Nihon buyo

Nihon buyo ist ein klassischer japanischer Tanz, den ich bereits vor Jahren probiert habe; bei einer Technikerin im 22.Bezirk, irgendwo ganz draußen im Grünen, die für die Stunde €40.- verlangte.

Nun bietet es das Tourismuscenter for free an. Drei Mal. Immer sonntags. Man muss sich lediglich eine Zählkarte holen. Mach´ ich dann auch. Alles ist, wie fast überall hier, durchorganisiert. Bis ich im sechsten Stockwerk ankomme, werde ich mehrfach begrüßt. Mein Name wird nochmals überprüft. Dann heißt es wartet. Der Raum mit ansteigenden Sitzreihen ist gefüllt mit Tourist_innen. Manche wollen tanzen, viele sind Zuschauer_innen. Nach und nach werden alle in Yukatas (Baumwollkimonos gekleidet). Während dessen ist eine Dame darum bemüht, mit mir Small talk zu pflegen. Ein junger Mann ist zuständig für die breite Schleife um meinen Bauch. Dann darf ich wieder Platz nehmen. Während der Wartezeit geht eine andere Mitarbeiterin umher und fragt, ob sie beim Fotografieren helfen darf. „Do you have a camera?“ „Oh, no, thank you, it´s ok.“ Ich brauche keine Foto von mir im Kostüme. Nach einer gefühlten Ewigkeit geht´s weiter mit  einer kurzen Einführung über den Tanz und der Schleifenjüngling hat seinen Auftritt als Nihon buyo Sensei und erklärt, dass es unterschiedliche Stile gibt, das wir nun den weiblichen Stil tanzen werden, wie der Fächer zu gebrauchen ist und das Stück heißt; ein Text über Kirschblüten. Dann gibt es ein Quiz, was er mit dem Fächer denn zeigen mögen und dann wird geübt. Zweimal dürfen wir, dann wird uns gratuliert und ein Gruppenfoto gemacht. Die am Anfang verteilte Socken dürfen wir behalten, aber den Fächer müssen wir abgeben. Ich will von meinem ein Foto und werde genötigt, ihn gegen einen vermeintlich schöneren zu tauschen. Vor dem Gehen werden wir um Feedback gebeten.

Nach dem Workshop versuchen wir unser Flohmarktglück erneut. Ganz in der Nähe soll einer sein; über der Brücke, im Sumidapark. Dort ist eine andere Welt. Keine Tourist_innen wie im blicknahen Asakusa. Entlang des Flusses sitzen Menschen auf den steinernen Treppen am Wasser und machen Sonntag. Der Park ist fast menschenleer. Im Teich ein paar Schildkröten, die Flossen der stattlichen Kois unterschiedlicher Färbung ragen aus dem seichten Wasser und am Ufer wuseln Ratten. Kein Flohmarkt. Nun der Park ist langezogen, parallel zum Highway. Viellcith weiter vorne. Dort ist ein Fischplatz oder genauer: eingezäuntes Areal, das mich an die kostenfreien Freibäder im Augarten erinnert, in dem an einem Wasserbecken Männer sitzen und fischen. Ich frage ein Kioskverkäuferin nach dem Flohmarkt.Ihre Antwort verstehe ich (noch) nicht, jedenfalls auch hier ist es Essig mit einem Flohmarkt. Wir überqueren bei sengender Hitze neuerlich den Fluss. Vielleicht dort, denn dort ist ja auch Sumidapark und geben schließlich auf.

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