{"id":2049,"date":"2016-08-19T15:03:07","date_gmt":"2016-08-19T15:03:07","guid":{"rendered":"https:\/\/insho.wordpress.com\/?p=2049"},"modified":"2016-08-19T15:03:07","modified_gmt":"2016-08-19T15:03:07","slug":"aomori-hafenstadt-im-kingdom-of-apple","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wordpress.fobis.org\/inshou\/2016\/08\/19\/aomori-hafenstadt-im-kingdom-of-apple\/","title":{"rendered":"Aomori &#8211; Hafenstadt im Kingdom of Apple"},"content":{"rendered":"<p>Um 8.30 starten wir in Sapporo los, ausgestattet mit einem detaillierten Fahrplan, der genau dar\u00fcber Auskunft gibt, wo wir wann in welchen Zug steigen m\u00fcssen, wie lange wir fahren und wie lange die Zeit zwischen den Z\u00fcgen ist. Den Rest an Unsicherheiten beseitigen serviceorientierte MitarbeiterInnen auf allen Stationen.<\/p>\n<p>Das n\u00e4chste Ziel nach Sapporo ist Osaka. Um die Reise angenehmer zu gestalten und noch andere Teile des Landes zu sehen,\u00a0 bleiben wir f\u00fcr eine Nacht in Aomori an der K\u00fcste. K\u00fcste, Meer, ein Hafen, eine kleine Stadt und dann abends entlang des beleuchten Piers spazieren. Ist doch nicht so abwegig oder? Nun, Aomori liegt nicht am Mittelmeer.<\/p>\n<p>Ich schalte auf Tourismusmodus; ein seltsames Gef\u00fchl. Ohne jemanden vor den Kopf sto\u00dfen zu wollen, aber eine Reise nur um mir &#8222;dort&#8220; dann &#8222;\u00b4was&#8220; anzusehen hast mich weniger Wert, als andere Reisezwecke, die das Sightseeing so nebenbei erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2118\" src=\"https:\/\/insho.files.wordpress.com\/2016\/08\/img_7274.jpg\" alt=\"IMG_7274\" width=\"2592\" height=\"1944\" \/><\/p>\n<p>Wir kommen so gegen 14.15Uhr in Aomori an. Die Stadt ist ber\u00fchmt f\u00fcr das Nebutafestival und Musik empf\u00e4ngt uns schon am Bahnsteig. Das Hotel liegt zwischen Bahnhof und Hafen ganz in der N\u00e4he. Hier ist es das einzige Mal, dass ich ein regul\u00e4res Hotel gebucht habe. Das Bett soll 1,5m breit sein.<\/p>\n<p>Der Plan, den ich mir routiniert im Tourismusb\u00fcro geholt habe, ist ungenau und wir suchen ein wenig. So ein Verhalten\u00a0f\u00e4llt dann doch auf und eine Frau springt aus ihrem Wagen, um uns zu helfen. Gemeinsam finden wir die Orientierung. Wie nett.<\/p>\n<p>Die Lobby des Hotels ist ged\u00e4mpft. Leise spielt Musik und die Einrichtung ist dunkel wie in einem Abendrestaurant. Die Rezeptionistin spricht angepasst ebenfalls sehr leise und \u00fcbernimmt unsere Koffer, denn der Check-in ist erst ab 15.00 Uhr. Also sind wir nun TouristInnen und st\u00fcrzen zum Hafen, hinein in ein Communication-Community-Einkaufscenter, wo im Erdgescho\u00df gerade eine Art Bauernmarkt stattfindet. Und was macht man im K\u00f6nigInnenreich des Apfels? Richtig! Ich kaufe Knoblauchgelee. (Also eigentlich schmeckt es wie Quittengelee mit einem Hauch Knoblauch und nat\u00fcrlich haben wir nach der Knoblauchzuckerlverkostung mit Apfelsaft gesp\u00fclt.) &#8211; In der Communicationshall, die von Kindern zum Schreiben ihrer Haus\u00fcbungen, f\u00fcr Treffen mit FreundInnen und f\u00fcr die Rast m\u00fcder Fremder genutzt wird, sondieren wir das Werbematerial \u00fcber Aomori und finden den Hinweis, dass es ein &#8222;fresh fish and vegetable Center&#8220; gibt, in dem man sich sein eigenes Sushi\/Sashimi zusammen stellen kann; bis 16Uhr. Das klingt gut und wir machen uns auf den Weg.