Heute war die erste Trainingsstunde. Der Tanzsaal ist in einem unverputzten Betonblock , der im Garten einer renovierungsbedürftigen Jugendstilvilla in Pankow steht. Als ich in die Straße einbiege, erkenne ich Yuri und Seisaku vor mir. Sie scheinen sich nicht an mich zu erinnern. Macht nichts.
„Sorry, maybe we know each other…?““Ya, from Tokyo. I came with yumiko“.
Sie sind erst um 3 Uhr ins Bett gekommen.
Der Saal sieht am Foto besser aus, als in real; der Boden ist schmutzig. Die Bodentiefen Fenster geben den Blick frei in einen ungepflegten Garten und die Dächer der Nachbarschaft „Bremsenpflege“. Wahrscheinlich bucht und zahlt man bei Tanzworkshops ohnehin vor Allem die Aussicht. 13 Personen nehmen am Training teil. Davon 3 Quotenmänner. Nein, werter Herr Magister, ich bin definitiv auch gegen kurze Hosen bei Männern!
„…this is seisaku. He learned Butoh from Tatsumi Hijikata. Do you know the name? He was the founder“. Ich zucke leicht zusammen und denke an Min Tanaka „Butoh ist tot.“
Das Wichtigste sei, dass der Körper leer ist, um ihn mit anderem zu füllen. Z.B. einem Paket Taschentücher. Wir werden wie schon in Tokyo an verschiedenen Punkten des Körpers aus gezogen. Dieses Mal mit Wollfäden. Wir ziehen Fäden, wie fragile Spinnenfäden. Wir sind mit Rauch gefüllt und von Dampf umgeben. Aus dem Dampf heraus, spinnen wir wiederum Fäden.


