texture

Die Dubliner Mädels takeln sich’s abends gerne auf – das ganze Programm und wuseln um mich herum. (Muss wohl das rauhe Klima der Gegend dort sein, dass alle von denen mindestens zwei Köpfe kleiner sind als ich.) Gewohnt autoritär spreche ich eine von ihnen im Waschraum an. „Will you do me a favour?“ Ich will, dass sie die Tür leise schließen und überhaupt.

Auf ihre Feier bin ich mit Bier im Blut vorbereitet und ich schlafe gut. (Ich fürchte,dass ich schnarche…)

Morgens beschließe ich die erste Stunde Training ausfallen zu lassen. Seisaku fordert mit seinen vielen Bildern ohnehin meine restliche Energie. Im Waschraum treffe ich die Finnin. Sie spricht mit sich selbst. Glücklicherweise in angenehmer Lautstärke und vor Allem in Finnisch.

Das Training startet mit einer Bubble. You are the sureface of your bubble. You are moved. Kleine Fische. Spürt das Gewicht eines Körpers auf euren Schultern. Da die Übung nicht so ganz aufgeht, lassen sie uns einander an den Hosenbeinen zurückhalten. Keep the feeling. Deas Gesicht malt ein Bild; dem Finger folgend….
Aber dann wurde es richtig spannend. Today it is about texture. Seisaku kommt mit vertrockneten Pflanzen und läßt uns das Geräusch spüren, das entsteht, während er Zweige zerbricht. Dann shinbun, jede von uns bekommt einen Bogen Zeitungspapier, um das Geräusch zu erforschen. Dann werden wir einzeln von der ganzen Gruppe mit Zeitungspapier „bearbeitet“. Es fühlt sich an, als würden Ameisen mich davontragen. Dann sind wir die Zeitung. Nichts denken. Tanzen. Dann sind wir Lehm, aus Lehm heraus. Wir werden an die Wand geschleudert und werden vermalt. Actiondancing. Wir haben Löwenzahn in den Kniekehlen, unter dem Kinn und in den Ellbogen. Löwenzahnsamen wachsen aus unseren Poren. Dann ist alles wieder einmal voller Haare und später werden wir an Fäden gezogen durch den Raum bewegt. Alles ohne Bewusstsein.

Nach dem Training trage ich die restlichen Flyer aus und finde zufällig den Curryladen meines Vertrauens. „Manche Leute glauben, Sie leben gesund, wenn sie beim drive-in-Schalter den Motor abstellen.“

DSC03165

This entry was posted in Uncategorized. Bookmark the permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert