Die Nacht war eher mühsam. Fünf Mädels aus Dublin moved in und die Tür ging ständig auf und zu. Meine Bekanntschaft des Abends: eine finnische Künstlerin, die seit Jänner hier ist und Berlin nicht mag. Ihre Optik erinnert an die einer Alkoholikerin: rot geschrubbtes Gesicht und die Haare sind sorgfältig nach hinten gekämmt. Ohne das ich Widerstand leisten hätte können, schreibt sie mir ihre Homepage auf. Ich danke höflich. Überhaupt dürfte die Wärme die restlichen Freaks des Hostels aus den Matratzen treiben. Morgens gegen 8Uhr treffe ich die Finnin in der Küche. Als sie geht, stürmt Jango Edwards den Raum und überzieht mich mit einem Schwall an Fragen. Wie Clowns so sind, aggressiv und missgünstig, entkommen ich ihm auch nicht, als ich ihm deute,dass mein Mund voll ist. Als ich schließlich, Pardon sage: „Ah, German!“ „Also bitte!“
Im Training gehen Blitze durch unsere Körper. Wir werden von Schmerzen bewegt. Jmd sticht mit einer Nadel links oder rechts in das Ohr. Zahnschmerzen abwechselnd links und rechts bewegen uns durch den Raum. Ein Tintenfass trifft uns an der Schläfe und die Tinte spritzt über unseren Körper. Seisaku ist echt krank. 🙂
Dann sind’s Insekten. Insekten auf dem Arm, dem Rücken, der Fußsohle bis zum Bein und vom Hals über die Brust. Insekten im Anus, unter dem Kinn, in den Ellbogen, zwischen den Fingern und Kniekehlen.Insekten all over. Wir werden aufgefressen. Insekten fressen uns, das Universum und alles andere auch. Sie fressen unsere Augenbälle. Wir sind gehüllt in Insekten….
Ich bin geschafft.
Etwas benommen lasse ich mich durch Berlin treiben und suche pflichtbewusst jene Buchhandlungen auf, in denen ich Nachrichten zustellen soll.

