{"id":2120,"date":"2016-08-19T16:36:16","date_gmt":"2016-08-19T16:36:16","guid":{"rendered":"https:\/\/insho.wordpress.com\/?p=2120"},"modified":"2016-08-19T16:36:16","modified_gmt":"2016-08-19T16:36:16","slug":"osaka-kein-guter-start","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wordpress.fobis.org\/inshou\/2016\/08\/19\/osaka-kein-guter-start\/","title":{"rendered":"Osaka &#8211; kein guter Start"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2187\" src=\"https:\/\/insho.files.wordpress.com\/2016\/08\/img_7278.jpg\" alt=\"IMG_7278\" width=\"2592\" height=\"1944\" \/><\/p>\n<p>Als ich aus dem Zug steige, werde ich von der Hitze in Sekunden umschlossen, wie Honig eine leichtsinnige Fliege umschlie\u00dft. Zum Gl\u00fcck sind die Subways klimatisiert. Nach Sapporo, wo ich die Menschen zwar uns gegen\u00fcber, aber nicht untereinander als hilfsbereit erlebt habe, als zum Beispiel ein Blinder sich lautstark bemerkbar machend in die Metro stieg und niemand &#8211; schon gar nicht Jene, die die Sitze, die f\u00fcr ihn gewidmet waren, besetzt hatten &#8211; ein Ohrwaschl r\u00fchrte, um ihm einen leeren Platz zu weisen, bekam nun auch hier in Osaka mein positives Image der respektvollen JapanerInnen einen Sch\u00e4digung ab. Vielleicht ist das ja gar nicht das Land des L\u00e4chelns, vielleicht zeigen sie nur alle die Z\u00e4hne. Nun, ich versuche dennoch einzelne Erlebnisse nicht zu generalisieren&#8230;<\/p>\n<p>Ein Einschub: Um nicht f\u00fcr jede Destination einen Stadtplan kaufen zu m\u00fcssen und weil das mit einer entsprechenden App-Installation nicht geklappt hat, habe ich mir die jeweilige Adresse und Hinweise zur Anfahrt ausgedruckt. Also fahren wir nach Nazaki Station. Dort werden wir gleich einmal von einem ambitionierten Pensionisten geholfen, der sofort abwinkt bei der Adresse. Ist ganz wo anders! Wenn wir beide w\u00fcssten, wie recht er hat. Ich aber bin \u00fcberzeugt von meinem Anfahrtsplan und so machen wir uns auf die Suche. Er spricht kaum Englisch und wir versuchen H\u00f6flichkeiten auszutauschen. Am Berg dann fragt er einen kleinen alten Mann am Moped, der darauf hin mit Helm zu seinem Haus hochl\u00e4uft, um etwas zu holen. Mir wird\u00b4s peinlich. Er kommt mit einem Plan zur\u00fcck. Es wird diskutiert und wir werden zum Tee eingeladen. Der kleine Mann \u00fcbergibt uns seiner Frau. Wir trinken Tee w\u00e4hrend unser Guide sich zwischen den Verbeugungen den Schwei\u00df von der Stirn wischt. Der kleine Mann kommt zur\u00fcck und hat die Idee, uns zu zwei AmerikanerInnen zu bringen. Wir gehen weiter den Berg hinauf. Die AmerikanerInnen sind Deutsche auf &#8222;working holyday&#8220;. Unser Guide verabschiedet sich. Nach weiteren Rundreise durch die H\u00e4userzeilen am Berg, bei der die Gelsen gro\u00dfen Gefallen an uns finden, kehren wir zum Haus der Deutschen zur\u00fcck. Wir haben den gleichen Vermieter und nach einer Recherche im Netz, einem Telefonat und Tipps f\u00fcr die beste Anfahrt, verlassen wir, noch an der T\u00fcr angeregt plaudernd, das Haus und das Viertel. Ich habe zur richtigen Adresse, die falsche Anfahrt ausgedruckt. Wie auch immer, dar\u00fcber kann ich nur spekulieren.