{"id":2716,"date":"2019-12-26T21:21:37","date_gmt":"2019-12-26T21:21:37","guid":{"rendered":"https:\/\/insho.wordpress.com\/?p=2716"},"modified":"2019-12-26T21:21:37","modified_gmt":"2019-12-26T21:21:37","slug":"me-tabetai","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wordpress.fobis.org\/inshou\/2019\/12\/26\/me-tabetai\/","title":{"rendered":"Me tabetai"},"content":{"rendered":"<p>Normalerweise poste ich keine Bilder von Menschen mit denen ich mich treffe. Ausnahmen best\u00e4tigen die Regel. Wir sind in Ueno mit meiner Skypebekannten, einer pensionierten Klavierlehrerin und ihrem ebenfalls pensionierten Ehemann, einem Gesangsprofessor verabredet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2718\" src=\"https:\/\/insho.files.wordpress.com\/2019\/12\/img_0105.jpg\" alt=\"IMG_0105\" width=\"6000\" height=\"4000\" \/><\/p>\n<p>Zuerst geht es in eine Art japanischer Konditorei in der N\u00e4he der Station.\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2721\" src=\"https:\/\/insho.files.wordpress.com\/2019\/12\/img_0109-e1577394117206.jpg\" alt=\"img_0109.jpg\" width=\"2400\" height=\"3815\" \/><\/p>\n<p>Wir essen Anmitsu \u3042\u3093\u307f\u3064 (rote Azukibohnen, Fr\u00fcchte, Bohnengelee) und Kuzumochi mit Kinako (ger\u00f6stetem Sojabohnenmehl). Letzteres ist mein Favorit. Ein sehr interessanter Geschmack und Kinako steht schon auf meiner Einkaufsliste.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2720\" src=\"https:\/\/insho.files.wordpress.com\/2019\/12\/img_0108.jpg\" alt=\"IMG_0108\" width=\"6000\" height=\"4000\" \/><\/p>\n<p>Doch dabei bleibt es nicht. Wir gehen weiter zum Tsukiji, dem Fischmarkt Tokyos, um dort Sushi zu essen. Dort ist fotografieren verboten. Ich poste irgendwann die Bilder, die der Professor trotzdem gemacht hat. Auch das war hervorragend (also das Essen, nicht das Foto.). P. k\u00e4mpft zwar mit der zus\u00e4tzlichen Portion, die ihm unsere Bekanntschaft aufdr\u00e4ngt, aber da muss man durch. W\u00fcrde sich uns bei der Gelegenheit ein &#8222;Da waren die Augen gr\u00f6\u00dfer als der Magen&#8220; anbieten, sagt man auf Japanisch nur &#8222;me tabetai&#8220; &#8211; &#8222;Die Augen wollen essen&#8220;, eine Verknappung auf\u00b4s Wesentlichste.<\/p>\n<p>Dann schon geht es weiter. Denn f\u00fcr Kaffee und Kuchen ist im Magen immer noch Platz. Also stellen wir uns brav beim Caf\u00e9 des Wako-Kaufhauses in Ginza an, wo der Kaffee umgerechnet \u20ac12.- kostet und Kinder bis Ende der Volksschule unerw\u00fcnscht sind. Der Herr Professor ist immer noch ger\u00fchrt, dass ich ihm das Grab Mozarts gezeigt habe. Wir trinken unseren Kaffee und gehen zur U-Bahn. Am Weg dorthin wieder etwas eher Gemeinsames:<\/p>\n<p><strong>Ausg\u00b4steckt is<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2819\" src=\"https:\/\/insho.files.wordpress.com\/2019\/12\/img_0111.jpg\" alt=\"IMG_0111.JPG\" width=\"6000\" height=\"4000\" \/><\/p>\n<p>In diesem Gesch\u00e4ft wird junger Sake verkauft.<\/p>\n<p>Wir verabschieden uns etwas improvisiert im U-Bahnwagon. Danach spazieren P. und ich noch etwas durch Ameyoko, das seinen Namen nicht von den S\u00fc\u00dfigkeiten (Ame), sondern von den Amerikanern hat, die nach dem Krieg unter der Bahntrasse alles m\u00f6gliche verkauft haben.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag treffe ich in Ikebukuro E., einen kanadischen Bekannten, der schon zehn Jahre in Tokyo lebt. Wir trinken Kaffee, diskutieren \u00fcber die Notwendigkeit sozialer Gerechtigkeit bei der globalen Verteilung von Ressourcen und kaufen ein Weihnachtsgeschenk f\u00fcr seine Frau. Ein nettes Treffen.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag geht es mindestens so erfreulich weiter. Ich bin mit N. in Shin Okubo verabredet. Wir wollen Koreanisch essen. Als ich die \u00fcberf\u00fcllte Station etwas zu fr\u00fch als vereinbart verlasse, laufe ich ihr in die Arme. Die Freude ist gro\u00df.<\/p>\n<p>Wir landen schlie\u00dflich in einem Thairestaurant, in dem die st\u00e4mmige Bedienung in Sportschuhen, Thaihose und einer Weihnachtsmannm\u00fctze so wirkt, als w\u00fcrde sie keine Widerrede dulden. Wir essen wie beliebt ein Menu. Zuerst einen Krautsalat mit Mayonnaise und dazu eine s\u00e4uerliche Suppe. Dann kommt ein Seafood-Curry mit viel Ei. Naja, auch Thais m\u00fcssen ein Zugest\u00e4ndnis an das Gastland machen. Den kalten Tee und Eisw\u00fcrfel gibt\u00b4s obligatorisch.<\/p>\n<p>Abends dann bringt unser Vermieter Plastiksackerln f\u00fcr den Mist, den wir im Vorraum ablegen sollen und fragt, wann wir am n\u00e4chsten Tag aufbrechen werden. Gegen 8Uhr ungef\u00e4hr. Ich suche etwas Papier zusammen, um ihn als Mist deponieren zu k\u00f6nnen. Denn unseren Mist habe ich l\u00e4ngst entsorgt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Normalerweise poste ich keine Bilder von Menschen mit denen ich mich treffe. 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