered":"https:\/\/insho.wordpress.com\/?p=2824"},"modified":"2020-01-02T16:24:04","modified_gmt":"2020-01-02T16:24:04","slug":"kobe-und-silvester","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wordpress.fobis.org\/inshou\/2020\/01\/02\/kobe-und-silvester\/","title":{"rendered":"Kobe und Silvester"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2854\" src=\"https:\/\/insho.files.wordpress.com\/2020\/01\/kobe-e1577981149726.jpg\" alt=\"kobe.jpg\" width=\"1536\" height=\"1047\" \/><\/p>\n<p>31.12.19 Wir fahren nach Kobe. Die Stadt am Meer mit einem der wichtigsten H\u00e4fen Japans verspricht Interessantes. Ab 1868 entwickelte sich Kobe durch den Druck der Amerikaner*innen international. Fremde siedelten sich u.a. im Stadtteil Kitano und im Nankin-machi (Chinatown) an. Aber Kobe ist keine klassische Tourismusdestination. Das merken wir am Bahnhof. Kein Touristcenter. D.h. wir nehmen erst einmal Quartier im Doutor, um zu recherchieren und nat\u00fcrlich um Kaffee zu trinken. Wir speichern einen Sightseeing-Plan auf einem Stick, um ihn in einem Combini auszudrucken. Das geht so mehr schlecht als recht \u2013 auf Fotoformat. Wir folgen den Schildern zum Hafen und landen in einer Tourist*innen-Kindermuseum-Shoppingmall mit Restaurants. Der Wind ist kalt und so treibt es uns in die Eingeweide dieses Konsummonsters. Vorbei an H &amp; M und Zara gehen wir in den Keller und essen dort Rind, aber nicht Kobe-Rind, sondern eben Rind in Kobe;war aber gut. In der Mall finden wir dann auch in einem Infocenter schlie\u00dflich einen Umgebungssplan. Los geht\u00b4s. Zuerst zum Meriken Park. Das zugeh\u00f6rige Museum hat zu. Denn bis zum 3.1. sind Ferien und seit gestern sind die Gehsteige ganz oder teilweise hochgeklappt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2837\" src=\"https:\/\/insho.files.wordpress.com\/2020\/01\/img_0374.jpg\" alt=\"IMG_0374\" width=\"6000\" height=\"4000\" \/><\/p>\n<p>Der Dachaufbau des Meeresmuseums erinnert an die Giebel eines japanischen Hauses. Ohne es recherchiert zu haben, bringe ich diese Architektur in Verbindung mit dem Hanshin Erdbeben im Jahr 1995, bei dem der Park zerst\u00f6rt wurde. Um an das Desaster zu erinnern, wurde ein Teil des Parks als &#8222;Gstetten&#8220; belassen und dazu kann man im \u201ePort of Kobe Earthquake Memorial Park&#8220; eine Ausstellung besuchen, die mit Fotos das Ausma\u00df der Zerst\u00f6rung dokumentiert. &#8222;Da ist ja wirklich nix&#8220;, meint P. Tja, und da war auch nix, au\u00dfer Weite und Meer.<\/p>\n\n<p>Dann geht\u00b4s weiter in angepriesene Chinatown, das sich im Wesentlichen auf eine Stra\u00dfe konzentriert durch die chinesischen Tourist*innen getrieben werden. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2840\" src=\"https:\/\/insho.files.wordpress.com\/2020\/01\/img_0377.jpg\" alt=\"IMG_0377\" width=\"4000\" height=\"6000\" \/><\/p>\n<p>Ein Restaurant neben dem anderen, wahlweise Pekingente oder DimSum und am Ende eine chinesische Friseurin. Auch wenn es mich gereizt h\u00e4tte, zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob die Pekingentenschnipsel, die eine schreiende K\u00f6chin grobmotorischen von Knochen befreit, in Geruch und Geschmack das Theater rechtfertigen: Ich hatte einfach keinen Hunger. Also weiter zum n\u00e4chsten Spot.Wir queren die Bahngleise. Unter der Trasse wieder einmal ein Labyrinth an kleinsten