<\/p>\n<p>Es ist bereits dunkel, als wir im richtigen Stadtteil das richtige Vierteil finden. Japanische Adressen sind anders und so umrunde ich den Block zwei oder drei Mal bevor ich unter einem Schaltkasten im Finstern die Hausnummer finde. Das ist ein Firmengeb\u00e4ude. Im Eingangsbereich soll der keycase sein. Wieder suche ich. Probiere mit dem Code alle Postf\u00e4cher durch.Die\u00a0 Hitze und die lange Reise zeigt ihre Wirkung. Neben dem Haus gibt es Sitzgelegenheit; selten in Japan. Ich lasse P. das Gep\u00e4ck und suche weiter nach dem Schl\u00fcsselkasten. Schlie\u00dflich finde ich ihn, im Halbdunkel an einem Rohr. Hurra. Im Internet stand etwas vom 3F, oder?! Also fahren wir in einem kleinen stickigen Aufzug hinauf.<\/p>\n<p>In der Etage hat es gleich einmal f\u00fcnf Grad mehr und die Luft steht. Trotz mehrmaligem Probieren: Der Schl\u00fcssel passt nirgends. Zum Gl\u00fcck ist das Internetpasswort an der Wand\u00a0 angeschrieben. Ich rufe neuerlich die Infoseite auf. &#8222;See the Pictures&#8220; Welche Bilder? Die Usability von &#8222;airbandb&#8220; ist mit meinem Verst\u00e4ndnis nicht kompatible. P. muss aus dem Haus. Die Luft ist unertr\u00e4glich. Ich suche weiter. Gehe von Etage zu Etage, treffe einen Mitarbeiter der Firma, der mich nicht versteht und ich ihn nicht. Suche weiter. Suche die Telefonnummer. Schreibe ein Email. Wieder hinunter. Am Eck ist ein Supermarkt. Ich hole Wasser und Saft. He, da gibt es eine Art\u00a0klimatisierten Warteraum. Ich hole P. und das Gep\u00e4ck. Hier ist es besser warten. Der Markt schlie\u00dft um 20Uhr. Zur\u00fcck ins Haus. Vielleicht hat der Vermieter geantwortet. Nein. Zur\u00fcck zum Markt. Was ist bei der Nummer die Vorwahl. Wieder zur\u00fcck ins Haus. Dort hab ich W-LAN. +81 ist die die\u00a0 Vorwahl von Osaka. Geht trotzdem nicht. Eine weibliche Stimme sagt mir wohl, die Nummer ist unbekannt. Ich spreche eine junge Frau an und frage nach der Vorwahl. Dann geht&#8217;s. Ist wohl ein Handy. Ich erreiche jemanden, die mir etwas von einem zweiten keyhole und it\u00b4s covered erz\u00e4hlt und das ja alles genau auf den Bildern zu sehen ist.\u00a0Langsam werde ich grantig. Ok, ich suche weiter und melde\u00a0 mich ggf. nochmals. Zur\u00fcck in die Etage. Alles durchprobiert. Ich finde unser &#8222;Zimmer&#8220;. Welch ein Triumph! (Na der Knabe soll mir unterkommen&#8230;) Hier wohnen wir. Links.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2157\" src=\"https:\/\/insho.files.wordpress.com\/2016\/08\/img_7292.jpg\" alt=\"IMG_7292\" width=\"2592\" height=\"1944\" \/><\/p>\n<p>Wer jetzt glaubt, das ist eine ungl\u00fcckliche Aufnahme und der Raum setzt sich links vom Kasten fort, der\/die irrt. Das\u00a0IST unser Raum.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2160\" src=\"https:\/\/insho.files.wordpress.com\/2016\/08\/schrankzimmer.jpg\" alt=\"SChrankzimmer\" width=\"1489\" height=\"2489\" \/><\/p>\n<p>Wir wohnen in einem klimatisierten Schrank. Das w\u00e4re nun an sich nicht so \u00e4rgerlich, wenn man die Immobilienanzeigen hier vor Ort studiert. Aber es gibt hier sonst nichts au\u00dfer Klimaanlage und Klopapier. Das Bett ist ein Kunstledersofa ohne Beine und ohne Unterbau, das sich &#8222;ausbreiten&#8220; l\u00e4sst und f\u00fcr Menschen unter 1,50m durchaus bequem ist, wenn sie nicht so wie wir gerne ein Leintuch h\u00e4tten. Achja, Bad gibt\u00b4s auch nicht. Herzlich willkommen. Ich \u00e4rgere mich \u00fcber mich. Es gibt entsprechende Kommentare anderer. Wie konnten die mir entgehen? Ich kann nur spekulieren. Trotz alledem ist die Nacht ok.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich aus dem Zug steige, werde ich von der Hitze in Sekunden umschlossen, wie Honig eine leichtsinnige Fliege umschlie\u00dft. Zum Gl\u00fcck sind die Subways klimatisiert. 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