Asakusa 2nd

The Tokyo Tourist Information Center recommends spots in every ward. So auch in Shibamata, das wie so ziemlich jeder Ort von Interesse ca. 1Std. von unserer Unterkunft entfernt liegt. Von der gleichnamigen Station aus, bei der der Areamap zweisprachig in Japanisch und Deutsch beschriftet ist, führt eine langweilige Durchzugsstraße zuerst vorbei an der Wasseraufbereitungsanlage Tokyos, die dreimal im Jahr öffentlich gemacht wird. Leider zählt dazu nicht der März.

Etwa nach zehn Minuten ist die Taishakuten dori zu erreichen. Eine kleine Einkaufsstraße mit noch kleineren Geschäften, die direkt beim Haupteingang des Tempels endet. Alles erinnerte ein wenig an Asakusa. Allerdings mit weniger Tourist_innen.

Wir essen süße Mochikugeln auf Spießchen mit Sesam und süße Mochikugeln auf Spießchen mit Azukibohnen. Die Sonne scheint und wir trinken mit anderen Pilger_innen Tee.

Durch das Niten-mon, ein großes hölzenes Tor betreten wir das Tempelgelände. Links geben sich Gottheiten dem Suff hin, während rechts wieder einmal ein Tier zur humanen Belustigung gequält wird.

Die einzelnen Gebäude stehen auf Stelzen und können, so man sich der Schuhe entledigt, betreten werden. Das Bodenholz des überdachten Ganges, der rund um die einzelnen Gebäude und von einem zum anderen führte, wirkt durch die Sonnenstrahlen freundlich einladend. Also kommen die Schuhe in das zur Verfügung gestellte Sackerl und der Tempel wird umgangen.

Nun kam dann doch der Punkt, wo eine Dame in einem Holzhaus Geld von mir wollte und der Punkt der Demut: Die Teppich waren kalt und feucht. Naja, schneller gehen. Dafür war in einer Art Wintergarten ein Teeautomat, den man kostenfrei bedienen konnte mit simultanem Blick in den Tempelgarten. Ein angenehmer Ausgleich.

Vom wie immer in japanischer Genauigkeit gestalteten Garten führte wieder ein überdachter Gang zu dem Teil des Tempel, in dem gerade gebetet wurde. Dieses Gebäude war zusätzlich verglast und die Schnitzereien zu schützen, die rundherum aus dem Buddhismus erzählten. Währendessen war von drinnen das Singen eines Mönchs zu hören.

Vom Tempel führt der Weg zum Katsuhika Shibamata Tora san Museum. This is the Memorial Hall for „Otoko wa Tsurai yo“.(Hartes Brot, ein Mann zu sein) Diese Filmserie rund um den sympathischen Verlierer Toru-san wurde zwischen 1969 und 1997 mit Kiyoshi Atsumi (1928 – 1996) in der Hauptrolle produziert und galt lange als die längste Filmserie der Welt. Hier ein Ausschnitt: http://www.youtube.com/watch?v=yvjFJUvAu24 aus dem Jahr 1974.

Allerdings bin ich cineastisch ignorant – sumimasen R.- und nutze nur den geheizten Warteraum des Museums. Denn die Sonne ist einem unagenehmen Wind gewichen. So trinke ich sehr, sehr süßen warmen Azukibohnenbrei und warte bis sich der Zuckerspiegel hebt.

Als Endpunkt dieser Wanderung durch Shibamata diskutierten wir eine Flussüberquerung auf einer berühmten Fähre: „Yagiri no watashi“. Doch der Fährmann beendet unsere Diskussion. Heute geht nichts mehr. Also zurück zur Station. Suppe essen und auf zum Butohworkshop.

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