Einkaufsstra\u00dfen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2847\" src=\"https:\/\/insho.files.wordpress.com\/2020\/01\/img_0384.jpg\" alt=\"IMG_0384\" width=\"6000\" height=\"4000\" \/>Motokohtown<\/p>\n<p>Ge\u00f6ffnet sind v.a. antiquarische Buch- und Schallplattenl\u00e4den. Denn den Betreiber*innen unterstelle ich, dass ihnen Feiertage wurscht sind. Sie lieben das, was sie leben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2849\" src=\"https:\/\/insho.files.wordpress.com\/2020\/01\/img_0386.jpg\" alt=\"IMG_0386\" width=\"6000\" height=\"4000\" \/><\/p>\n<p>Peter Alexander um 100 Yen<\/p>\n<p>Im Kitano-Viertel hat es mir ein Abbruchhaus angetan. Ich mag solche H\u00e4user. Sie scheinen mir entspannt zu sein, nichts mehr vorgeben zu m\u00fcssen, sondern nur noch stumm Vergangenes zu repr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2888\" src=\"https:\/\/insho.files.wordpress.com\/2020\/01\/img_0404-1.jpg\" alt=\"IMG_0404.JPG\" width=\"6000\" height=\"4000\" \/><\/p>\n<p>Nach unserer R\u00fcckkehr ist gegen Mitternacht ein Tempelbesuch so wie hier \u00fcblich geplant. Doch zuerst machen wir die W\u00e4sche. Die anf\u00e4ngliche Euphorie \u00fcber die eigene Waschmaschine verfliegt rasch, als wir feststellen, dass es sich eher um einen Mixer ohne Messer handelt. Eine &#8222;Waschkammer&#8220; und eine &#8222;Schleuderkammer&#8220; extra, die keine ganze Hose fasst und die so heftig arbeitet, dass das ganze Teil gehalten werden muss, weil es sonst \u00fcber den Balkon ruckelt. Also &#8222;wasche&#8220; ich alles in Teilen jeweils zwei Mal, sp\u00fcle und schleudere einmal. Dann muss ich mich schon beeilen. Denn ich m\u00f6chte alles im Coin Washer trocknen und der schlie\u00dft um 23.30. Waschen, Trocken usw. wir verpassen Mitternacht. Hier gibt\u00b4s eben keine Pummering und keinen Countdown. Dann machen wir uns auf zum Tempel. Immer dem Glockenschlag nach. Wir finden den Kakurinji Tempel. Ein kleiner buddhistischer Tempel in der N\u00e4he, etwas h\u00f6her gelegen, als die H\u00e4user ringsum. Auch hier ist alles organisiert und die Kommenden werden zum seitlichen Tor geschickt. Dort stellt man sich an, um die Glocke zu schlagen. Im Garten sitzen und stehen alte Menschen um ein Feuer und unterhalten sich. Die Luft riecht angenehm. Obwohl einige der Einheimischen sich beim Schlagen der Glocke gegenseitig fotografieren, nehme ich davon Abstand. Einerseits weil\u00b4s dem Augenblick nicht gerecht wird und andererseits, weil ich mit dem was zu tun ist, fast \u00fcberfordert bin.<\/p>\n<p>Als wir den Tempel verlassen, bekommen wir ein Geschenk. Nett.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2864\" src=\"https:\/\/insho.files.wordpress.com\/2020\/01\/img_0410.jpg\" alt=\"IMG_0410.JPG\" width=\"6000\" height=\"4000\" \/><\/p>\n<p>Der Tempel bei Tageslicht und in aller Ruhe bietet Sehenswertes.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2935\" src=\"https:\/\/insho.files.wordpress.com\/2020\/01\/img_0416.jpg\" alt=\"IMG_0416\" width=\"6000\" height=\"4000\" \/><\/p>\n<p>Bei jedem Tempel wacht ein mehr oder noch mehr grimmig blickender M\u00f6nch.<\/p>\n\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2938\" src=\"https:\/\/insho.files.wordpress.com\/2020\/01\/img_0421.jpg\" alt=\"IMG_0421\" width=\"6000\" height=\"4000\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>31.12.19 Wir fahren nach Kobe. 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