\u00a0 Beim Center angekommen, versuche ich mich am Infoschalter \u00fcber das &#8222;Wie&#8220; hier zu erkundigen. &#8222;Sumimasen. Do you speak english?&#8220; Die Frauen lachen. &#8222;Oh, no!&#8220; und sch\u00fctteln den Kopf. Ich \u00e4rgere mich und will wieder gehen. Schlie\u00dflich kann ich dann doch Zetteln mit Essensmarken, die an die Nachkriegszeit erinnern kaufen und wir umrunden die St\u00e4nde in der kleinen Halle.<\/p>\n\n<p>Lachsroggen, Jacobsmuscheln, Lachsfleisch,Scampi, Calamari und ein Gem\u00fcse, das wie junger Ingwer schmeckt, ist unsere Ausbeute und es schmeckt hervorragend.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2071\" src=\"https:\/\/insho.files.wordpress.com\/2016\/08\/img_7237.jpg\" alt=\"IMG_7237\" width=\"1944\" height=\"2592\" \/><\/p>\n<p>Dann geht\u00b4s weiter ins Nebutamuseum, denn das Festival ist bereits vorbei.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-2080 aligncenter\" src=\"https:\/\/insho.files.wordpress.com\/2016\/08\/nebutamuseum.jpg\" alt=\"Nebutamuseum\" width=\"413\" height=\"575\" \/><\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=k6EG34BnP9c\">Nebuta Matsuri<\/a>, \u201eAtrappenfest\u201c, ist eines der gr\u00f6\u00dften Festivals der Tohoku Region und z\u00e4hlt seit 1980 als Weltkulturerbe. Es findet jedes Jahr zwischen dem 2. Und 7. August in Aomori statt. Die bekannteste Version der Ursprungsgeschichte besagt, dass der General Saka\u00adnoue no Tamuramaro mit Hilfe von Trommel- und Fl\u00f6tenmusik, sowie von T\u00e4nzerInnen (Haneko) seine GegnerInnen anlocken und dann durch riesige Kreaturen erschrecken wollte. Diese Kreaturen sind aus papier\u00fcberzogenen (Draht)gestellen, die fr\u00fcher wohl mit Kerzen beleuchtet wurden. Am H\u00f6hepunkt des Festes werden die Skulpturen w\u00e4hrend eines Feuerwerks auf Fl\u00f6\u00dfen ins Wasser gezogen. Das soll eine reinigende Wirkung haben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2085\" src=\"https:\/\/insho.files.wordpress.com\/2016\/08\/img_7243.jpg\" alt=\"IMG_7243\" width=\"2592\" height=\"1944\" \/><\/p>\n\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2087\" src=\"https:\/\/insho.files.wordpress.com\/2016\/08\/img_7250.jpg\" alt=\"IMG_7250\" width=\"2592\" height=\"1944\" \/><\/p>\n\n\n<p>Es d\u00e4mmert bereits, als wir das Museum verlassen. Hier\u00a0scheint es schneller dunkel zu werden. Die Luft ist warm und durch gelegentliche Regenschauer feucht. Wir kaufen Instantsuppen, Saft und Bier, das ich am Wasser trinken, bevor wir ins Hotel zur\u00fcckkehren. Morgen geht es fr\u00fch los. W\u00e4hrend im japanischen Fernsehen in einer Werbesendung fast stundenlang ein Cape angepriesen wird, schreibe ich noch ein Anbot. Irgendwie bin ich auch um 2Uhr noch nicht m\u00fcde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um 8.30 starten wir in Sapporo los, ausgestattet mit einem detaillierten Fahrplan, der genau dar\u00fcber Auskunft gibt, wo wir wann in welchen Zug steigen m\u00fcssen, wie lange wir fahren und wie lange die Zeit zwischen den Z\u00fcgen ist. 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